Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt Forst- und Holzwirtschaft

Ökobilanzieller Vergleich von Gebäuden der öffentlichen Hand aus Holz und aus mineralischen Baustoffen sowie Aufbereitung für kommunale Entscheider [ÖVERKOM] mehr weniger

Logo des Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz - BW und Logo der Holzbauoffensive - BW

Projektträger:     

Holzbau-Offensive Baden-Württemberg
Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

Laufzeit:    

November 2021 bis Dezember 2023

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Michael Rumberg
Prof. Dipl.-Ing. Architekt Ludger Dederich
 

Projektmitarbeiter/innen:

Dipl.-Ing. (Architektur) Holger Wolpensinger
M.A. Architektur Katja Zagrodnik

Beschreibung: 

Trotz steigender politischer Bemühungen den Holzbau zu fördern, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, stellt Holz als Baumaterial bei Nichtwohngebäuden immer noch eine Ausnahme dar. Es gibt auch kritische Stimmen, die die Nachhaltigkeit von Holzgebäuden anzweifeln. Bei Bauvorhaben der öffentlichen Hand sind die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung daher immer wieder mit der Schwierigkeit konfrontiert, fachlich und wissenschaftlich gut begründete Argumente für und gegen den Holzbau vorzulegen, um Projekte in ihrer Kommune zu initiieren. 
Das Forschungsvorhaben stellt sich daher der Frage, wie Holzgebäude im direkten Vergleich mit mineralischen Bauten im ökobilanziellen Vergleich abschneiden und welche Argumente Entscheidungsträgern mitgegeben werden können. 
Für belastbare Ergebnisse wird dieser ökobilanzielle Vergleich anhand von fünf Gebäuden durchgeführt, die von Seiten der öffentlichen Hand bereits errichtet worden sind. Dabei werden Gebäude, die aus Holz gebaut wurden, mit Gebäuden aus mineralischen Baustoffen verglichen. Eine der beiden Varianten wird zu diesem Zweck in Form eines virtuellen Gebäudes abgebildet. Somit ist insgesamt das Ziel, zehn Basis-Ökobilanzen für Gebäude der öffentlichen Hand zu erstellen. Dabei werden vor allem Nichtwohngebäude, wie zum Beispiel Verwaltungsgebäude, Schulen, Bibliotheken oder Kindergärten ins Auge gefasst. Darüber hinaus sollen relevante Optionen zur Optimierung der Ökobilanz von Gebäuden herausgearbeitet und weitere Varianten berechnet werden. 

Forstbetriebsführung im Ausnahmezustand - Strategieentwicklungspotentiale für kommunale Forstbetriebe im Klimawandel (FIASKO) mehr weniger

Projektträger:

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

Laufzeit:   

15.03.2021 bis 31.03.2021

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Bastian Kaiser (HFR),
Prof. Dr. Artur Petkau (HFR),
Prof. Dr. Christoph Schurr (HFR),
Dr. Roderich von Detten (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg),
Prof. Dr. Marc Hanewinkel (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Projektpartner:

 Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (ALU) 

Projektmitarbeiter/innen:

Simon Reinhold,
Annette Müller-Birkenmeier,
Lukas Schätzle,
Susanne Hensel

Beschreibung: 

Angesichts der vergangenen drei Trockenjahre und der damit einhergehenden massiven Schädigung unserer Wälder befinden sich Forstbetriebe vielerorts im Ausnahmezustand. Es zeigt sich, dass der rasant voranschreitende Klimawandel tiefgreifende Transformationsprozesse in der Forstwirtschaft auslöst. Der Klimawandel verändert also nicht nur unsere Wälder, sondern auch die Forstbetriebe, die Entscheidungen unter langfristiger Planungsunsicherheit treffen müssen.

Insbesondere kommunale Forstbetriebe stellt diese Entwicklung vor große Herausforderungen, da diese ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen in besonderem Maße gerecht werden müssen. Bei den betroffenen Forstbetrieben vor Ort wächst deshalb der Wunsch nach Unterstützung bei der Bewältigung dieser Transformationsprozesse. Er wird vor allem durch Revierleiterinnen und Revierleiter geäußert, die tagtäglich mit diesen Herausforderungen konfrontiert werden.

Die explorative Vorstudie zum Forschungsprojekt FIASKO versucht aus diesem Grund gemeinsam mit fünf ausgewählten kommunalen Forstbetrieben Strategieentwicklungspotenziale zu identifizieren und (erste) Handlungsoptionen zu entwickeln. Diese Handlungsoptionen sollen in einer Art „Werkzeugkasten“ integriert werden. Als Handreichung soll dieser „Werkzeugkasten“ eine Hilfestellung für die Betroffenen darstellen, um den Herausforderungen der Forstbetriebsführung in Zeiten des Klimawandels begegnen zu können.

Klimaanfälligkeit der Douglasie im Wald des 22. Jhdts – Wuchsdynamik, Klimasensitivität und Risikoabschätzung mehr weniger

Logo: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft & CHARTA FÜR HOLZ 2.0

Laufzeit:  

01.09.2021 – 31.08.2024

Projektträger:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. / Waldklimafonds
https://www.waldklimafonds.de/ 


Teilvorhaben 2 : Ökophysiologie und Stressanfälligkeit der Douglasie entlang eines ozeanisch-kontinentalen Klimagradienten in Deutschland ("Doug-Goes-Risk")

Projektleiter des Teilvorhabens 2:

Prof. Dr. Sebastian Hein 

Projektmitarbeiter:

Dr. Viviana Horna (horna@hs-rottenburg.de)
Göran Spangenberg

Kooperationspartner und Leiter des Verbundvorhabens:

Dr. Alexander Land
Universität Hohenheim, Institut für Biologie (190a)
AG Dendroklimatologie

Beschreibung: 

