Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt Forst- und Holzwirtschaft

Entwicklung innovativer, intelligenter und zukunftsfähiger Holzaufbauten für klimaneutrale und gesundheitsfreundliche Gebäude aus Holz [Bauteil] mehrweniger

Logo:"Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages"; Logo: "ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand"

Projektträger:     

ZIM Kooperationsprojekte des BMWi

Laufzeit: 

01.09.2019 bis 31.08.2021

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Marcus Müller

Projektpartner:

Lignotrend Produktions GmbH

Projektmitarbeiter/innen:

B. Sc. Jodok Braun, B. Sc. Stephan Wetzel

Beschreibung: 

In bewohnten Gebäuden besteht aufgrund der hocheffizient gedämmten und luftdichten Gebäudehüllen, kombiniert mit dem Verlangen nach einer angenehmen Wohnraumtemperatur von durchschnittlich 21°C und der Integration von kontrollierten Wohnraumlüftungen das Risiko von jahreszeitlich bedingter sehr trockener Innenraumluft, unter einer rel. Raumluftfeuchte von 40 %. Dies führt in der Folge bei den Nutzern der Innenräume zu Unbehagen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie z.B. zur Reizung der Schleimhäute. Der Holzbau kann aufgrund seiner hygrothermischen Eigenschaften Lösungen zur Vermeidung eines zu trockenen Innenraumklimas während der Heizperiode bieten. Holz verfügt über die Eigenschaft Wasser aus der Umgebungsluft durch Sorption aufzunehmen und durch Desorption auch wieder an diese abgeben zu können. Die Trocknungs- und Befeuchtungsprozesse laufen allerdings sehr langsam ab. Daher stellt sich bei größeren Querschnitten stets ein Feuchteprofil ein. Während an der Oberfläche sehr schnell die Gleichgewichtsfeuchte erreicht ist, kann dies bei größeren Holzquerschnitten im Innern ein über Monate oder Jahre dauernder Prozess sein. Da auch im Rauminneren die Luftfeuchte ständig wechselt, kommt es praktisch nur im oberflächennahen Bereich zu Desorption oder Adsorption. 
Die Tatsache, dass Bauteile unterschiedlichster Materialien Feuchtigkeit in spezifischem Maße aufnehmen und abgeben können ist unbestritten. Wie sich dieser Feuchteausgleich allerdings auf das Innenraumklima auswirkt und wie das Innenraumklima gezielt durch die Anordnung unterschiedlicher Materialien in Bauteilen und Wandaufbauten beeinflusst werden kann, ist bisher noch unklar.
Bereits abgeschlossene Projekte zeigen das Potential natürlicher Baustoffe aufgrund ihrer positiven absorptiven Eigenschaften und Auswirkungen auf das Innenraumklima bei Schwankungen der Raumluftfeuchte. Holz, Lehm und Naturfasern können diese Schwankungen minimieren. Das Potential v.a. holzbasierter Wandaufbauten wurde bisher allerdings nur unzureichend ermittelt. Untersucht wurden flächige Holzbauteile wie Brettsperrholzelemente, Dübelholzelemente, der Holzrahmenbau, diverse Holzwerkstoffe sowie Boden- bzw. Wandverkleidungen aus Massivholz.

Ziel:
Ziel des Forschungsprojektes ist die Entwicklung neuartiger Bauteillösungen für den Holzbau auf Basis der bestehenden Wand-, Decken- und Dachbauteile der Lignotrend Produktions GmbH, die durch Optimierungen der Materialkombinationen, -anordnung und des spezifisch auslegbaren Oberfläche/Volumen-Verhältnisses ein langfristig konstantes und behagliches Innenraumklima garantieren können, welches dauerhaft eine Raumluftfeuchte von 40-60 % vorweist. Dafür werden unterschiedliche Holzbauteile untersucht, bzw. deren Sorptionseigenschaften zur Bewertung des Einflusses auf das Innenraumklima objektiviert. 

Waldwirtschaft 4.0 [WaWi 4.0] mehrweniger

Projektträger:     

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

Laufzeit:    

1.10.2018 bis 31.12.2020

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Dirk Wolff

Projektpartner:

ForstBW

Projektmitarbeiter/innen:

M.Sc./Dipl.-Ing. (FH) Stephanie Kerger,
Dipl.-Jour./Dipl.-Ing. Dorit Ohlau,
B.Sc./FWM Martin Schraitle

Beschreibung: 

Welche Potenziale sich bei der voll- und teilmechanisierten Holzernte durch den Einsatz und die Vernetzung digitaler Werkzeuge in Baden-Württemberg erschließen lassen, ist Schwerpunkt des Projektes WaWi 4.0. Der gesamtheitliche Ansatz umfasst neben einer erlösverbesserten Harvesteraufbereitung und Szenarien für steuerungsoptimierte Hiebsmaßnahmen auch ein Schulungskonzept für die Anwendung in der Praxis. Des Weiteren erarbeitet das Projektteam eine Fallstudie zur Information der Öffentlichkeit über Einsätze zur Holzernte und setzt die Erkenntnisse daraus in einer Online-Plattform um. 
Das Projekt wird die aktuelle Ausstattung von Hard- und Softwarekomponenten, deren Kompatibilität und Schnittstellentauglichkeit aufnehmen, bewerten und gemeinsam mit beteiligten Lohnunternehmern, Maschinenherstellern und ForstBW Empfehlungen für eine effiziente digitalisierte Wertschöpfungskette vom Baum zum Polter darstellen. In einem Vergleich zwischen Simulation und Praxiseinsatz werden Potenziale hinsichtlich Zeit, Erlösen, Kosten und Informationen deutlich herausgestellt.
Das Vorhaben wurde im Rahmen der Digitalisierungsoffensive „digital@bw“ gefördert.

Kunstharzmodifiziertes Holz und Wechselbünde für Gitarren-Griffbretter [KMH-WB] mehrweniger

Logo:"Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages"; Logo: "ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand"

Projektträger:

AiF Projekt GmbH – ZIM Kooperationsprojekte des BMWi

Laufzeit:

01.10.2019 bis 28.02.2022

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Marcus Müller

Projektpartner:

Reinhardt GmbH, Tübingen
DMT creaktiv GmbH, Lauterbach

Projektmitarbeiter/innen:

B. Sc. Christina Zwanger

Beschreibung:

Griffbretter werden in Zupfinstrumenten eingesetzt und erfüllen im Wesentlichen zwei Funktionen: Zum einen überträgt das Griffbrett die durch die Saite erzeugten Schwingungen auf den Korpus, wo sie verstärkt und abgestrahlt werden. Zum anderen erfüllt das Griffbrett mechanische und funktionale Anforderungen. Das verwendete Material für Griffbretter sollte somit den oben genannten Anforderungen genügen. Auch die Haptik und Optik spielen bei der Materialauswahl für Griffbretter eine entscheidende Rolle.
Bisher eingesetzte Materialien, insbesondere bei Gitarrengriffbrettern, sind vor allem Tropenhölzer, wie Grenadill (Dalbergia melanoxylon Roxb.) oder Ind. Palisander (Dalbergia latifolia). Der Handel dieser Holzarten wurde durch die Aufnahme in das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) deutlich eingeschränkt. Zudem ist eine steigende Nachfrage nach tropenholzfreien Instrumenten am Markt zu bemerken. Aus diesen Gründen wird an einer Alternative geforscht, um auch heimische Holzarten in Gitarren-Griffbrettern einsetzen zu können.

