Praktikumssteckbriefe
RMW - Praktikant Robin Müller in Tansania, Technik ohne Grenzen

Der Verein Technik ohne Grenzen e.V. (TeoG) ist eine NGO und hat sich die Verbesserung der Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zum Ziel gesetzt. Mit der Regionalgruppe Rottenburg ist TeoG auch an der HFR vertreten. Von hier aus habe ich mit anderen Regionalgruppen Kontakt aufgenommen und dann das Projekt offiziell ins Leben gerufen.
Nachdem die Rahmenbedingungen geklärt waren, begann die Planung. Vieles davon war inhaltlicher Natur, aber auch einiges an TeoG-interner Arbeit stand an. Durch die Unterstützung meines Kommilitonen Finn Skupien, der schnell Teil des Projektteams wurde, konnte das Projekt noch weiter vertieft werden. In Absprache mit unserem Partner Mr. Ndossi kristallisierten sich verschiedene Kernthemen heraus, die mit dem Projekt angegangen werden sollten.

Der durch das dreimonatige Visum begrenzte Aufenthalt fand rund um Boma Ng’ombe, also im Norden Tansanias, statt. Das Praktikum stand dabei in sehr engem Kontakt mit der Trinity Pre & Primary School. Das Dorf, das übersetzt „Kuhdorf“ genannt werden kann, liegt direkt am Fuße des Kilimandscharo. In Richtung Westen hat man zudem eine wunderbare Aussicht auf den Mount Meru. Wir konnten also in einer Region arbeiten, in der andere gerne Urlaub machen.
Wir haben das Projekt in drei Hauptbereiche gegliedert. Die täglichen Aufgaben bestanden also hauptsächlich im Managen und Unterstützen in diesen Bereichen:
Im ersten Teil wurden Regenrinnen konstruiert und an einem Gebäude auf der etwas außerhalb von Boma Ng’ombe liegenden Schulfarm angebracht, um den während der Regenzeit anfallenden Niederschlag nicht ungenutzt zu lassen. Mithilfe der Schultechniker und Mr. Ndossi selbst verlief diese Arbeit reibungslos.
Ebenfalls auf der Farm wurde ein Water-Harvesting-System angelegt. Hier wurden insgesamt über einen Kilometer Gräben ausgehoben, deren Aushub meist bergaufwärts geworfen wurde. Das Fanya-Chini- & Fanya-Juu-System soll verschiedene Effekte erzielen: Beispielsweise soll es die Erosion eindämmen und durch das aufgefangene Wasser die Trockenphasen überbrücken, um die Bedingungen für den Anbau von Feldfrüchten zu verbessern. Die Umsetzung verlief auch hier nach Plan und sowohl unser Partner als auch wir sind zuversichtlich, dass das System seine Wirkung zeigen wird.
Der dritte größere Teil des Projekts bestand aus Workshops zu den Themen WASH und Waste Management. An fünf Grundschulen rund um Boma Ng’ombe wurden Lehrkräfte darin geschult, Kindern die Grundlagen dieser Themenfelder zu vermitteln. Dafür wurden die fünften und sechsten Klassen jeweils in interaktiven Workshops unterrichtet. Dabei war es wichtig, intensiv mit den Lehrkräften zu kommunizieren, damit diese die Inhalte auch zukünftig korrekt weitergeben können.
Die Zusammenarbeit mit unserem Projektpartner Mr. Ndossi verlief insgesamt sehr gut. Obwohl bei vielen Abläufen eine gewisse Spontanität eine wichtige Rolle spielte, ging er stets auf unsere Anliegen ein und versuchte, uns bestmöglich zu unterstützen. Zudem sorgte er dafür, dass wir an der Trinity School gut integriert waren und auch an den Wochenenden vielfältige Eindrücke sammeln konnten. Von ihm kam auch der Vorschlag, künftig weitere Studierende aufzunehmen, gerne auch für einen längeren Zeitraum als die drei Monate, in denen wir unser Praktikum absolvierten.
RMW - Praktikantin Jule Heidenreich beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)