Die bereits heute alarmierenden Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Wälder erfordern auf den verschiedensten Ebenen waldbauliche Maßnahmen um die Widerstandsfähigkeit und Toleranz der Wälder gegenüber Trockenstress zu erhöhen. Eine Möglichkeit ist hierbei die vermehrte Verwendung nicht einheimischer Arten, welche von Natur aus an trockene Bedingungen angepasst sind. Von besonderem Interesse ist dabei die Douglasie (Pseudotsuga menziesii [Mirb.] Franco), die im Westen der USA heimisch ist und dort auch Phasen mit Sommertrockenheit toleriert. Da sie sehr wuchsstark ist, wird sie seit langem in Deutschland angebaut und bedeckt nach Angaben des Bundesministerium für Ernährung bereits heute ca. 2% des deutschen Waldes.
Für den Anbau der Douglasie in Europa fehlen jedoch noch belastbare ökophysiologisch und somit kausal belegte Informationen über deren Toleranz gegenüber saisonaler Trockenheit. Das Forschungsvorhaben „Doug-Goes-Risk“ soll diese Kenntnislücke schliessen. 
Ziel des  Projektes ist die Bestimmung der witterungs- und bodenfeuchtespezifischen Trockenstressanfälligkeit der Douglasie und deren Auswirkung auf den saisonalen Stammzuwachs und Wasserhaushalts im ozeanisch-kontinentalen Klimagradienten in Deutschland. Dabei sollen konkrete Grenzwerte der der tolerierten Feuchteverhältnisse und Temperatur für Wachstumsinduktion- und Hemmung sowie Frost- und Trockenstress ermittelt werden.
Hierzu werden an vier Standorten entlang eines Klimagradienten in Deutschland an jeweils zehn Douglasien der Stammwasserfluss, die Stammradialveränderung und die Kambialtemperatur kontinuierlich erfasst. Gleichzeitig werden die Bodenfeuchten in zwei Tiefen und das Standortklima gemessen. Die synoptische Analyse der physiologischen und klimatischen Parameter erlaubt dann die Abschätzung der Trockenheitssensitivität der Douglasie.

Projektstand:

Gegenwärtig läuft die Installation und der Test der Messensorik an den ausgewählten Standorten in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg (Rammert), Bayern und Brandenburg. Der Messbeginn ist für März 2022 vorgesehen.
 

Ca. einhundertjährige Douglasie am Standort in Nordbayern (Limmersdorfer Forst)  mit automatischem Radial-Dendrometer  und Kambialtemperatursensor (links am Stamm) sowie einem Datenlogger (rechts).

Ca. einhundertjährige Douglasie am Standort in Nordbayern (Limmersdorfer Forst)  mit automatischem Radial-Dendrometer  und Kambialtemperatursensor (links am Stamm) sowie einem Datenlogger (rechts).

Links:

English:
The already alarming effects of climate change on our forests require silvicultural measures at multiple levels in order to increase the resilience and tolerance of forests to drought stress. One possibility is the intensified use of non-native species that are naturally adapted to dry conditions. Of particular interest is Douglas-fir (Pseudotsuga menziesii [Mirb.] Franco), a native tree species from western North America that tolerates periods of summer drought in that region. Douglas fir has long been cultivated in Germany because it is very fast growth. According to the German Federal Ministry of Food and Agriculture, Douglas fir already  covers about 2% of the German forests.

For the cultivation of Douglas fir in Europe, however, there is still a lack of reliable ecophysiological and thus substantiated causal information on its tolerance to seasonal drought. The research project "Doug-Goes-Risk" aims to fill this knowledge gap.

The objectives of this projec are:

  • to determine the weather- and soil moisture-specific drought stress susceptibility of Douglas-fir and the effect on seasonal stem growth and water balance along an oceanic-continental climate gradient in Germany, and 
  • to identify concrete threshold values of tolerated humidity and temperature conditions for growth induction and inhibition.

For this purpose, stem water flow, stem radial change and cambial temperature will be continuously recorded at four locations along a climatic gradient in Germany on ten Douglas fir trees. At the same time, soil water content at two depths and site climate will be measured. The synoptic analysis of the physiological and climatic parameters allows the estimation of the drought sensitivity of Douglas fir.

Baukosten-Studie zu großen Holzbausiedlungen und -quartieren in Europa [HWB] mehr weniger

Blick auf derzeit Europas größte Holzbausiedlung mit 570 Wohnungen dem „Prinz Eugen-Park“ in München.

Europas größte Holzbausiedlung ist derzeit mit 570 Wohnungen der „Prinz Eugen-Park“ in München. Sie ist eine von mehr als 70 Siedlungen und Stadtquartieren in Holzbauweise mit mehr als 100 Wohneinheiten, deren Baukosten untersucht werden. Quelle: Johann Hartl

Arbeitstitel

Siedlungen und Stadtquartiere in Holzbauweise. Deutschland im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern: Standards, Baukosten und Umsetzungsempfehlungen.

Laufzeit

Januar 2021 bis Dezember 2022

Bearbeitung

Projektleitung: Prof. Dipl.-Ing. Architekt Ludger Dederich
Wissenschaftlicher Mitarbeiter:
Dipl.-Ing. Holger Wolpensinger
Dipl.-Holzwirt, Dipl. (FH) Umweltschutz Stephan Klein

Finanzierung

Das Projekt wird finanziert aus Mitteln des Bundesbauministeriums vertreten durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen des Förderprogramms „Zukunft Bau“

Logo: Zukunft Bau - fördern forschen entwickeln. Logo: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Kurzbeschreibung

In den Ballungszentren mangelt es an Wohnraum, weshalb vor allem kostengünstige Wohnungen neu gebaut werden sollen. Alleine in Deutschland fehlen 1,5 Millionen Wohneinheiten (WE). Gleichzeitig sieht der Klimaschutzplan 2019 der Bundesregierung einen deutlichen Rückgang der Gebäudeemissionen um 23% bis 2030 vor. Auch die anderen europäischen Nachbarländer haben sich verpflichtet weitreichende Klimaschutzziele umzusetzen. Deshalb setzen Kommunen, neben dem energieeffizienten Bauen an sich und dem Einsatz Erneuerbarer Energien, zunehmend auf das Bauen mit Holz als einer entsprechenden Option. Ende September 2019 hat die ARGEBAU zudem die Förderung des Holzbaus beschlossen.