Die heimischen Holzarten Buche, Birke und Ahorn sollen mit verschiedenen Harzsystemen modifiziert werden, um so die erforderlichen Eigenschaften, wie Dimensionsstabilität, eine hohe Dichte, ausreichende Härte und Steifigkeit zu erreichen. Um auch den optischen Eigenschaften gerecht zu werden, werden die Hölzer zudem farblich verändert.
Durch die Holzmodifizierung ergeben sich neue Oberflächeneigenschaften, die ein anderes Verklebungs- und Lacksystem erforderlich machen. Diese werden auch im Zuge dieses Projekts entwickelt.
Ein Austausch der Bünde in den Griffbrettern ist bisher nicht möglich ohne das Griffbrett zu beschädigen. Eine weitere Aufgabe innerhalb des Projekts wird es daher sein, ein System zu entwickeln, das einen zerstörungsfreien Austausch der Bünde ermöglicht.
Bei allen Optimierungsmaßnahmen soll die Auswirkung auf die klangliche Qualität des Instruments nicht außer Acht gelassen werden. Diese wird ebenfalls durch subjektive und objektive Bewertung überwacht.

Folgende Ziele werden mit dem Projekt verfolgt

  • Entwicklung einer Holzmodifizierung, die heimische Holzarten als Alternative für den Einsatz in Gitarren-Griffbrettern ermöglicht
  • Entwicklung einer Verklebung und Lackierung, welche eine entsprechende Verbindung mit der modifizierten Holzoberfläche eingehen.
  • Entwicklung eines Systems von Wechsel-Bünden und eines dafür passenden Materials, das einen zerstörungsfreien Austausch der Bünde gewährleistet

Baden-Württembergisch-Ukrainische Forstkooperation - zur Überwindung (alter) Grenzen und Lösung gemeinsamer Zukunftsaufgaben [BWU-FOKO] mehrweniger

Logos: Baden-Württemberg STIPENDIUM; Baden-Württemberg Stiftung

Projektträger:

Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus, ein Programm der Baden-Württemberg Stiftung

Über das Baden-Württemberg-STIPENDIUM
Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM fördert den internationalen Austausch von qualifizierten Studierenden und jungen Berufstätigen. Seit 2001 konnten über 20.000 junge Menschen aus Baden-Württemberg Auslandserfahrungen sammeln bzw. junge Menschen aus dem Ausland konnten einige Zeit in Baden-Württemberg verbringen. Jedes Jahr werden rund 1.500 Stipendien im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs vergeben. www.bw-stipendium.de 

Das Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus
Mit dem Programm BWS plus unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. Das mit jährlich ca. 1,2 Million Euro dotierte Programm wurde 2011 zum ersten Mal ausgeschrieben. Seitdem wurden mehr als 70 BWS plus-Projekte an baden-württembergischen Hochschulen unterstützt.

Die Baden-Württemberg Stiftung
Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger. www.bwstiftung.de 

Laufzeit:

01.09.2018 – 31.08.2021

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian Kaiser

Projektpartner:

Nationale Forsttechnische Universität der Ukraine in Lviv/Ukraine

Projektmitarbeiter/innen:

Dipl.-Geogr. Ute Junger

Beschreibung:

Die Waldregionen der West-Ukraine und Baden-Württembergs sind trotz des unterschiedlichen Klimas standortsökologisch verwandt und Umwelteinflüsse wie Schadstoffeinträge und Klimaveränderung sind vergleichbar. Die Hochschule für Forstwirtschaft (HFR) ist zu vielen aktuellen Fragen der Forstwirtschaft, der Forst- und Klimapolitik sowie zur perspektivischen Bedeutung der (Wald-)Biomasse für „Energiewende“-Konzepte mit Partnerhochschulen anderer Länder eng verbunden. In diesem Netzwerk fanden sich bislang nur wenige Partner mit Kompetenzen zu analogen Arbeiten im wichtigen borealen Nadelwaldgürtel in Nordost-Europa, dessen Bedeutung für das Weltklima ähnlich groß eingeschätzt wird, wie das der tropischen Regenwälder. Diese Lücke soll seit einem Jahr durch eine Kooperation mit der Nationalen Forsttechnischen Universität der Ukraine in Lviv in der Westukraine teilweise geschlossen und über dieses Vorhaben beschleunigt ausgebaut sowie die Integration junger Kolleginnen und Kollegen und Studierender zukunftsfähig gestärkt werden.
Baden-Württemberg und die West-Ukraine gehörten bis in das 20. Jahrhundert hinein nicht zu den wirtschaftlich bedeutendsten Regionen ihrer Länder, haben sich aber in den vergangenen rd. 100 Jahren jeweils dazu entwickelt und tragen damit eine ganz besondere Verantwortung für den Erhalt und die Zukunftsfähigkeit der Wälder. In der Ukraine umso mehr, als die dortige wirtschaftspolitische Rückbesinnung auf die Ressource Holz eine der Kompensationsstrategien für erhebliche Ausfälle anderer Wirtschaftszweige und Branchen in Folge der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl (1986) und der politischen Instabilitäten der vergangenen 15 Jahre („Orange Revolution“ 2004, „Euromaidan“ 2013 und Annexion der Krim 2014) ist. Hinzu kommt die klimapolitische Bedeutung der ukrainischen Nadelwälder. In beiden Waldregionen wird aufgrund des Klimawandels und durch erhebliche Stoffeinträge aus der Luft jedoch immer deutlicher, dass die heutigen waldbaulichen Konzepte und „Brotbäume“ der Holzwirtschaft überdacht, neu definiert, angepasst und weiterentwickelt werden müssen. Die Aufgabe und Verantwortung für die Entwicklung solcher Anpassungskonzepte liegen in der Ukraine und in Baden-Württemberg zu einem hohen Maße bei den Universitäten und Hochschulen mit forstwissenschaftlicher Forschung und forstwirtschaftlichen Studienangeboten. Sowohl die Forstwissenschaftler der Nationalen Forsttechnischen Universität in Lviv, als auch die Professorinnen und Professoren der HFR arbeiten an Anpassungsstrategien, an zukunftsfähigen Konzepten einer nachhaltigen Waldnutzung unter veränderten Bedingungen sowie an der ständigen Entwicklung ihrer Studiengänge im Kontext einer modernen Forstwirtschaft. Deshalb haben sich die Universität Lviv und die HFR im Dezember 2016 zu einer Kooperation entschlossen, die ihre Kompetenzen in der Forschung, der Lehre sowie in der Hochschulleitung und der strategischen Ausrichtung ihrer Studiengänge synergetisch bündeln soll. Dabei sollen auch „forstnahe“ Fachbereiche wie die energetische Nutzung der Waldbiomasse, die Säge- und Holztechnologie, die Materialforschung sowie die Entwicklung und Stärkung ländlicher Räume in den Fokus der Zusammenarbeit rücken.
Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Ukraine sowie ihrer ständigen Bedrohung durch militärische und politische Repressalien anderer Länder ist die bisherige Kooperation deutlich „asymmetrisch“. Im Interesse einer beschleunigten und deutlicher gegenseitigen Förderung der Kooperation soll durch dieses Vorhaben versucht werden, auch solche Akteurs- und Statusgruppen in die Zusammenarbeit einzubeziehen, deren Impuls aufgrund materieller und rechtlicher Einschränkungen sonst kaum berücksichtigt werden könnten (Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulverwaltungen). Das Projekt ist der innovative Versuch, eine bereits angestoßene fachliche Zusammenarbeit der HFR mit der Universität Lviv auch dazu zu nutzen, belastbare Erkenntnisse dazu gewinnen, wie die Internationalität der beteiligten Hochschulen gezielt gestärkt werden kann. Das Vorhaben kann auf langjährigen Beziehungen zwischen Forstleuten beider Länder aufsetzen und integriert deren Aktivitäten zum Teil in das Mobilitätspaket des Projekts.