Der NLWKN ist eine landeseigene Behörde mit elf Betriebsstellen, der Direktion in Norden, Betriebshöfen, Naturschutzstationen, Laboren und Sperrwerken, die dem Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz unterstehen. Das Praxissemester fand an der Betriebsstelle Norden im Bereich des Hochwasser- und Küstenschutzes bei der Forschungsstelle Küste statt.
Während meines Praktikums habe ich mich mit der Erhebung und Auswertung gewässerökologischer Parameter mit dem Schwerpunkt Nährstoffanalytik befasst. Dabei waren meine Aufgaben im Einzelnen:
- Teilnahme an Schiffseinsätzen im niedersächsischen Übergangs- und Küstengewässer, Probenahme und -bearbeitung für Nährstoffe sowie Messungen u.a. der Parameter Salzgehalt, Temperatur, Sauerstoff, pH-Wert und Trübung mit Multisonden
- Aufbereitung und Auswertung der Messdaten sowie Vergleich mit bereits vorhandenen Datensätzen (Gewässergüte-, Labor- und Pegeldaten) mit Excel, MatLab und ArcGIS Pro
- Mitarbeit bei der Wartung und Integration von Schiffsmechanik (FerryBox, Multiparametersonden) im laufenden Betrieb und in der Werftzeit
- Mitarbeit bei der Kalibrierung und Wartung von Multisonden
- Zusammenfügen und vereinheitlichen von Vergleichsdatensätzen der letzten Jahre zur weiteren Auswertung
- Eigenständige Kalibrierung und Verifikation schiffsgestützter automatischer Nährstoffanalysatoren (SYSTEA) sowie Durchführung und Auswertung von Messreihen in verschiedenen Meer- und Süßwasserkonstellationen
- Dokumentation der Ergebnisse
RMW - Praktikant Moritz Bürker bei NORCE (LFI)

Das Norwegian Research Centre (NORCE) beschäftigt sich mit einer Vielzahl unterschiedlicher Forschungsbereiche. Während meines sechsmonatigen Praxissemesters war ich am LFI (Labor für Süßwasserökologie und Inlandsfischerei) tätig. Dort nahm ich am laufenden Forschungsbetrieb teil und unterstützte die Datenerhebung für verschiedene Projekte.
Während der Feldarbeitssaison von September bis Mitte Dezember bestand der Großteil meiner Arbeit aus der Unterstützung bei unterschiedlichen Feldarbeiten. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem die Zählung von Laichfischen, die Elektrobefischung verschiedener Gewässer, das Fangen von Fischen zur Ausstattung mit Telemetriesendern sowie die Installation und Wartung eines Netzwerks von Datenloggern.
Um einen Eindruck von der praktischen Arbeit zu vermitteln, möchte ich besonders auf die Laichfischzählung eingehen. Das LFI erfasst jährlich in über 70 Flüssen entlang der norwegischen Westküste die aufsteigenden Lachse und Meerforellen, um verlässliche Daten über die Populationsgrößen zu erhalten. Dazu werden die Flüsse von zwei bis vier Tauchern im Trockentauchanzug entlang der Fließrichtung abgesucht. Diese Arbeit bietet eine einzigartige Möglichkeit, große Teile der norwegischen Westküste zu sehen und gleichzeitig einen direkten Einblick in den Lebensraum und das Verhalten der Fische zu gewinnen.
Neben diesen Hauptaufgaben hatte ich außerdem die Gelegenheit, bei zahlreichen weiteren Projekten mitzuwirken. Dadurch war das Aufgabenspektrum sehr vielfältig und ermöglichte einen umfassenden Einblick in die Arbeit des LFI. Nach der Feldarbeitssaison konnte ich zudem bei der Planung von Revitalisierungsmaßnahmen sowie bei der Ausarbeitung kleinerer Projekte mitarbeiten.
Auch menschlich war das Praktikum eine sehr positive Erfahrung: Das gesamte Kollegium war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, sodass ich meine Zeit dort sehr genossen habe. Insgesamt war ich mit der Wahl meiner Praktikumsstelle mehr als zufrieden. Darüber hinaus bietet Norwegen – und insbesondere die Stadt Bergen – zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, sodass es auch außerhalb der Arbeit nie langweilig wurde.