Die Frage ist daher, wie Holzbauweisen im Segment der Siedlungen und Stadtquartiere weiter etabliert werden können, um die Möglichkeiten für den großvolumigen Wohnungsbau um eine umweltfreundliche Variante zu erweitern. Deshalb sollen die Motivationen der Bauherren, Investoren und Auftraggeber in Ballungszentren systematisch erfasst und ausgewertet werden. Unklar ist bislang, welche Bauweisen gewählt wurden bzw. warum man sich zugunsten dieser entschieden hat, welche Rolle die Baukosten bei der Entscheidung zugunsten der Holzbauweise spielten und welche Optimierungspotentiale gegeben sind. Dies soll in der Studie untersucht, herausgearbeitet und unter Bezugnahme realisierter Siedlungs- und Quartiersprojekte dokumentiert werden.

Die Untersuchung erfolgt auf der Grundlage von (Stand Antragstellung 10/2019) 34 Wohnsiedlungen und Stadtquartiere in Holzbauweise mit mehr als 100 Wohneinheiten und zusammen 7.144 WE, davon 16 in Deutschland (mit 3.862 WE). 25 der 34 Siedlungen und Quartiere in Holzbauweise wurden nach 2010 umgesetzt bzw. befinden sich in der Realisierung. Seit dem Start der Studie im Januar 2021 sind weitere Holzwohnbau-Vorhaben recherchiert worden. Dadurch können in Europa mehr als 70 Holzwohnbau-Projekte ab 100 WE innerhalb der HWB-Studie untersucht werden, wovon etwas mehr als 50 bereits fertiggestellt sind (Stand 7/2021). Die großvolumigen Holzbau-Projekte werden auf dieser Webseite dokumentiert, systematisiert und ausgewertet. Die Ergebnisse der Studie werden zusätzlich zu einer Publikation im Rahmen einer Fachtagung (vermutlich als Hybridveranstaltung Online und als Präsenzveranstaltung) zum Abschluss des Vorhabens im Herbst 2022 vorgestellt.

Weitere Informationen

https://holzwohnbau.eu/

Nachhaltige Waldsysteme für die Zukunft; Hochentwickelte Waldbewirtschaftung im Dialog: Deutschland-Japan [3 Pfeile] mehrweniger

Projektträger:     

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, BLE

Laufzeit:    

01.01.2020 – 30.06.2023

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Sebastian Hein

Projektpartner:

Gifu Academy of Forest Science and Culture, Japan

Projektmitarbeiter/innen:

Christoph End, Yannik Wardius

Beschreibung: 

Das Projekt [3 Pfeile] überführt die in an der HFR erfolgreich abgeschlossenen Japan Projekte KoWald I und II in eine zweite Phase des forstlichen Austauschs mit den japanischen Partnern. Während die KoWald Projekte I und II noch darauf abzielten, die Netzwerke auf- und auszubauen, sowie dafür genutzt wurden gegenseitiges Verständnis der jeweiligen forstlichen Situation zu vermitteln, zielt [3 Pfeile] auf einen bilateralen forstfachlichen Wissensaustausch durch gemeinsame Forschungsvorhaben zu den drei definierten Schwerpunktthemen:

1) Nachhaltig, naturnaher Waldbau

Ziele: 
1.1 Prüfung der Anwendung des Z-Baum Konzeptes im Laub- und Nadelholz unter  standörtlichen und betriebswirtschaftlichen Verhältnissen Japans. 
1.2 Prüfung auf Übertragbarkeit von Strategien zur Überführung gleichaltriger Rein- in ungleichaltrige Mischbestände in japanischen Verhältnissen. 
1.3 Prüfung von neuen Baumarten im Klimawandel für Deutschland am Beispiel der Wachstumsbedingungen in Baden-Württemberg. 

2) Nachhaltiges Wildtiermanagement

Ziele: 
2.1 Entwicklung tragfähiger Jagdkonzepte entlang der politischen und sozialen Rahmenbedingungen in Japan ausgehend von den Erfahrungen in Deutschland und Baden-Württemberg. 
2.2 Vergleichende Analyse der Erkenntnisse zum Verhältnis Mensch-Raubtier in Japan und Deutschland und der daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen. 
2.3 Potentialanalyse von Maßnahmen zum Schutz von Jungpflanzen in gepflanzten Kulturen und naturverjüngten Beständen gegenüber Wildschaden 

3) Waldpädagogik und Nachhaltige Umweltbildung

Ziele:
3.1. Erarbeitung eines Ausbildungskonzeptes für Wald- und Umweltpädagogen mit Zertifikat nach Vorgehensweisen in Deutschland und Baden-Württemberg. 
3.2. Aufbau eines stabilen Netzwerkes deutscher und japanischer Waldpädagogen mit regelmäßigen Workshops und Arbeitsgruppen unter der Leitung des HdW in Stuttgart und aus anderen Bundesländern.

Entwicklung einer innovativen, biozidfreien Behandlung von heimischen Holzarten mit Polyethylenglycol (PEG) für die Nutzung im Außenbereich [PEGWOOD] mehrweniger

Logos: Europäische Union, EFRE, Baden-Württemberg

Projektträger:

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR BW)

Laufzeit:

23.12.2019 – 31.12.2022

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Marcus Müller

Projektpartner:

Heimes Holz GmbH, 
I. van Roje & Sohn Sägewerk und Holzhandlung GmbH & Co.KG, 
Clariant Produkte (Deutschland) GmbH

Projektmitarbeiter/innen:

Dr. Nicole Dettenrieder

Beschreibung:

Die Verwendung von heimischen Holzarten aus nachhaltiger Produktion anstelle von Tropenhölzern ist ein wichtiges Anliegen. Gleichzeitig soll der Einsatz von konventionellen Holzschutzmitteln reduziert werden. 

Die meisten heimischen Holzarten besitzen allerdings nur eine geringere biologische Dauerhaftigkeit (Resistenz gegenüber holzzerstörenden Pilzen) im Vergleich zu importierten Tropenhölzern. Daher macht die Nutzung im Außenbereich eine vorherige Behandlung der heimischen Hölzer notwendig.

Ziel des auf 3 Jahre angelegten Projektes ist es, eine innovative, biozidfreie Behandlung von heimischen Holzarten für die Nutzung im Außenbereich zu entwickeln. Die übergeordneten Ziele des Projektes bestehen in der Substitution von konventionellen Holzschutzmitteln und der Substitution von Tropenhölzern. 