Entwicklung einer Richtlinie für Konstruktionen in Holzbauweise in den GK 4 und 5 gemäß der LBO BW [HolzbauRLBW] mehrweniger

Logos: Europäische Union, EFRE, Baden-Württemberg

Projektträger:

Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR BW)

Laufzeit:

01.11.2016 – 31.12.2019

Projektleitung:

Prof. Dipl.-Ing. Ludger Dederich

Projektpartner:

Hochschule Magdeburg Stendal
Technische Universität München

Projektmitarbeiter:

Dipl.-Ing. (FH) Norbert Rüther
M. Sc. Patrick Sudhoff

Projektbeschreibung:

Aus gestalterischen und bauphysikalischen Gründen und nicht zuletzt aus den Bestrebungen zum nachhaltigen Bauen nimmt die Nachfrage und der Einsatz von Konstruktionen aus biogenen Baustoffen unter besonderer Berücksichtigung des Leitbaustoffs Holz im Wohnungsbau, aber auch in repräsentativen Veranstaltungs-, Zweck- und Industriebauten kontinuierlich zu.

Der Anwendung standen und stehen jedoch zahlreiche bauaufsichtliche Brandschutzanforderungen entgegen. Diese Hemmnisse für den vermehrten Einsatz des Holzbaus sind zum Teil in der Brennbarkeit begründet, basieren zudem in erheblichem Umfang nur auf historisch gewachsenen Anforderungen, die mit dem modernen Holzbau nicht viel gemein haben und dessen Leistungsfähigkeit in nur geringem Umfang Rechnung tragen.

Mit dem Beschluss des baden-württembergischen Landtages vom 5. November 2014 zur Änderung der Landesbauordnung (LBO B-W) und deren in Kraft treten zum 1. März 2015 wurde ein bedeutender politischer Schritt im Sinne des im Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung formulierten Ziels der kontinuierlichen Steigerung des Anteils von Holz im Bauwesen und dem dazu notwendigen Abbau von Hemmnissen für den Einsatz von Holz vollzogen. Baden-Württemberg nimmt damit im bundesweiten Vergleich eine Sonderstellung ein.

So sind in Baden-Württemberg regelkonform Bauvorhaben in Holzbauweise bis zur Hochhausgrenze möglich. Vor diesem Hintergrund bedarf es zur Planung und Umsetzung entsprechender Bauvorhaben jedoch einer Richtlinie hinsichtlich bewerteter Bauteile bzw. insbesondere geeigneter Bauteilanschlüsse mit dem Fokus auf deren Bewertung hinsichtlich des Raumabschlusses. Daher werden im Vorhaben HolzbauRLBW in enger Abstimmung mit der Obersten Bauaufsicht des Landes Baden-Württemberg vorrangig praxisübliche Bauteilanschlüsse hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit im Sinne der LBO B-W 2015 bewertet, ggfs. weiterentwickelt und in einer Richtlinie für alle Betroffenen (d.h. für Planer, Vertreter der Bauaufsicht, Prüfer und Ausführende) anwendungsorientiert aufbereitet, zusammengefasst und die Ergebnisse praxisrelevant vermittelt.

Vorstudie zur Entwicklung eines abbaubaren Verbissschutzes aus nachwachsenden Rohstoffen [WH-hoch²-BW] mehrweniger

Projektträger:

Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Forsten Baden-Württemberg

Laufzeit:

01.08. – 30.11.2018

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Sebastian Hein

Projektpartner:

Biotechnologieunternehmen TECNARO/ www.tecnaro.de 
BIOPRO/ www.bio-pro.de 
Forschungszentrum Hohenstein Institute/ www.hohenstein.de 

Projektmitarbeiter/innen:

Yannic Graf

Beschreibung:

Seit gut 30 Jahren werden in Deutschland und etwa auch in Baden-Württemberg Wuchshüllen zum Schutz von jungen Bäumen vor Wildverbiss, Konkurrenzvegetation aber auch zur Verbesserung des Anwuchses verwendet. Inzwischen existiert in Europa eine fast unüberblickbare Schar von Produkten. Ihr Bauprinzip ist jedoch noch heute gültig: lichtdurchlässige stabile Hohlkammerfolien/ Stegkammerplatten meist aus fossilbasiertem Polypropylen (PP, PE u.a.), die teilweise wiederverwendbar sind oder angeblich im Freien unter der UV-Einwirkung zerfallen. Durch die Verwendung seltener Baumarten im Klimawandel, den Umbau von Nadelbaumbeständen, die schnelle und kostengünstigere Begründung von Forstkulturen nach Sturmereignissen werden Wuchshüllen weiter an Bedeutung gewinnen.

Die Anforderungen an Hüllentypen sind vielfältig: Wuchshüllen sollten doppelwandig sein, um die zuweilen heißen äußeren Schutzwände von den empfindlichen Blättern fernzuhalten (Gefahr des Abwelkens). Der obere Rand von Wuchshüllen sollte nach außen gebogen sein, damit sich die herauswachsenden Triebe sowie das Stammholz bei Windbewegungen nicht abscheuern. In wenig belichteten Verhältnissen, z.B. unter Schirm sind transparente Wuchshüllen oder offene Gitterhüllen sinnvoll, usw. Der Aufbau, aber besonders der (manuelle) Abbau ist jedoch kostspielig und zudem bislang unter den organisatorischen Bedingungen der Forstbetriebe nicht zufriedenstellend gelöst. Zahlreiche Hüllen befinden sich zudem obwohl sie ihren ursprünglichen Zweck erfüllt haben – in unbekannter Menge unverrottet im Wald.

Vor allem jedoch gibt es bislang keine Wuchshüllen, die sowohl in Waldbedingungen biologisch abbaubar sind, als auch auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, und zudem im Verhalten im Labor und unter realen Waldbedingungen einer eingehenden Prüfung unterzogen wurden und klassischen Plastikhüllen funktional ebenbürtig sind. In dieser Vorstudie soll die Neuentwicklung eines Werkstoffs erfolgen, der unter Waldbedingungen biologisch (1) abbaubar ist und der aus nachwachsenden Rohstoffen (2) hergestellt wurde, vgl. Akronym).

Treeshelters have been used for the past 30 years in Germany and Baden-Württemberg to protect young trees of deer browsing and competing plants but also in order to help plants establish themselves. Meanwhile there is an unforeseeable amount of treeshelter products in Europe. However the design of treeshelters has stayed the same: a transparent and stable twin-walled foil made of fossil-based polypropylene (pp, pe et al), that is partially reusable or claims to degrade when placed outside under the influence of UV radiation. The usage of uncommon tree species due to climate change, the conversion of conifer stands and the fast and cheap establishment of silvicultures after storms will increase the importance of treeshelters in the future.