RMW – Praktikant Fabian Mackenbach an der Technical University of Denmark-National Institute of Aquatic Resources (DTU-Aqua) im Bereich Aquakulturforschung in Hirtshals, Dänemark

Das “National Institute of Aquatic Resources” ist ein Institut an der “Technical University of Denmark” (DTU-Aqua). DTU-Aqua untersucht und fördert die Funktionsfähigkeit von Ozeanen, Flüssen und Seen mit dem Ziel, die biologische Vielfalt zu erhalten. Mit Forschung, Beratung und Lehre trägt das Institut zur Entwicklung einer nachhaltigen marinen Bioökonomie, zur Stabilität aquatischer Ökosysteme sowie zur Reduzierung klimabedingter Auswirkungen bei.
Meine Aufgaben während meines fünfmonatigen Praktikums unterteilten sich in drei Bereiche:
- Fischversorgung und Wasseranalytik: Zu meinen Aufgaben in diesem Bereich gehörten die regelmäßige Fütterung der Fische, sowie Analyse der Wasserparameter Nitrit, Nitrat, Ammonium, pH, und Sauerstoffgehalt. Darüber hinaus wurde das Forschungsteam bei Fischexperimenten mit Tätigkeiten wie dem Wiegen und Vermessen der Fische, deren Aufteilung in Versuchsgruppen sowie die Probenentnahme für wissenschaftliche Untersuchungen unterstützt.
- Aquaponik: Der zweite Aufgabenbereich bestand aus der Betreuung eines Aquaponik Systems. Hierzu zählten die Pflege und Versorgung der Pflanzen, die regelmäßige Kontrolle relevanter Wasserparameter sowie das Nachfüllen von RAS-Wasser zur Stabilisierung des Systems.
- Mikroalgenzucht: In diesem Bereich wurden eigenständig Experimente vorbereitet und durchgeführt, mit dem Ziel herauszufinden, ob die Mikroalgenspezies Nannochloropsis oceanica in RAS-Wasser kultiviert werden kann. Dies umfasste die Anlage von Versuchsansätzen, Laboranalysen sowie mikroskopische Untersuchungen der Proben. Zur erweiterten Analyse wurden ebenfalls Fluoreszenzanalysen und Zellanalyseverfahren der Mikroalgen durchgeführt.
RMW-Praktikant Sebastian Kautz im Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis (untere Wasserbehörde)
Das Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz (AUWB) fungiert als untere Wasser- und Bodenschutzbehörde und deckt ein breites Spektrum rechtlicher und fachtechnischer Aufgaben ab. Ein Praktikum in diesem Bereich bietet die Gelegenheit, die theoretischen Grundlagen aus den Bereichen Umweltrecht und Gewässerentwicklung unmittelbar in der Verwaltungspraxis anzuwenden.
Das Praktikum richtet sich an Studierende, die eine hohe Eigenverantwortung schätzen und Freude an der Lösung interdisziplinärer Fragestellungen haben. Die Arbeit an der Schnittstelle zwischen technischer Planung und rechtlichem Vollzug bietet eine ideale Orientierung für den späteren Berufsweg in der Umweltverwaltung oder im Ingenieurwesen.
Schwerpunkte des Praktikums
Die Tätigkeit im AUWB zeichnet sich durch eine enge Verzahnung von Technik, Recht und Verwaltung aus. Praktikanten erhalten Einblicke in:
- Gewässerökologie & Management: Unterstützung bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) durch die Erstellung von Gewässersteckbriefen und Maßnahmenkonzeptionen für Kommunen.
- Kontrollgänge & Teilnahme an Ortsterminen: Aktive Teilnahme an Abflussmessungen (z. B. Salzverdünnungsverfahren), und dem Monitoring von Mindestwasserabgaben.
- Begleitung von Ortsterminen wie Gewässerschauen, Quellsanierungen, Stauanlagenkontrollen und der Überprüfung von Umweltmeldungen im Außendienst.
- Geoinformationssysteme & Fachdaten: Ich habe mit QGIS, Böschungsoberkanten zur Modellierung von Geländestrukturen überprüft und aktuelle Grundwassermessstellen in das Fachinformationssystem WIBAS eingepflegt.
Zudem habe ich die DMS-Software zur rechtssicheren digitalen Aktenführung genutzt, um einen effektiven und papierlosen Informationsfluss im Amt zugewährleisten.
Persönliches Fazit:
Das Praktikum bot mir die gute Gelegenheit, mein Wissen aus dem Studium des Wassermanagements in der Praxis der Unteren Wasserbehörde anzuwenden. Dank der offenen Teamatmosphäre konnte ich alle Arbeitsbereiche kennenlernen und wertvolle Erkenntnisse über die Verknüpfung von meiner studentischen Ausbildung und konkretem Berufsalltag gewinnen.
RMW-Praktikantin Elena Springer bei der Richmond Vale Academy auf St. Vincent