Für die Behandlung des Holzes soll eine Formulierung auf Basis von Polyethylenglykol entwickelt werden. Polyethylenglykol besitzt keine Gefahrenstoffkennzeichnung, ist oft in kosmetischen und pharmazeutischen Produkten enthalten und daher aufgrund seiner unbedenklichen Eigenschaften gut geeignet.

Die Modifizierungserfolge werden zunächst mittels Screeningversuchen ermittelt. Dabei werden unter anderem Versuche zur Dimensionsstabilisierung durchgeführt. Bei diesen Versuchen wird das Quellverhalten von Holz mit Wasser ermittelt und bewertet. Es folgen Untersuchungen zur biologischen Dauerhaftigkeit, das heißt der Beständigkeit gegenüber Pilzen, und zur Ermittlung technologisch bedeutsamer Materialeigenschaften. Die so erhaltene optimale Formulierung soll schließlich im Großversuch getestet und ökonomisch bewertet werden.

The use of domestic wood species from sustainable production instead of tropical woods is an important concern. At the same time, the use of conventional wood preservatives should be reduced. 

However, most native wood species are characterised by a lower biological durability (resistance to wood-destroying fungi) than many tropical woods. For outdoor use, this fact makes it necessary to treat native woods beforehand.

The aim of the 3-year project is to develop an innovative, biocide-free treatment of native wood species for outdoor use. The overall objectives of the project consist in the substitution of conventional wood preservatives and the substitution of tropical woods. 

A formulation based on polyethylene glycol is to be developed for the treatment of wood. Polyethylene glycol has no hazardous substance labeling, is often contained in cosmetic and pharmaceutical products and is therefore very suitable due to its harmless properties.

The success of the modification will first be determined by means of screening tests. Among other things, tests for dimensional stabilization will be carried out. In these tests the swelling behaviour of wood in contact with water is to be evaluated. Afterwards, tests on biological durability are planned to be carried out, i.e. resistance to fungi. Moreover, technologically significant material properties are to be determined. The optimal formulation obtained in this way is finally to be tested and economically evaluated in large-scale experiments.

BRETTSPERRHOLZ AUS MODIFIZIERTEM BUCHENHOLZ [B²BSP] mehrweniger

Logos: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

PROJEKTTRÄGER:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms "Nachwachsende Rohstoffe" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

LAUFZEIT:

3 Jahre (01.02.2020 bis 31.01.2023)

PROJEKTVERANTWORTUNG:

Prof. Dr. Bertil Burian
Prof. Dr. Marcus Müller

PROJEKTMITARBEITER/INNEN:

M.Sc. Sabrina Puttmann, B.Sc. Lukas Müller

BESCHREIBUNG:

In Deutschland ist seit einigen Jahren ein starker Anstieg der Laubholzvorräte zu verzeichnen. Dieser Anstieg ist auf die naturnahe und standortangepasste Bewirtschaftung der deutschen Wälder zurückzuführen. Zwischen den Baumartengruppen unterscheidet sich die Verwendung des Holzes jedoch erheblich. Während beim Nadelholz mehr als drei Viertel des Holzanteils stofflich verwendet werden, werden beim Laubholz ca. zwei Drittel energetisch verwendet. Mit den Untersuchungen des Projektes soll das stoffliche Nutzungspotential von Buchenholz ausgeweitet werden, indem die konstruktive Verwendung als Brettsperrholz angestrebt wird.

Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse aus dem FNR-Förderprojekt „Verwendung von schwachem Laubholz für die Produktion von Brettsperrholz“ soll die Projektidee weiterverfolgt und umgesetzt werden. Im vorherigen Projekt wurde das Buchenholz mit Hilfe eines Modifizierungsverfahrens so optimiert, dass es sich hinsichtlich der Dimensionsstabilität und der Verklebungseigenschaften vergleichbar dem Nadelholz verwenden ließ. Für den tatsächlichen Einsatz und die Umsetzung im industriellen Maßstab sind jedoch weiterführende Untersuchungen und Entwicklungen notwendig. Im Mittelpunkt steht hierbei die Untersuchung der technischen Eigenschaften, die für eine mögliche Zulassung als Bauprodukt notwendig sind. Das vorherige Projekt zeigte, dass aufgrund der Ausbeuteproblematik (nur 6 % der Rohholzmenge verwendbar) Schwachholz für die BSP Herstellung nicht geeignet ist. Für die weitere Entwicklung der Produktinnovation „BSP aus modifizierter Buche“ sollen daher nun starke Holzdimensionen verwenden werden. Folgende Arbeitsschwerpunkte bearbeitet werden:

  • Schnittholzausbeute bei der Verwendung von Buchenstarkholz
  • Integrierung des rotkernigen Holzes in die BSP-Fertigung, bzw. alternative Verwendungsmöglichkeiten
  • Optimierung des Modifizierungsverfahrens
  • Untersuchungen des neuen Produktes „BSP aus modifizierter Buche“ im Hinblick auf Brandverhalten, Festigkeiten und Emissionen
  • Anlagenkonzeption von BSP-Produktionslinien für einen Laubholzeinsatz

TheForestCleanup: Entwicklung innovativer Wuchshüllen aus NaWaRo & Konzepte zur Vermeidung von Plastikakkumulation im Wald mehrweniger

Logos: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft & CHARTA FÜR HOLZ 2.0

TheForestCleanup: Development of innovative treeshelters made of renewable resources & concepts to avoid plastic accumulation in the forest

Projektträger:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. / Waldklimafonds https://www.waldklimafonds.de/

Laufzeit:

01.03.2020 – 28.02.2023

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Sebastian Hein (Leitung des Gesamtvorhabens) und Prof. Dr. Michael Rumberg

Projektpartner:

Tecnaro, Gesellschaft zur industriellen Anwendung Nachwachsender Rohstoffe mbH/ www.tecnaro.de 
Sachsenröder GmbH & Co. KG/ www.sachsenroeder.com 
Schoeller Technocell GmbH & Co. KG/ www.felix-schoeller.com 
Hohenstein Institut für Textilinnovation gGmbH/ www.hohenstein.de 

Assoziierter Partner:

Innonet Kunststoff TZ Horb GmbH & Co. KG/ www.innonet-kunststoff.de/

Projektmitarbeiter/innen:

Yannic Graf
Projektkoordination
graf@dont-want-spam.hs-rottenburg.de 

Dr. Silke Feifel
Ökobilanzierung
feifel@dont-want-spam.hs-rottenburg.de 

Anton Schnabl
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
schnabl@dont-want-spam.hs-rottenburg.de 

Beschreibung: 

Plastikprodukte stehen als in der Umwelt meist persistente Partikel in öffentlicher Kritik. Wuchshüllen und Wuchsgitter (Abk. WH, meist aus PE, PP, HDPE, PVC) spielen dabei mit Neuausbringung im zweistelligen Millionenbereich in der Waldbewirtschaftung in Deutschland eine sehr bedeutsame Rolle, sowie durch ein Vielfaches an nicht wieder eingesammelten WH. Dabei lassen die Verwendung seltener Baumarten im Klimawandel, der Waldumbau in stabile Mischbestände und die kostengünstige Wiederbewaldung nach klimabedingten Sturmereignissen, stark steigende Einsatzzahlen erwarten. Das Vorhaben [TheForestCleanup] zielt daher auf den strategischen Auf- und Rückbau von WH: Im strategischen Aufbau werden innovative WH entwickelt mit den Eigenschaften: (1) hergestellt aus nachwachsenden (Holz-)Rohstoffen (Substitution), (2) unter Labor- und Waldbedingungen zertifiziert und vollständig biologisch abbaubar, (3) mindestens funktionsgleich zu bisherigen WH und (4) in der Ökobilanz besser. Basierend auf Vorstudien von Werkstoffproben, werden in einer Produktchallenge Compounds für Unternehmen zur Extrusion und Konfektionierung von Prototypen zu Verfügung gestellt. Versuchsanordnungen im Labor und Wald an ausgewählten Orten Deutschlands, Erfahrungen aus Aufbau, Monitoring, statistischer und ökobilanzieller Analyse, fließen in das Reengineering zur Optimierung von Werkstoffen und Prototypen ein bis zu einem Produkt unmittelbar vor Serienreife. Im strategischen Rückbau werden technische und sozioökonomische Konzepte entwickelt, zum Umgang mit nicht entfernten Plastik-WH. Die Rahmenbedingungen von WH werden in bundesweiter Betrachtung des Systems Waldwirtschaft-Mensch analysiert: bzgl. Bilanzierung von Verwendungszahlen, Entsorgung und Kosten, Kundenpräferenzen, öffentliche & forstbetrieblich-interne Kommunikationskonzepte, Recht, forstlicher Förderpraxis und Beschaffungswesen. Die Integration von forstlichen Stakeholdern sichert einen erfolgreichen Innovationsprozess und ermöglicht Umsatz und Beschäftigung.

English:
Plastic products are under criticism for producing persistent particles in the environment. In forest estates throughout Germany tree shelters (abbr. TS, mostly made of PE, PP, HDPE, PVC) are amounting to a two-digit Million of newly installed items/y. Such plastic products play a significant role as many are not collected but often remain in the forest. In the future the use of tree species that are more resistant to the climate change however being rare and thus highly susceptible to browsing, the conversion of pure, even-aged into mixed and stable forests as well as low-cost reforestation after large-scale storm events will lead to an even higher need for TS in forestry. The project [TheForestCleanup] thus aims at both (A) constructing new and (B) removing of old TS from the forest. Requirements to innovative TS are: (1) made of renewable resources, (2) certified and fully biodegradable proven by test in labs and under real forest conditions, (3) at least as functional as classical TS and (4) finally with a better LCA compared to TS to date on the market. (A) A product challenge is organised where companies for extrusion and assembling of prototypes can apply. Laboratory tests, experimental plots on selected forest sites across Germany as well as advanced statistical analysis and finally LCA in feedback to the construction process will optimise a product immediately before series readiness. (B) Removal of old plastic TS will include setting up technical and socio-economic concepts followed by their implementation in forest estates. The framing conditions of TS are analysed at the whole country level considering the forest-people system comprehensively: drawing up a balance sheet (including disposal), costs, customer preferences, public & forestry-internal communication, legal aspects, government funding and rules for public procurement. Finally integrating forest stakeholders will ensure a successful innovation and improve turnover and employment in the forest-bioeconomy sector.

Links:

Kunstharzmodifiziertes Holz und Wechselbünde für Gitarren-Griffbretter [KMH-WB] mehrweniger

Logo:"Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages"; Logo: "ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand"

Projektträger:

AiF Projekt GmbH – ZIM Kooperationsprojekte des BMWi

Laufzeit:

01.10.2019 bis 28.02.2022

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Marcus Müller

Projektpartner:

Reinhardt GmbH, Tübingen
DMT creaktiv GmbH, Lauterbach

Projektmitarbeiter/innen:

B. Sc. Christina Zwanger

Beschreibung:

Griffbretter werden in Zupfinstrumenten eingesetzt und erfüllen im Wesentlichen zwei Funktionen: Zum einen überträgt das Griffbrett die durch die Saite erzeugten Schwingungen auf den Korpus, wo sie verstärkt und abgestrahlt werden. Zum anderen erfüllt das Griffbrett mechanische und funktionale Anforderungen. Das verwendete Material für Griffbretter sollte somit den oben genannten Anforderungen genügen. Auch die Haptik und Optik spielen bei der Materialauswahl für Griffbretter eine entscheidende Rolle.
Bisher eingesetzte Materialien, insbesondere bei Gitarrengriffbrettern, sind vor allem Tropenhölzer, wie Grenadill (Dalbergia melanoxylon Roxb.) oder Ind. Palisander (Dalbergia latifolia). Der Handel dieser Holzarten wurde durch die Aufnahme in das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) deutlich eingeschränkt. Zudem ist eine steigende Nachfrage nach tropenholzfreien Instrumenten am Markt zu bemerken. Aus diesen Gründen wird an einer Alternative geforscht, um auch heimische Holzarten in Gitarren-Griffbrettern einsetzen zu können.