The requirements of various types of treeshelters are diverse: They should be twin-walled in order to protect the leaves from the sometimes hot outer wall that can cause wilting of the leaves. The upper edge should bend to the outside in order to protect the outgrowing tree of damages caused by wind movements. In less exposed conditions such as closed stands, transparent or open mesh tubes are reasonable. The process of setting up and especially the (manual) removal of treeshelters is very expensive and currently remains unsatisfactory because of the organizational conditions of the forest management. Numerous shelters that have fulfilled their purpose are still located in the forest to an unknown amount.

Above all, there is currently no treeshelter that is biodegradable in forest conditions, is made of renewable resources, reaches all the functions of traditional treeshelters and has been tested under laboratory and forest conditions. The goal in this preliminary study is to propose a new development of a material, which will be biodegradable under forest conditions (1) and is made of renewable resources (2).

Link:

https://www.researchgate.net/project/Treeshelters 

Drohnengestützte Detektion phytophager Forstschädlinge mittels Electronic Nose [PROTECTFOREST] mehrweniger

Logos: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Projektträger:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

Laufzeit:

01.11.2018 – 31.10.2020

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Stefan Pelz

Projektpartner:

Cadmic GmbH, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Georg-August-Universität Göttingen

Projektmitarbeiter/innen:

Dr. Sebastian Paczkowski
Dr. Marta Paczkowska

Beschreibung:

Im Rahmen des Projektes PROTECTFOREST wird ein Halbleitergassensor-Prototyp entwickelt und kalibriert, der es erlaubt mit Hilfe einer Drohne Borkenkäferbefall im Frühstadium durch die Detektion von Monoterpenen aufzuklären. Dabei wird zunächst ein Samplingsystem entwickelt und auf einer angepassten Drohnenplattform montiert. Mit Hilfe dieses Samplingsystems soll die Emission über dem Kronenraum eines befallenen Bestandes untersucht werden, um die kalkulierte Übereinstimmung von Emissionsstärke des befallenen Baumes mit der Sensitivität des Sensors experimentell zu bestätigen. Aus den Ergebnissen leiten sich Anforderungen an das Sensorsystem ab, wie z.B. Quellstärke der Monoterpene (Temperatur) und Verdünnungsfaktoren (Wind), die wiederum maßgeblich für die Entwicklung der Drohnenplattform sind. Die detektierten Emissionsraten werden dann mit der bekannten Befallssituation korreliert und so ein Algorithmus entwickelt, der auf der Basis von Umgebungsparametern und detektierter Monoterpenkonzentration eine Aussage über unbekannte Befallssituationen ermöglicht. Es wird zudem eine direkte Einspeisung der Daten in das WorldWideWeb umgesetzt. Die Daten werden in Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Forstpraxis zu 1) einer Risikoeinschätzung für den Bestand und 2) zu Handlungsempfehlungen für das Forstmanagement im Sinne eines Industrie-4.0-Ansatzes verarbeitet. Dabei können weitere Daten, wie z.B. langfristige Klimadaten oder die Bundeswaldinventuren, in die webbasierte Auswertung mit eingebunden werden. Ziel des Projektes ist die online verfügbare und auf die forstliche Anwendung hin interpretierte Befallssituation des Bestandes, die über eine neuartige technische Innovation (drohnengestützter Halbleitergassensor) effizient detektiert wird. Erste Vorergebnisse belegen die technische Machbarkeit des Vorhabens.

Link:

Nachhaltige Waldwirtschaft zur Förderung von Lichtwaldarten unter besonderer Berücksichtigung des Blauschwarzen Eisvogels Limenitis reducta [lichtwald] mehrweniger

Schmetterling: Blauschwarzen Eisvogels Limenitis reducta

Sustainable forest management to promote butterfly species of light woodland especially the Southern white admiral Limenitis reducta

Projektträger:

Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Laufzeit:

01.04.2019 – 31.03.2022

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Thomas Gottschalk, Prof. Dr. Artur Petkau

Projektpartner:

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Landratsamt Alb-Donau-Kreis, Stadt Blaubeuren, Stadt Schelklingen, Freiherr von Freyberg GbR

Projektmitarbeiter/innen:

Heiko Hinneberg, Amanda Frommherz

Beschreibung: 

In Deutschland sind eine Vielzahl an Arten auf lichte Lebensräume im Wald angewiesen und extrem gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Lichte Lebensräume sind in bewirtschafteten Wäldern in Deutschland unterrepräsentiert. Der Blauschwarze Eisvogel ist eine in Deutschland vom Aussterben bedrohte Lichtwaldart, die aktuell nur noch auf wenigen Standorten auf der Schwäbischen Alb anzutreffen ist. Im Rahmen des Projektes wird am Beispiel der Tagfalter auf ausgewählten Flächen aufgezeigt, welche Pflege- und Schutzmaßnahmen ökologisch erfolgversprechend und zum anderen ökonomisch sinnvoll umsetzbar sind. Ziel ist es dabei ein modellhaftes Managementkonzept zum langfristigen Erhalt überlebensfähiger Metapopulationen zu entwickeln, das auf andere Gebiete übertragen werden kann. Für den Blauschwarzen Eisvogel und weitere Lichtwaldarten soll im Rahmen des Projektes erstmalig der Erfolg der Maßnahmen wissenschaftlich begleitend untersucht und Erkenntnisse zur Habitatwahl und zur Ökologie gewonnen werden. Diese Erkenntnisse können einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung einer Lichtwaldkonzeption in Baden-Württemberg leisten.

Holzbauinitiative Baden-Württemberg – Stärken stärken und Erfolgsstrategien auch in Zukunft sichern [HobaInBW] mehrweniger

Logos: Europäische Union, EFRE, Baden-Württemberg

Initiative for Timber Construction – Strengthening Strengths and Securing Success Strategies for the Future

Projektträger:

Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE); Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

Laufzeit:

01.01.2018 – 31.12.2019

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Bertil Burian

Projektmitarbeiter/innen:

B.Sc. Thilo Frisch

Beschreibung:

Das Cluster Forst und Holz ist ein wichtiger Leistungsträger für die Volks- und Regionalwirtschaft Baden-Württembergs und den landesweiten Klimaschutz. Im Holzbau werden die größten Mengen verschiedenster Holzprodukte verwendet, die zudem oft aus der Region stammen. Mit einer Förderung des Holzbaus wird nicht nur die nachhaltige stoffliche Nutzung und damit der Klimaschutz forciert, sondern auch die regionale Wertschöpfungskette gefördert und dadurch das Cluster Forst und Holz gestärkt.
Die Entwicklung von Konzepten zur Förderung des Holzbaus ist aus unterschiedlichen Gründen dringlich: Klimaschutz, demographischer Wandel, Landflucht, zunehmende Wohnraumverknappung in Städten sind nur einige Beispiele für die zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Vor diesem Hintergrund sollen im Rahmen des vorliegenden Projektes entscheidungsrelevante und strategische Informationen gesammelt, verarbeitet und als Ergebnisse präsentiert werden, um die Förderung des Holzbaus proaktiv zu forcieren.
Dazu werden folgende Fragestellungen bearbeitet:

  1. Identifizierung von Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Verwendung von Holz als Baustoff
  2. Analyse und Stärkung zielgerichteter Regionalwirtschaftsansätze, die zur Förderung des Holzbaus geeignet sind
  3. Exemplarische Darstellung innovativer Holzverwendung im urbanen Bereich am Beispiel von Gebäudeaufstockungen

The cluster forestry and wood is an important service provider for the national and regional economy of Baden-Württemberg and the nationwide climate protection. The largest quantities of different wood products are used in timber constructions, which also often come from the region. The promotion of timber construction supports not only the sustainable use of materials and consequently climate protection but mainly the regional value chain. This promotes the entire cluster forestry and timber industry.
The development of concepts for the promotion of timber construction is urgent for a variety of reasons: climate protection, demographic change, increasing housing shortages in cities are only some of the key socio-political challenges of our time. Against this background, decision-relevant and strategic information is to be collected, processed and presented as results in order to pro-actively promote the promotion of timber construction.
The following questions will be addressed:

  1. Identification of challenges and success factors in the use of wood as a building material
  2. Analyzing and strengthening of regional economic approaches suitable for promoting timber construction
  3. Exemplary presentation of innovative use of wood in urban areas using the example of addition of stories 

Academic Dialog: Black Forest - Green Thasos: How to Restore & Green after Large Natural Desasters? mehrweniger

Projektträger:

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Laufzeit:

01.01.2018 bis 31.12.2018

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Sebastian Hein

Projektpartner:

Aristotle University Thessaloniki

Projektmitarbeiter/innen:

Prof. Hein & Prof. Zagas; Prof. Schäffer & Prof. Stathis; Prof. Gottschalk & Prof. Theodoropoulos; Prof. Bachinger & Prof. Ragkou

Beschreibung:

Der Klimawandel wird auch für Griechenland schwerwiegende Folgen haben, indem z.B. vermehrt Waldbrände Landschaft und Forstwirtschaft noch stärker als schon bisher beeinflussen werden. Dies wird besonders für die griechischen Inseln (hier: Thasos) gelten; besonders deren Tourismus wird dabei die Folgen zu spüren bekommen.
Großflächige Naturkatastrophen haben in den letzten Jahrzehnten bedeutsame Spuren in Landschaft und Waldbewirtschaftung hinterlassen. Beispielsweise verwüstete im Jahr 1999 der Jahrhundertsturm Lothar große Teile des nördlichen Schwarzwaldes. Vor diesem Hintergrund sollen für beide Regionen in einem Vergleich (Insel Thasos, Schwarzwald) folgende Projektziele bearbeitet werden:

A) Identifikation von Problemen und Herausforderungen durch großflächige natürliche Katastrophen in den Themenbereichen „Waldbau, Erosion, Biodiversität, Tourismus)
B) Diskussion der vorhandenen regionalen Lösungen und ihrer Übertragbarkeit auf die Situation der Vergleichsregion.
C) Entwicklung von Optionen zur Vermeidung und Milderung der Folgen solcher Art von Großereignissen.
D) Ableitung von Empfehlungen für ähnlich betroffene Regionen.

Due to climate change Greece and specifically Greek forests are facing increased wildfires, shaping landscape and its forestry, controlling biodiversity pattern and having a strong impact on tourism development, especially on the Greek islands. Natural catastrophes and disasters also have serious effects on the economic, social and ecological development of regions in Germany. In 1999 for example the once-in-a-hundred-years storm “Lothar” devastated large parts of the forests in southern Germany, damaging specifically the Black Forest.
Against this background in the two target regions (Thasos Island, Black Forest) the following objectives are formulated:

A) Identifying common problems and challenges in coping with natural catastrophes in the two sample regions for the disciplines silviculture, soil-erosion, biodiversity, tourism.
B) Discussing of solutions and their transferability to the sample regions.
C) Developing options for avoiding and coping with such large-scale nature catastrophes
D) Deriving of recommendations in regions affected by natural disasters.

Links:

https://www.hs-rottenburg.net/aktuelles/aktuelle-meldungen/detail/artikel/experten-der-hochschule-fuer-forstwirtschaft-rottenburg-am-neckar-und-der-aristoteles-universitaet-the/ 

Holzbasierte Bioökonomie im gesellschaftlichen Dialog- und Transformationsprozess [HoBiT] mehrweniger

Projektträger:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms "Nachwachsende Rohstoffe" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Laufzeit:

3 Jahre (November 2017 bis Oktober 2020)

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Artur Petkau

Projektpartner:

Eberhard Karls Universität Tübingen, Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Projektmitarbeiter/innen:

B.Sc. Manuel Hafner, Dipl.-Geogr. Jan Springorum

Beschreibung:

Das Forschungsprojekt HoBiT will mit der Analyse von Treibern und Hemmnissen im gesellschaftlichen Transformationsprozess hin zu biobasiertem Wirtschaften einen Beitrag zur wissenschaftlichen Fundierung des Konzeptes Bioökonomie leisten. Untersucht werden mit qualitativen Methoden Konflikt- und Entscheidungspunkte unter Einbeziehung relevanter gesellschaftlicher Gruppen und Schlüsselakteure in ausgewählten Fallregionen. In der Bioökonomieforschung geht es im Kern um nachhaltiges biobasiertes Wirtschaften, bei dem Klimaschutz und Energiewende eine wesentliche Rolle spielen. Die Bundesrepublik Deutschland gibt damit den Strukturwandel hin zu einer biobasierten Wirtschaftsweise vor, um die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu mindern, den CO²-Ausstoß zu reduzieren und die Wertschöpfung, insbesondere im ländlichen Raum, zu erhöhen. Der Wald als CO²-Senke und Produzent des klimaneutralen und nachwachsenden Rohstoffes Holz leistet schon heute einen großen Beitrag zum Erreichen der klimapolitischen Ziele in Deutschland. Mit und parallel zur steigenden Bedeutung der Bioökonomie sind gesellschaftliche und privatwirtschaftliche Ansprüche an Wälder vielfältiger geworden und gestiegen. Neben eine traditionelle Nutzung – als Rohstofflieferant für volks- und betriebswirtschaftlichen Nutzen durch die Holzwirtschaft – ist auch ein steigendes (Wald-) Bewusstsein für die Bedeutung ökologischer und sozialer Funktionen intakter Waldökosysteme getreten (Ökosystemleistungen). Den dadurch entstehenden Konflikten zwischen verschiedenen Nutzungsformen und Zielsetzungen im Dialog zu begegnen wird in einer zunehmend urbanisierten Gesellschaft immer wichtiger. Holz und holzhaltige Produkte spielen im gesellschaftlichen Transfer Deutschlands zu biobasiertem Wirtschaften eine große Rolle. Ein bedeutender gesellschaftlicher Transfer wird aber nur gelingen, wenn einerseits für diesen Transfer ein breiter gesellschaftlicher Konsens herrscht und andererseits gesellschaftliche Ansprüche im Transfer umfassend berücksichtigt werden (Gegenstromprinzip). Ob und wie das Holzpotenzial in einer Region genutzt wird, ist nicht nur eine Frage von naturräumlichen und technischen Möglichkeiten und ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Es ist vielmehr auch eine Frage, deren Beantwortung Einstellungen, Werte und das (Entscheidungs-)Verhalten von (Schlüssel-)AkteurInnen einbezieht. Wenn Bioökonomie nicht nur eine (Markt- und gesellschaftliche) Nische einnehmen, sondern wirtschaftsraumprägend sein soll, müssen typische Schlüsselakteure erkannt und ihr Verhalten verstanden werden und alle die Bioökonomie betreffenden gesellschaftlichen treibenden und hemmenden Faktoren mit ihren Wirkungsweisen und Interdependenzen erkannt und im gesellschaftlichen Transfer gezielt beachtet werden. Die Wirkung der hemmenden und treibenden Faktoren wird besonders in Konflikt- und Entscheidungssituationen deutlich. Solche „neuralgischen“ Konflikt- oder Entscheidungspunkte der Entwicklungslinie und dazu gehörende Treiber und Hemmnisse mit ihren Wirkungen auf holzbasierte Bioökonomie stehen im Fokus dieses Forschungsvorhabens. Typische Konfliktpunkte sind z. B.:

  • Schlachthausparadoxon: Bäume und Holz sind gesellschaftlich positiv und Holzernte und Rohholzbereitstellung negativ besetzt
  • Zielkonflikte der Multifunktionalität der Waldwirtschaft: Stilllegung vs. Nutzung, Integration vs. Segregation, etc.
  • Governance: staatliche Lenkung vs. Liberalisierung
  • Konkurrenz: stoffliche vs. energetische Nutzung von Dendromasse
  • Urbanisierung: verminderter Bezug zur und Akzeptanz der Urproduktion
  • Verfügungsrechte: Privateigentum vs. Gemeinwohl
  • Rohholzmobilisierung: Mehrnutzungspotentiale im Privatwald sind vorhanden, die Mobilisierung aber ist nur begrenzt möglich.

Zu vorgenannten Beispielen gibt es eine große Anzahl von Untersuchungen, die allerdings jeweils nur partiell den jeweiligen Konflikt betrachten. In der Realität treten diese Konflikte aber gleichzeitig, nebeneinander und sich überlagernd auf. Ziel dieses Vorhabens ist es, Schlüsselakteure zu erkennen, ihr Verhalten zu analysieren und alle relevanten Treiber und Hemmnisse im gesellschaftlichen Transformationsprozess zu holzbasierter Bioökonomie und ihre, auch wechselseitigen, Wirkungen zu erfassen und zu analysieren. Kaleidoskopartig soll durch die unterschiedlichen Fokussierungen in Fallregionen ein Gesamtbild entstehen, das Entwicklungen der holzbasierten Bioökonomie aufzeigt und Verantwortlichen in Regierungen, Verwaltungen, Unternehmen, bürgerlichen Interessensgruppen und ihren Netzwerken hilft, diese Transformationsprozesse strategisch zu gestalten.

Strategische Waldkooperationen mit Japan: Entwicklung zukunftsfähiger Handlungsfelder für Waldwissenschaft, Regionalentwicklung & Energie [KoWald2-Japan] mehrweniger

Strategic Cooperation in Forestry with Japan: Development of sustainable settings for Forest Sciences, Regional Development and Renewable Energies [KoWald2-Japan]

Projektträger:

Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg

Laufzeit:

01.01.2016 – 31.12.2019

Projektverantwortung:

  • Prof. Dr. Sebastian Hein,
  • Prof. Dr. Bastian Kaiser

Projektpartner:

Präfektur Gifu

Projektmitarbeiter/innen:

Dipl. Regionalwissenschaftler Christoph End (MBA)

Beschreibung:

Ausgehend vom Erfolg des “KoWald1-Japan“ werden im Folgeprojekt „KoWald2“ die folgenden vier Handlungsfelder bearbeitet:

A) Forschung: Es werden gemeinsam themenbezogene Forschungsprojekte beantragt und der Austausch von Wissenschaftlern ermöglicht als wissenschaftlicher Beitrag zur Entwicklung einer Nachhalts- und Wissensgesellschaft in den Themengebieten Waldwissenschaft, Regionalentwicklung und erneuerbare Energie.

B) Curriculare Entwicklung: es werden gemeinsame und innovative Formate für binationale Lehrveranstaltungen entwickelt und die Mobilität von Studierenden und Professoren gefördert als Basis des gesellschaftlich-ökologischen Wandels in beiden Industrieländern.

C) Fort- & Weiterbildung: Die Hochschulen nutzen den intensiven Austausch zwischen beiden Ländern zur Entwicklung eigenständiger Angebote für professionelle akademische Bildung als Beitrag zur Entwicklung einer Wissensgesellschaft in Japan und Deutschland. Dabei gelingt die Integration von akademischer Erstbildung, unternehmerischer Fort- & Weiterbildung und Diskussionsforen zur hoheitlichen Zusammenarbeit mit staatlichen Forstverwaltungen/ -betrieben.

D) Öffentlichkeit: das Engagement beider Partnerländer wird deutlich durch Begleitung des Transformationsprozesses in wissenschaftlichen Gremien, durch die Unterstützung und Ermöglichung durch prominente politische Vertreter in fachlicher Zuständigkeit durch Aktivitäten in Presse und fachlichen Verbänden. Dabei soll besonders den das Projekt initiierenden politischen Vertretern eine fachliche Plattform erarbeitet werden.

Based on the success of „KoWald1-Japan“ the follow up project „KoWald2“ focusses on the following four objectives:

A) Research: Topic related joint research proposals will be handed in as well as exchange of researchers as a scientific contribution to the development of a sustainable and science oriented society within the fields of Forest Sciences, Regional Development and renewable Energies.

B) Curricular Development: Binational seminars and courses will be developed mutually and mobility of students and teaching staff will be supported as the basement of changes in the socio-environmental society of both nations.

C) Further education: The Universities will use the intense exchange between the both countries to develop independent offers for a professional academic education as contribution to the development of a science based Society in Japan and Germany. Integration of academic education, advanced training for professionals and discussion panels will be implemented in order to build a bridge to state forest services and administration.

D) Publicity: Both countries activities will be visible by participating in scientific committees and will be supported by political leaders within their responsibilities by bringing action into daily press and also professional associations. Such publicity shall create a professional stage especially for the political decision takes endorsing this project continuously.

Entwicklung eines leichten Sicherheitsschuhs für grüne Berufe mit einem innovativen Verbundschutzsystem [FOOT-SAFE] mehrweniger

Logos: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand, FOOT SAFE

Projektträger:

AiF Projekt GmbH – ZIM Kooperationsprojekte des BMWi

Laufzeit:

01.08.2016 bis 31.12.2018

Projektverantwortung:

Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, Prof. Dr. Dirk Wolff

Projektpartner:

  • Buck GmbH & Co. KG, Bondorf
  • Reck & Sohn GmbH, Hohentengen

Projektmitarbeiter/innen:

  • M.Sc./Dipl.-Ing. (FH) Stephanie Kerger
  • Dipl.-Ing./Dipl.-Jour. Dorit Ohlau

Beschreibung:

Entwicklung eines leichten Sicherheitsschuhs für grüne Berufe mit einem innovativen Verbundschutzsystem Der Sicherheitsschuh mit FOOT-SAFE wird aus Sicherheits- und Komfortelementen bestehen, die die Vorgaben der jeweiligen DIN EN für Sicherheitsschuhe und Schnittschutzstiefel erfüllen. Die angestrebte prioritäre Funktion ist somit die bisher noch nicht erreichte Verbindung einzelner Elemente zu einem schnittfesten, komfortablen Sicherheitsschuh. Hierdurch werden Sicherheitslücken, wie sie bei derzeit auf dem Markt befindlichen Schuhen häufig an den Schnittstellen der Sicherheitskomponenten bestehen, wirksam vermieden.

