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5. Deutsch – Japanische Summerschool der HFR

Veröffentlicht am: 05. Oktober 2016

Japanische Forstwissenschaftler staunen über Kinderwägen und Reiter im Wald

Kastanienwälder bei Edenkoben

Im Rahmen der fünften Deutsch-Japanischen Summerschool der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Sebastian Hein, Proffesur für Walbau an der HFR und Leiter der Japan Kontakte, kamen vom 11. bis 18. September 2016 rund 50 japanischen Studierende und Professoren der Forstwissenschaft an die HFR, um zum Themenschwerpunkt „Wald und Gesellschaft“ Exkursionsziele in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland Pfalz anzufahren. Die SummerSchool 2016 ist Teil des Projektes FForestCC (Forestry and Foresters Crossing Contintents) das die HFR gemeinsam mit den japanischen Partnerinstitutionen Universität Kagoshima, Universität Iwate und der Gifu Academy of Forest Science and Culture im Rahmen des Programms Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende- BWS plus, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung, durchführt. Das Projekt wird im Zeitraum 2015 – 2017 mit einer Summe von 84.750 Euro durch die Baden-Württemberg Stiftung unterstützt.

Ziele des Zusammentreffens der Studenten waren unter anderem der Besuch eines FriedWalds im Schönbuch und anschließender Führung ans Rotwildgehege im Schönbuch mit einem Vortrag zum Thema „Jagd im Wald“. Einen Einblick in die selten gewordene Plenterwaldbewirtschaftung, eine dauerhefte Bewirtschaftungsform im Hochwald, erhielten die japanischen Studenten dann im Westallgäu und staunten über die mächtigen Stämme der Weißtanne, die sie bei einem anschließenden Besuch in einem spezialisierten Kleinsägewerk im Vorarlberg als wertvolle Zuschnitte zur Weiterverarbeitung in der Industrie in der regionalen Wertschöpfungskette weiter verfolgen konnten.

Der Besuch am Haus des Waldes war ein weiterer Programmhöhepunkt, wozu die HFR und das Haus des Waldes zum Deutsch-Japanischen Walddialog eingeladen hatten.

Nachdem die Studierenden und Professoren unter Anleitung der pädagogischen Leiterin, Frau Katarina Falkenburger, Waldpädagogik in Form von Waldspielen und Experimenten erleben konnten, begrüßte Frau Katja Mahler, Referentin Bildung von der Baden-Württemberg Stiftung die Gäste, unter denen sich auch einige Studierende befanden, die als Stipendiaten der Stiftung an der Summer School teilnahmen.

Deutsch-Japanischer Walddialog im Haus des Waldes
Vertreter der Forstkammer BW, PEFC Deutschland, des NABU und ForstBW stellten den japanischen Gästen die jeweils eigene Perspektive dar wobei auch das Konfliktpotential zwischen den Parteien deutlich wurde. Die japanische Sicht wurde durch zwei Professoren der Universitäten Iwate und Kagoshima vorgestellt und so konnten Unterschiede und Gemeinsamkeiten identifiziert und diskutiert werden.

Weitere Exkursionsziele des einwöchigen Seminars waren Holzernteeinsätze in steilen Lagen im Schwarzwald, die in mit Japan vergleichbar anspruchsvollem Terrain mittels Hangharvestern oder Seilkrantechnik durchgeführt wurden. Ebenfalls wurde ein erfolgreiches Projekt zur Mobilisierung und Rentabilitätssteigerung von Kleinstprivatwaldbesitz in Osterburken besucht sowie eine Führung durch den Frankfurter Stadtwald unter besonderer Berücksichtigung der Multifunktionalität des Waldes im großstädtischen Raum und unmittelbarer Nähe zu einem der größten Flughäfen der Welt durchgeführt.

Abschließend führte es die japanische Gruppe in den südlichen Pfälzer Wald nahe Edenkoben, wo die Römer als wichtige natürliche Hinterlassenschaften nicht nur mittels der Weinreben die typische Kulturlandschaft schufen, sondern auch Kastanienwälder anlegten, die sonst eher für Italien und Südfrankreich typisch sind.

Kontakt:
Prof. Dr. Sebastian Hein, Projektleitung: <link>hein@hs-rottenburg.de 
Christoph End, Projektkoordinator: end@hs-rottenburg.de

Über das Baden-Württemberg-STIPENDIUM:

Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM fördert den internationalen Austausch von qualifizierten Studierenden und jungen Berufstätigen. Seit 2001 konnten über 19.000 junge Menschen aus Baden-Württemberg Auslandserfahrungen sammeln bzw. junge Menschen aus dem Ausland konnten einige Zeit in Baden-Württemberg verbringen. Im laufenden Stipendienjahr 2016/2017 werden wieder mehr als 1.000 junge Menschen ein Baden-Württemberg-STIPENDIUM erhalten.
Weitere Informationen unter <link http: www.bw-stipendium.de>www.bw-stipendium.de 

Das Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus:

Mit dem Programm BWS plus unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. 2011 wurde das mit jährlich ca. 800.000 € dotierte Programm zum ersten Mal ausgeschrieben und unterstützt inzwischen mehr als 40 BWS plus-Projekte an baden-württembergischen Hochschulen.

Stiftungsprofil:

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.
Weitere Informationen unter <link http: www.bwstiftung.de>www.bwstiftung.de