Die heimischen Holzarten Buche, Birke und Ahorn sollen mit verschiedenen Harzsystemen modifiziert werden, um so die erforderlichen Eigenschaften, wie Dimensionsstabilität, eine hohe Dichte, ausreichende Härte und Steifigkeit zu erreichen. Um auch den optischen Eigenschaften gerecht zu werden, werden die Hölzer zudem farblich verändert.
Durch die Holzmodifizierung ergeben sich neue Oberflächeneigenschaften, die ein anderes Verklebungs- und Lacksystem erforderlich machen. Diese werden auch im Zuge dieses Projekts entwickelt.
Ein Austausch der Bünde in den Griffbrettern ist bisher nicht möglich ohne das Griffbrett zu beschädigen. Eine weitere Aufgabe innerhalb des Projekts wird es daher sein, ein System zu entwickeln, das einen zerstörungsfreien Austausch der Bünde ermöglicht.
Bei allen Optimierungsmaßnahmen soll die Auswirkung auf die klangliche Qualität des Instruments nicht außer Acht gelassen werden. Diese wird ebenfalls durch subjektive und objektive Bewertung überwacht.

Folgende Ziele werden mit dem Projekt verfolgt

  • Entwicklung einer Holzmodifizierung, die heimische Holzarten als Alternative für den Einsatz in Gitarren-Griffbrettern ermöglicht
  • Entwicklung einer Verklebung und Lackierung, welche eine entsprechende Verbindung mit der modifizierten Holzoberfläche eingehen.
  • Entwicklung eines Systems von Wechsel-Bünden und eines dafür passenden Materials, das einen zerstörungsfreien Austausch der Bünde gewährleistet

Baden-Württembergisch-Ukrainische Forstkooperation - zur Überwindung (alter) Grenzen und Lösung gemeinsamer Zukunftsaufgaben [BWU-FOKO] mehrweniger

Logos: Baden-Württemberg STIPENDIUM; Baden-Württemberg Stiftung

Projektträger:

Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus, ein Programm der Baden-Württemberg Stiftung

Über das Baden-Württemberg-STIPENDIUM
Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM fördert den internationalen Austausch von qualifizierten Studierenden und jungen Berufstätigen. Seit 2001 konnten über 20.000 junge Menschen aus Baden-Württemberg Auslandserfahrungen sammeln bzw. junge Menschen aus dem Ausland konnten einige Zeit in Baden-Württemberg verbringen. Jedes Jahr werden rund 1.500 Stipendien im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs vergeben. www.bw-stipendium.de 

Das Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus
Mit dem Programm BWS plus unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. Das mit jährlich ca. 1,2 Million Euro dotierte Programm wurde 2011 zum ersten Mal ausgeschrieben. Seitdem wurden mehr als 70 BWS plus-Projekte an baden-württembergischen Hochschulen unterstützt.

Die Baden-Württemberg Stiftung
Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger. www.bwstiftung.de 

Laufzeit:

01.09.2018 – 31.08.2021

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian Kaiser

Projektpartner:

Nationale Forsttechnische Universität der Ukraine in Lviv/Ukraine

Projektmitarbeiter/innen:

N.N.

Beschreibung:

Die Waldregionen der West-Ukraine und Baden-Württembergs sind trotz des unterschiedlichen Klimas standortsökologisch verwandt und Umwelteinflüsse wie Schadstoffeinträge und Klimaveränderung sind vergleichbar. Die Hochschule für Forstwirtschaft (HFR) ist zu vielen aktuellen Fragen der Forstwirtschaft, der Forst- und Klimapolitik sowie zur perspektivischen Bedeutung der (Wald-)Biomasse für „Energiewende“-Konzepte mit Partnerhochschulen anderer Länder eng verbunden. In diesem Netzwerk fanden sich bislang nur wenige Partner mit Kompetenzen zu analogen Arbeiten im wichtigen borealen Nadelwaldgürtel in Nordost-Europa, dessen Bedeutung für das Weltklima ähnlich groß eingeschätzt wird, wie das der tropischen Regenwälder. Diese Lücke soll seit einem Jahr durch eine Kooperation mit der Nationalen Forsttechnischen Universität der Ukraine in Lviv in der Westukraine teilweise geschlossen und über dieses Vorhaben beschleunigt ausgebaut sowie die Integration junger Kolleginnen und Kollegen und Studierender zukunftsfähig gestärkt werden.
Baden-Württemberg und die West-Ukraine gehörten bis in das 20. Jahrhundert hinein nicht zu den wirtschaftlich bedeutendsten Regionen ihrer Länder, haben sich aber in den vergangenen rd. 100 Jahren jeweils dazu entwickelt und tragen damit eine ganz besondere Verantwortung für den Erhalt und die Zukunftsfähigkeit der Wälder. In der Ukraine umso mehr, als die dortige wirtschaftspolitische Rückbesinnung auf die Ressource Holz eine der Kompensationsstrategien für erhebliche Ausfälle anderer Wirtschaftszweige und Branchen in Folge der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl (1986) und der politischen Instabilitäten der vergangenen 15 Jahre („Orange Revolution“ 2004, „Euromaidan“ 2013 und Annexion der Krim 2014) ist. Hinzu kommt die klimapolitische Bedeutung der ukrainischen Nadelwälder. In beiden Waldregionen wird aufgrund des Klimawandels und durch erhebliche Stoffeinträge aus der Luft jedoch immer deutlicher, dass die heutigen waldbaulichen Konzepte und „Brotbäume“ der Holzwirtschaft überdacht, neu definiert, angepasst und weiterentwickelt werden müssen. Die Aufgabe und Verantwortung für die Entwicklung solcher Anpassungskonzepte liegen in der Ukraine und in Baden-Württemberg zu einem hohen Maße bei den Universitäten und Hochschulen mit forstwissenschaftlicher Forschung und forstwirtschaftlichen Studienangeboten. Sowohl die Forstwissenschaftler der Nationalen Forsttechnischen Universität in Lviv, als auch die Professorinnen und Professoren der HFR arbeiten an Anpassungsstrategien, an zukunftsfähigen Konzepten einer nachhaltigen Waldnutzung unter veränderten Bedingungen sowie an der ständigen Entwicklung ihrer Studiengänge im Kontext einer modernen Forstwirtschaft. Deshalb haben sich die Universität Lviv und die HFR im Dezember 2016 zu einer Kooperation entschlossen, die ihre Kompetenzen in der Forschung, der Lehre sowie in der Hochschulleitung und der strategischen Ausrichtung ihrer Studiengänge synergetisch bündeln soll. Dabei sollen auch „forstnahe“ Fachbereiche wie die energetische Nutzung der Waldbiomasse, die Säge- und Holztechnologie, die Materialforschung sowie die Entwicklung und Stärkung ländlicher Räume in den Fokus der Zusammenarbeit rücken.
Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Ukraine sowie ihrer ständigen Bedrohung durch militärische und politische Repressalien anderer Länder ist die bisherige Kooperation deutlich „asymmetrisch“. Im Interesse einer beschleunigten und deutlicher gegenseitigen Förderung der Kooperation soll durch dieses Vorhaben versucht werden, auch solche Akteurs- und Statusgruppen in die Zusammenarbeit einzubeziehen, deren Impuls aufgrund materieller und rechtlicher Einschränkungen sonst kaum berücksichtigt werden könnten (Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulverwaltungen). Das Projekt ist der innovative Versuch, eine bereits angestoßene fachliche Zusammenarbeit der HFR mit der Universität Lviv auch dazu zu nutzen, belastbare Erkenntnisse dazu gewinnen, wie die Internationalität der beteiligten Hochschulen gezielt gestärkt werden kann. Das Vorhaben kann auf langjährigen Beziehungen zwischen Forstleuten beider Länder aufsetzen und integriert deren Aktivitäten zum Teil in das Mobilitätspaket des Projekts.