Die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg wird die Messung und Prüfung, den Nachweis und die Optimierung der Schnittschutztauglichkeit und aller weiterer Sicherheitsanforderungen an den Sicherheitsschuh mit innovativem Verbundschutzsystem auf dem normkonformen Schnittschutzprüfstand der Hochschule durchführen. Im Zuge des Projektmanagements organisiert die HFR Praxistests und etabliert eine Prüfanlage für Zehenschutzkappen und durchtrittsichere Sohlen von Schutz- und Sicherheitsschuhen. Der Praxispartner Buck GmbH & Co. KG entwickelt ein technischen Verbundmaterial aus Metall oder Kunststoff, das als Verbundschutzsystem die drei Sicherheitselemente Zehenkappe, Schnittschutzeinlage und durchtrittsichere Sohle vereint, den geforderten Belastungen der DIN auf einem normkonformen Prüfstand widersteht und zu einem leichten Schuh weiterverarbeitet werden kann. Die technische und gestalterische Konzeption dieses Sicherheitsschuhs mit innovativem Verbundschutzsystem sowie die handwerkliche Herstellung bis zum Stadium eines Prototypen leistet der Praxispartner Reck & Sohn GmbH.

Verwendung von schwachem Laubholz für die Produktion von Brettsperrholz [BSP-Laub] mehrweniger

Logos: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

PROJEKTTRÄGER:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms "Nachwachsende Rohstoffe" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

LAUFZEIT:

3 Jahre (01.07.2016 bis 30.06.2019)

PROJEKTVERANTWORTUNG:

Prof. Dr. Bertil Burian und Prof. Dr. Marcus Müller

PROJEKTMITARBEITERIN:

M.Sc. Sabrina Puttmann

BESCHREIBUNG:

Als Folge des naturnahen und standortangepassten Waldbaus kommt es in Deutschland seit einigen Jahren zu einem starken Anstieg der Laubholzvorräte. Der Anteil der stofflichen Nutzung von Laubholz sinkt jedoch stetig. Ein großer Anteil des Laubholzaufkommens, insbesondere schwächere Holzdimensionen und qualitativ minderes Holz, wird der energetischen Nutzung zugeführt, bei der die im Holz gespeicherten CO2-Anteile wieder freigesetzt werden. Doch gerade die minderen Holzqualitäten und schwächeren Holzdimensionen fallen heute und in Zukunft in großen Mengen an. Eine Ausweitung des stofflichen Nutzungspotentials von Laubholz ist daher dringend erforderlich, um einerseits volkswirtschaftlich eine höchstmögliche Wertschöpfung aus dem Rohstoff Holz zu erzielen und andererseits einen positiven Beitrag zum Klimaschutz durch die langfristige Bindung des CO2 in Holzprodukten zu leisten.

Das Projektvorhaben wird der aktuellen Brisanz des hohen Laubholzaufkommens gerecht, da durch eine mögliche Anwendung als Brettsperrholz eine neue stoffliche und konstruktive Verwendung, insbesondere des Buchenholzes, angestrebt wird. Laubholzarten, wie die Buche, zeichnen sich durch sehr hohe mechanische Eigenschaften aus, besitzen jedoch eine sehr geringe Dimensionsstabilität. Eine Verwendung als Konstruktionsmaterial war daher bislang nicht, oder nur sehr eingeschränkt, möglich. Um die Eigenschaften der Laubhölzer im Hinblick auf das Quell- und Schwindverhalten zu optimieren, werden in diesem Projekt verschiedene Verfahren der Holzmodifizierung eingesetzt. In Verbindung mit einer gezielten Verklebung soll so das Buchenholz den Anforderungen einer BSP-Wand gerecht werden und den Weg in die konstruktive Verwendung finden.

Dieses Projekt soll daher folgende Produktinnovationen ermöglichen:

  • Erhöhung der Dimensionsstabilität von Laub-Schwachholz durch neuartige Holzmodifizierungsverfahren.
  • Die Herstellung von Vollholzwänden, sogenannten Brettsperrholzelementen (BSP), aus Laub-Schwachholz und minderen Holzqualitäten.

Die mitwirkenden Projektpartner vertreten hierbei die gesamte Wertschöpfungskette Holz: Vom Rohstofferzeuger, über den Einschnitt und die Trocknung des Holzes bis hin zur industriellen Fertigung einer Brettsperrholzwand sind alle Produktionsschritte beteiligt.

Chancen der ökologischen Aufwertung und Sickerwasserreduktion bei einer ehemaligen Deponie durch Rekultivierung mit einem niederwaldartigen Bestand [Kupdepo] mehrweniger

Projektträger:

Landkreis Erding

Laufzeit:

2014 - 2017

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Sebastian Hein

Projektmitarbeiter:

Dipl. Ing. (FH) Göran Spangenberg

Beschreibung:

Eine angepasste und geeignet konzipierte Gehölzbepflanzung kann auf Rekulti¬vierungsflächen unterschiedliche Aufgaben erfüllen und maßgeblich zu einer sinnvollen Nachnutzung beitragen. Ziel dieses Projektes ist die Erarbeitung standortspezifischer Empfehlungen für die Etablierung einer ca. 1 ha großen niederwaldartig bewirtschafteten Versuchsfläche auf einer ehemaligen Deponie im Landkreis Erding. Dazu gehören auch die Konzeption der Anpflanzung und die Festlegung von Pflegemaßnahmen. Durch die Gehölze sollen die Fläche ökologisch aufgewertet und die anfallende Sickerwassermenge reduziert werden.

Die Rahmenbedingungen und Vorgaben für die Konzeption sind recht vielfältig und anspruchsvoll. Einige Bespiele verdeutlichen das:

  • Deponietechnische Einrichtungen müssen unbedingt vor Beschädigungen geschützt werden.
  • Die Anpflanzung verschiedener heimischer Baumarten, eine geeignete Flächengestaltung und umweltfreundliche Pflegemaßnahmen sollen die Voraussetzungen schaffen für eine aus naturschutzfachlicher Sicht hohe Wertigkeit der Fläche.
  • Gleichzeitig ist ein sinnvoller Kompromiss hinsichtlich einer wirtschaft-lichen Bewirtschaftung zu finden.
  • Die verwendeten Baumarten müssen aufgrund der teilweisen Kuppenlage mit zeitweiligem Wasserstress auskommen.