Die Richmond Vale Academy (RVA) ist eine NGO mit Sitz auf St. Vincent und den Grenadinen. Durch Umweltprojekte und Freiwilligenprogramme legt die RVA ihren Fokus auf die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft. Ich habe während meines Praxissemesters an einem sechsmonatigen Klimaprojekt teilgenommen, dass sich während meiner Zeit um die Anpflanzung von Mangroven, der Erstellung von Heimgärten und damit verbundenen Grauwassersystemen eingesetzt hat.
Das Programm ist in drei Phasen aufgeteilt:
- In der ersten Phase eignet man sich Wissen über den Klimawandel und die Historie von St. Vincent an. Man bereitet einige Präsentationen auf Englisch vor, die man auf die eigenen Vorkenntnisse abstimmen kann.
- In der zweiten Phase fokussiert man sich auf praktische Arbeit und das Arbeiten im Team. Zusammen haben wir beispielsweise Treppen für einen besseren Durchgang im Wald gebaut, einen Pflanzengarten angelegt oder einen Kanal am Strand gegraben, der für eine bessere Frischwasserversorgung der Mangroven sorgt.
- In der letzten Phase lebt man im Team in den Gemeinden, um einen besseren Kontakt mit den Bewohnern vor Ort aufzubauen. Wir haben gemeinsame Workshops in den Dörfern, Öffentlichkeitsarbeit und Unterrichtseinheiten an den Schulen initiiert, um auf die Auswirkungen des Klimawandels und die Wichtigkeit der Mangroven aufmerksam zu machen.
Zusammenfassend habe ich durch das Praxissemester an der RVA erkannt, wie wichtig es ist, im Team zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Ich habe gelernt, eigene Ideen zu entwickeln und auch umzusetzen. Es war eine sehr gute Gelegenheit, Menschen in einem internationalen Kontext kennenzulernen und vor allem bekam ich einen Einblick, wie intensiv Mobilisationsarbeit und Umweltprojekte in einem außereuropäischen Land sein können.
RMW – Praktikant Marius Lück bei der Tractebel Hydroprojekt GmbH, Weimar

In meinem Praxissemester bei der Tractebel Hydroprojekt GmbH habe ich viele Einblicke in die Arbeitsweise und die Aufgaben eines großen Ingenieurbüros erhalten.
Ich konnte in viele verschiedene Projekte und Tätigkeitsfelder der Wasserwirtschaft und des Hochwasserrisikomanagement Einblicke gewinnen. Durch die stets wechselnden Aufgaben der verschiedenen Projekte und wechseln in Büroarbeit und Praktischer Arbeit im Feld, wie Begehungen, Vermessungen und Kundenterminen war die Arbeit interessant und abwechslungsreich.
Die Aufgaben in den fünf Monaten waren die Gewässerbegehungen als Grundlage für die Erstellung von Gewässerunterhaltungsplänen sowie als Grundlage für die Einschätzung der Gefährdung einzelner Objekte, Mitarbeit bei Gewässervermessungen, sowie die Aufbereitung der Vermessungsdaten. Mitarbeit bei der Erstellung und Bearbeitung von hydronumerischen 2D-Modellen (Hydro_AS-2D/SMS) wozu die Erstellung eines Flussschlauchmodells, Bearbeitung DGM und Bruchkanten für die Vorlandmodellierung, Modellbereinigung und Ergebnisauswertung gehört.
Planungsleistungen in GIS (QGIS) zum Beispiel für die Vorbereitung von Vermessungsleistungen, Zusammenstellung und Aufbereitung von Geodaten und Ausweisung von Polderflächen. Die enge Verzahnung von Praxis und Theorie ist hierbei entscheidend für den Lernfortschritt.
Ich konnte einen erheblichen Erfahrungsgewinn in der Datenauswertung mit Excel erreichen, durch die Berechnung von Scheitellaufzeiten, Retentionsberechnungen, Ermittlung von Abflussvolumina für Hochwasserrückhaltebecken, Diverse Nachweise für Polder und Auswertung von Ergebnissen aus 2D-Modellierungen.
Mit der Wahl der Praktikumsstelle für mein Praxissemester war ich sehr zufrieden. Ich wurde freundlich von den Kolleginnen und Kollegen aufgenommen und betreut. Die Stadt Weimar ist definitiv ein Highlight, auch wenn der soziale Aspekt innerhalb des Unternehmens und der Stadt durch die Coronasituation natürlich leiden musste.