Entwicklung einer Richtlinie für Konstruktionen in Holzbauweise in den GK 4 und 5 gemäß der LBO BW [HolzbauRLBW] mehrweniger

Logos: Europäische Union, EFRE, Baden-Württemberg

Projektträger:

Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR BW)

Laufzeit:

01.11.2016 – 31.12.2019

Projektleitung:

Prof. Dipl.-Ing. Ludger Dederich

Projektpartner:

Hochschule Magdeburg Stendal
Technische Universität München

Projektmitarbeiter:

Dipl.-Ing. (FH) Norbert Rüther
M. Sc. Patrick Sudhoff

Projektbeschreibung:

Aus gestalterischen und bauphysikalischen Gründen und nicht zuletzt aus den Bestrebungen zum nachhaltigen Bauen nimmt die Nachfrage und der Einsatz von Konstruktionen aus biogenen Baustoffen unter besonderer Berücksichtigung des Leitbaustoffs Holz im Wohnungsbau, aber auch in repräsentativen Veranstaltungs-, Zweck- und Industriebauten kontinuierlich zu.

Der Anwendung standen und stehen jedoch zahlreiche bauaufsichtliche Brandschutzanforderungen entgegen. Diese Hemmnisse für den vermehrten Einsatz des Holzbaus sind zum Teil in der Brennbarkeit begründet, basieren zudem in erheblichem Umfang nur auf historisch gewachsenen Anforderungen, die mit dem modernen Holzbau nicht viel gemein haben und dessen Leistungsfähigkeit in nur geringem Umfang Rechnung tragen.

Mit dem Beschluss des baden-württembergischen Landtages vom 5. November 2014 zur Änderung der Landesbauordnung (LBO B-W) und deren in Kraft treten zum 1. März 2015 wurde ein bedeutender politischer Schritt im Sinne des im Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung formulierten Ziels der kontinuierlichen Steigerung des Anteils von Holz im Bauwesen und dem dazu notwendigen Abbau von Hemmnissen für den Einsatz von Holz vollzogen. Baden-Württemberg nimmt damit im bundesweiten Vergleich eine Sonderstellung ein.

So sind in Baden-Württemberg regelkonform Bauvorhaben in Holzbauweise bis zur Hochhausgrenze möglich. Vor diesem Hintergrund bedarf es zur Planung und Umsetzung entsprechender Bauvorhaben jedoch einer Richtlinie hinsichtlich bewerteter Bauteile bzw. insbesondere geeigneter Bauteilanschlüsse mit dem Fokus auf deren Bewertung hinsichtlich des Raumabschlusses. Daher werden im Vorhaben HolzbauRLBW in enger Abstimmung mit der Obersten Bauaufsicht des Landes Baden-Württemberg vorrangig praxisübliche Bauteilanschlüsse hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit im Sinne der LBO B-W 2015 bewertet, ggfs. weiterentwickelt und in einer Richtlinie für alle Betroffenen (d.h. für Planer, Vertreter der Bauaufsicht, Prüfer und Ausführende) anwendungsorientiert aufbereitet, zusammengefasst und die Ergebnisse praxisrelevant vermittelt.

Nachhaltige Waldwirtschaft zur Förderung von Lichtwaldarten unter besonderer Berücksichtigung des Blauschwarzen Eisvogels Limenitis reducta [lichtwald] mehrweniger

Schmetterling: Blauschwarzen Eisvogels Limenitis reducta

Sustainable forest management to promote butterfly species of light woodland especially the Southern white admiral Limenitis reducta

Projektträger:

Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Laufzeit:

01.04.2019 – 31.03.2022

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Thomas Gottschalk, Prof. Dr. Artur Petkau

Projektpartner:

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Landratsamt Alb-Donau-Kreis, Stadt Blaubeuren, Stadt Schelklingen, Freiherr von Freyberg GbR

Projektmitarbeiter/innen:

Heiko Hinneberg, Amanda Frommherz

Beschreibung: 

In Deutschland sind eine Vielzahl an Arten auf lichte Lebensräume im Wald angewiesen und extrem gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Lichte Lebensräume sind in bewirtschafteten Wäldern in Deutschland unterrepräsentiert. Der Blauschwarze Eisvogel ist eine in Deutschland vom Aussterben bedrohte Lichtwaldart, die aktuell nur noch auf wenigen Standorten auf der Schwäbischen Alb anzutreffen ist. Im Rahmen des Projektes wird am Beispiel der Tagfalter auf ausgewählten Flächen aufgezeigt, welche Pflege- und Schutzmaßnahmen ökologisch erfolgversprechend und zum anderen ökonomisch sinnvoll umsetzbar sind. Ziel ist es dabei ein modellhaftes Managementkonzept zum langfristigen Erhalt überlebensfähiger Metapopulationen zu entwickeln, das auf andere Gebiete übertragen werden kann. Für den Blauschwarzen Eisvogel und weitere Lichtwaldarten soll im Rahmen des Projektes erstmalig der Erfolg der Maßnahmen wissenschaftlich begleitend untersucht und Erkenntnisse zur Habitatwahl und zur Ökologie gewonnen werden. Diese Erkenntnisse können einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung einer Lichtwaldkonzeption in Baden-Württemberg leisten.