Etablierung nachhaltiger Waldwirtschaft auf Flächen des Kleinbesitzes in Paraná/Brasilien durch Gründung Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse und Erschließung neuer Märkte unter Berücksichtigung sozioökonomischer Aspekte des institutionellen Wandels mehrweniger

Projektträger:

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) und Secretaria da Ciência, Tecnologia e Ensino Superior Paraná (SETI)

Laufzeit:

09/15 – 12/17

Projektverantwortung:

  • Prof. Dr. Artur Petkau
  • Prof. Dr. Bastian Kaiser
  • Prof. Dr. Thorsten Beimgraben

Projektpartner:

  • Universidade Estadual do Centro Oeste (UNICENTRO)
  • Umweltinstiut von Paraná ( IAP)
  • EMBRAPA Florestas
  • Projekt „Estradas com Araucárias“

Projektmitarbeiter/innen:

B. Sc. Amanda Frommherz

Beschreibung:

In Brasilien ist eine strikte Trennung zwischen Wirtschafts- und Schutzwäldern üblich. Auf der einen Seite werden im Kurzumtrieb, meist in Monokulturen mit exotischen Baumarten, große Mengen Holz in kurzen Zeiträumen produziert. Die Belastung für die Ökosysteme ist hoch, unter anderem durch Kahlschläge, Düngung und Bodenbearbeitung.
Auf der anderen Seite gibt es jedoch einen sehr hohen Anteil an strikt geschützten Naturwäldern, die nicht genutzt werden und dem Schutz von Flora und Fauna, sowie auch dem Klimaschutz gewidmet sind. Im dicht besiedelten Süden gibt es kaum noch weite Flächen, die mit naturnahen Waldgesellschaften bestockt sind. In der Projektregion ist die natürlich vorkommende Waldgesellschaft die Floresta Ombrófila Mista, Araukarien dominierter Regenwald. Es wird geschätzt, dass nur noch ca. 10 % der ursprünglichen Fläche der Araukarienwälder erhalten ist. Diese sind jedoch zum Großteil degradiert, da in der Vergangenheit gezielt die wertvollen Hölzer ohne eine geregelte Forstwirtschaft entnommen wurden. Immer noch ist der Konkurrenzdruck um eine Nutzung der Flächen für wirtschaftlich ertragsreichere Plantagen oder Landwirtschaft sehr hoch, auch wenn Araukarienwälder von Seiten der brasilianischen Umweltschutzbehörde IBAMA strengen Restriktionen unterliegen, die eine Holznutzung nicht zulassen.
Ein Großteil der noch vorhandenen Waldfragmente ist in privatem Besitz. Gerade im Bereich des bäuerlichen Privatwaldbesitzes führt dies jedoch zu Zielkonflikten, da Naturwald als Einnahmequelle weitestgehend ausfällt. Dies erhöht den Konkurrenzdruck zu anderen Nutzungsarten weiterhin. Eine nachhaltige Nutzung dieser Wälder, die Schutz– und Nutzfunktionen integriert, könnte eine Lösung sowohl für eine Steigerung des bäuerlichen Einkommens als auch für den Schutz der verbliebenen Wälder sein.

Das Projekt hat zum Ziel:

  1. Konzepte für eine nachhaltige Nutzung der Naturwälder zu entwickeln, in denen auch die Nutzung von Araukarienholz vorgesehen ist und deren Auswirkungen auf die Wälder zu testen
  2. Den Kleinbauern unter den gegebenen Umständen ermöglichen unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften Einnahmen aus ihrem Naturwald zu gewinnen.
  3. Auswirkungen der restriktiven Gesetze auf das Umwelthandeln der Kleinbauern zu identifizieren und Handlungsvorschläge für die Politik zu erarbeiten

Am Projekt nehmen 36 Kleinbauern teil, die in ihren Wäldern Maßnahmen des Projektes umsetzen wollen. Im bisherigen Projektverlauf wurden die Grundstücke der teilnehmenden Kleinbauern kartographiert, alle Naturwälder vollständig inventarisiert und klassifiziert und auf Grundlage dieser Daten Konzepte zur Bewirtschaftung von unterschiedlich strukturierten Araukarienwäldern entwickelt. Die Einflüsse der Bewirtschaftung auf die Wälder soll unter anderem durch die Testung unterschiedlicher Bewirtschaftungsintensitäten geprüft werden und durch unterschiedliche Indikatoren (z.B. Entwicklung der Bromelien als Bioindikatoren für die Naturnähe der Wälder, die Naturverjüngung, etc.) analysiert werden. Die entwickelten Konzepte beinhalten dabei alle Schritte von der Inventarisierung der Wälder, der Planung der zu fällenden Bäume, Ernte- und Rückeverfahren, Verjüngungstrategien und Schlagpflege bis zur Vermarktung der Produkte. Hierbei sollen eingesetzte Arbeitsverfahren in ihrer Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Naturverträglichkeit optimiert werden.

Direkt profitieren können die Kleinbauern von Maßnahmen, die darauf abzielen, unter Beachtung der aktuell gesetzlichen Vorschriften Einnahmen aus den Naturwäldern zu gewinnen. Hierzu wurde eine Waldbesitzervereinigung gegründet. Es wurden Schulungen durchgeführt und Bienenvölker und Imkereiausrüstung kostenlos an Kleinbauern verteilt, um in den Naturwäldern Honig zu produzieren. Außerdem werden Setzlinge von heimischen Bäumen und Sträuchern produziert und an die Waldbesitzer ausgegeben, mit welchen geschützte Flächen angereichert werden oder die zur Fruchtgewinnung, bzw. zum Anbau von Mate-Tee unter dem Kronendach und an den Waldrändern genutzt werden. Aus Projektmitteln wurde auch ein mobiles Sägewerk angeschafft, mit welchem direkt auf dem Grundstück der Kleinbauern Holz von invasiven und exotischen Baumarten eingeschnitten werden kann.

Durch qualitative Studien soll untersucht werden, inwieweit und aus welchen Gründen – incl. der subjektiven Gründe der Landnutzer – sich das Verhalten der Landnutzer, das sich auf den Naturwaldschutz und den Schutz der Araukarien auswirkt, durch die unterschiedlichen Regeln und Regelwerke außerhalb und innerhalb des Projektes und ggf. durch das Projekt verändert (hat). Hierzu werden offene Leitfadeninterviews mit Landbesitzern, Politikern und Beobachtern der Situation geführt, um die Gesamtheit der Gründe für das Handeln zu ergründen und erklären. Downloads:

Links:

http://sites.unicentro.br/wp/manejoflorestal/projetos/sobre-o-projeto/ 

Alternative Verfahren zur Umweltverträglichen Begründung von Kurzumtriebsplantagen und Agroforstsystemen mehrweniger

Projektträger:

Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (Institut für Angewandte Forschung)

Laufzeit:

2008 bis 2014

Projektverantwortung:

Dipl.-Ing. (FH) Göran Spangenberg, Prof. Dr. Sebastian Hein

Projektpartner:

  • Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR);
  • Landwirte bzw. Flächeneigentümer

Beschreibung:

Für den wirtschaftlichen Betrieb einer Kurzumtriebsplantage (KUP) sind möglichst geringe Ausfälle und gute Zuwächse im Begründungsjahr wichtig. Um dies zu erreichen, werden häufig Herbizidbehandlungen und ein Vollumbruch der Fläche durchgeführt. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden alternative Verfahren zur Anlage von KUP und Agroforstsystemen erprobt. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen für die praktische Anwendung sollen helfen, die Einsatzmöglichkeiten von schnell wachsenden Baumarten zu erweitern und die Erzeugung von Energieholz auf Nicht-Wald-Flächen zu fördern. Darüber hinaus soll ein Beitrag geleistet werden, um die ökologischen Vorteile, die KUP im Vergleich zu einjährigen Energiepflanzen bieten, weiter zu verbessern. Nach einem Pilotversuch im Jahr 2007 wurden / werden im Rahmen des Projektes seit 2008 mehrere Versuchsflächen angelegt.

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