Holzbauinitiative Baden-Württemberg – Stärken stärken und Erfolgsstrategien auch in Zukunft sichern [HobaInBW] mehrweniger

Logos: Europäische Union, EFRE, Baden-Württemberg

Initiative for Timber Construction – Strengthening Strengths and Securing Success Strategies for the Future

Projektträger:

Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE); Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

Laufzeit:

01.01.2018 – 31.08.2021

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Bertil Burian

Projektmitarbeiter/innen:

B.Sc. Thilo Frisch
Birgit Geibel
Lavinia Munteanu

Beschreibung:

Das Cluster Forst und Holz ist ein wichtiger Leistungsträger für die Volks- und Regionalwirtschaft Baden-Württembergs und den landesweiten Klimaschutz. Im Holzbau werden die größten Mengen verschiedenster Holzprodukte verwendet, die zudem oft aus der Region stammen. Mit einer Förderung des Holzbaus wird nicht nur die nachhaltige stoffliche Nutzung und damit der Klimaschutz forciert, sondern auch die regionale Wertschöpfungskette gefördert und dadurch das Cluster Forst und Holz gestärkt.
Die Entwicklung von Konzepten zur Förderung des Holzbaus ist aus unterschiedlichen Gründen dringlich: Klimaschutz, demographischer Wandel, Landflucht, zunehmende Wohnraumverknappung in Städten sind nur einige Beispiele für die zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Vor diesem Hintergrund sollen im Rahmen des vorliegenden Projektes entscheidungsrelevante und strategische Informationen gesammelt, verarbeitet und als Ergebnisse präsentiert werden, um die Förderung des Holzbaus proaktiv zu forcieren.
Dazu werden folgende Fragestellungen bearbeitet:

  1. Identifizierung von Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Verwendung von Holz als Baustoff
  2. Analyse und Stärkung zielgerichteter Regionalwirtschaftsansätze, die zur Förderung des Holzbaus geeignet sind
  3. Exemplarische Darstellung innovativer Holzverwendung im urbanen Bereich am Beispiel von Gebäudeaufstockungen

The cluster forestry and wood is an important service provider for the national and regional economy of Baden-Württemberg and the nationwide climate protection. The largest quantities of different wood products are used in timber constructions, which also often come from the region. The promotion of timber construction supports not only the sustainable use of materials and consequently climate protection but mainly the regional value chain. This promotes the entire cluster forestry and timber industry.
The development of concepts for the promotion of timber construction is urgent for a variety of reasons: climate protection, demographic change, increasing housing shortages in cities are only some of the key socio-political challenges of our time. Against this background, decision-relevant and strategic information is to be collected, processed and presented as results in order to pro-actively promote the promotion of timber construction.
The following questions will be addressed:

  1. Identification of challenges and success factors in the use of wood as a building material
  2. Analyzing and strengthening of regional economic approaches suitable for promoting timber construction
  3. Exemplary presentation of innovative use of wood in urban areas using the example of addition of stories 

Academic Dialog: Black Forest - Green Thasos: How to Restore & Green after Large Natural Desasters? mehrweniger

Projektträger:

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Laufzeit:

01.01.2018 bis 31.12.2018

Projektverantwortung:

Prof. Dr. Sebastian Hein

Projektpartner:

Aristotle University Thessaloniki

Projektmitarbeiter/innen:

Prof. Hein & Prof. Zagas; Prof. Schäffer & Prof. Stathis; Prof. Gottschalk & Prof. Theodoropoulos; Prof. Bachinger & Prof. Ragkou

Beschreibung:

Der Klimawandel wird auch für Griechenland schwerwiegende Folgen haben, indem z.B. vermehrt Waldbrände Landschaft und Forstwirtschaft noch stärker als schon bisher beeinflussen werden. Dies wird besonders für die griechischen Inseln (hier: Thasos) gelten; besonders deren Tourismus wird dabei die Folgen zu spüren bekommen.
Großflächige Naturkatastrophen haben in den letzten Jahrzehnten bedeutsame Spuren in Landschaft und Waldbewirtschaftung hinterlassen. Beispielsweise verwüstete im Jahr 1999 der Jahrhundertsturm Lothar große Teile des nördlichen Schwarzwaldes. Vor diesem Hintergrund sollen für beide Regionen in einem Vergleich (Insel Thasos, Schwarzwald) folgende Projektziele bearbeitet werden:

A) Identifikation von Problemen und Herausforderungen durch großflächige natürliche Katastrophen in den Themenbereichen „Waldbau, Erosion, Biodiversität, Tourismus)
B) Diskussion der vorhandenen regionalen Lösungen und ihrer Übertragbarkeit auf die Situation der Vergleichsregion.
C) Entwicklung von Optionen zur Vermeidung und Milderung der Folgen solcher Art von Großereignissen.
D) Ableitung von Empfehlungen für ähnlich betroffene Regionen.

Due to climate change Greece and specifically Greek forests are facing increased wildfires, shaping landscape and its forestry, controlling biodiversity pattern and having a strong impact on tourism development, especially on the Greek islands. Natural catastrophes and disasters also have serious effects on the economic, social and ecological development of regions in Germany. In 1999 for example the once-in-a-hundred-years storm “Lothar” devastated large parts of the forests in southern Germany, damaging specifically the Black Forest.
Against this background in the two target regions (Thasos Island, Black Forest) the following objectives are formulated:

A) Identifying common problems and challenges in coping with natural catastrophes in the two sample regions for the disciplines silviculture, soil-erosion, biodiversity, tourism.
B) Discussing of solutions and their transferability to the sample regions.
C) Developing options for avoiding and coping with such large-scale nature catastrophes
D) Deriving of recommendations in regions affected by natural disasters.

Links:

<link aktuelles aktuelle-meldungen detail artikel experten-der-hochschule-fuer-forstwirtschaft-rottenburg-am-neckar-und-der-aristoteles-universitaet-the>

www.hs-rottenburg.net/aktuelles/aktuelle-meldungen/detail/artikel/experten-der-hochschule-fuer-forstwirtschaft-rottenburg-am-neckar-und-der-aristoteles-universitaet-the/