Wissenschaftliche und organisatorische Zusammenarbeit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und der Université du Burundi in Bujumbura

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Projektförderung:

Baden-Württemberg Stiftung über das Programm BWS Plus

Projektträger:

Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg
Schadenweilerhof
72108 Rottenburg am Neckar

Projektleiterin:

Prof. Dr. Heidi Elisabeth Megerle
Professur für Angewandte Geographie und Planung
Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg
T: 07472-951-243
M:megerle@dont-want-spam.hs-rottenburg.de   

Projektzeitraum:

2014-2017

Projektinhalt

Unterzeichnung der Kooperationsabsichtserklärung in Bujumbura (2011)

Das Gesamtziel dieses Projektes ist es, bereits bestehende Kontakte und Beziehungen zwischen Wissenschaftlern und Studierenden der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg sowie der Arbeitsgruppen der Professoren Reinhold Fink und Peter Grathwohl (Universität Tübingen) mit denjenigen der Université du Burundi so auf- und auszubauen, dass eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit gewährleistet wird. Dabei sollen wissenschaftliche und organisatorische Kooperationen vertieft, aber auch der Bereich der Lehre und Ausbildung eingeschlossen werden. Um die 2011 unterzeichnete Kooperationsabsichtserklärung der beteiligten Institutionen auf breiter Basis und nachhaltig umzusetzen, wurden bewusst verschiedene Fachbereiche eingebunden.

Université du Burundi in Bujumbura

Als Austauschmaßnahmen sind Studienaufenthalte von Studierenden sowie gegenseitige Besuche von Hochschullehrer-Delegationen und Gastprofessuren in beide Richtungen geplant. Studierende aus Baden-Württemberg erhalten die Möglichkeit, im Rahmen eines Auslandssemesters internationale Erfahrungen zu sammeln und an Forschungsarbeiten der burundischen Kollegen mitzuarbeiten (z.B. für eine Abschlussarbeit). Im Gegenzug sollen Studierende aus Burundi die Möglichkeit erhalten, einen Teil eines Studiums in Baden-Württemberg zu absolvieren, das sich in ihrem Heimatland erst im Aufbau befindet. Der Aufbau der Bachelor- und Master-Ausbildung in Burundi soll durch die Erfahrungen der Studierenden als auch durch den Austausch mit den deutschen Hochschullehrern unterstützt werden. Letzteres wird im Rahmen von gegenseitigen Besuchen von Hochschullehrer-Delegationen sowie durch Gastdozenturen von zwei Professoren der Université du Burundi an der Hochschule Rottenburg sowie einer Gastdozentur in der Arbeitsgruppe Fink möglich. Im Rahmen der gegenseitigen Besuche sind Lehrveranstaltungen geplant, bei denen einer großen Anzahl von Studierenden der beteiligten Fachbereiche die Möglichkeit geboten wird, die Hochschullehrer in der Lehre und ihrer wissenschaftlichen Arbeitsweise kennenzulernen. Zum Abschluss der hier beantragten Maßnahme ist ein gemeinsamer Workshop vorgesehen, der sowohl die Evaluation der bis dahin umgesetzten Maßnahmen beinhaltet, als auch die Erarbeitung konzeptioneller Ideen für die Fortsetzung und Intensivierung der Kooperation, die in eine dauerhafte und nachhaltige Zusammenarbeit überführt werden soll. 

Burundi und Baden-Württemberg

Seit 1980 besteht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Burundi, die in jüngster Zeit intensiviert wurde. Nach den entwicklungspolitischen Leitlinien für Baden-Württemberg, in denen Burundi als einziger Staat neben Deutschland erwähnt ist, ist ein Partnerschaftsabkommen mit Burundi im Frühjahr 2014 unterzeichnet worden. Im Sinne dieser Zusammenarbeit verfolgt dieses Projekt eine Kooperation beider Länder in mehreren Fachbereichen (Forstwissenschaft, Geographie und Ressourcenmanagement, Geowissenschaften und Chemie), die von hoher entwicklungspolitischer Bedeutung sind.

Hintergrundinformationen zu Burundi

Kinderreichtum in Burundi

Burundi, einer der kleinsten Staaten Afrikas und einer der ärmsten Staaten weltweit, gehört durch seine Binnenlage ohne direkten Meereszugang (landlocked country) und durch seine erheblichen Entwicklungsdefizite zu den sogenannten LDCs (least developed countries), d.h. den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. Mit einem HDI (Human Development Index) von 0,389 liegt Burundi noch unter dem Durchschnitt der LDCs sowie der subsaharischen Länder. Diese gravierenden Entwicklungsprobleme trotz vergleichsweise günstiger naturräumlicher Ausgangsbedingungen sind u.a. auf historische Ereignisse (langjähriger Bürgerkrieg), ein sehr hohes Bevölkerungswachstum sowie einen sehr geringen Bildungsgrad zurückzuführen.

Grünes Burundi

Durch seine Lage am Tanganyikasee (zweitgrößtes Süßwasserreservoir der Erde), relativ hohe Niederschläge und relativ fruchtbare Böden besitzt Burundi umfangreiche Wasserressourcen und prinzipiell gute Voraussetzungen für eine ertragreiche Landwirtschaft. Die dennoch bestehenden erheblichen Wassernutzungskonflikte sind sozioökonomischen und gesellschaftspolitischen Ursachen geschuldet und führen dazu, dass Burundi bereits heute unter erheblichem Wasserstress leidet. Der Teufelskreis, ausgelöst durch massive Armut, erhebliches Bevölkerungswachstum, fehlende finanzielle Mittel und technisches Know-How sowie eine seit Jahrzehnten andauernde politische Instabilität scheint kaum zu durchbrechen zu sein.

Weltmeister im Abholzen

Von der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) als „Weltmeister im Abholzen“ bezeichnet (Holz ist quasi der einzige Energieträger), besitzt das ursprünglich fast vollständig bewaldete Land mittlerweile einen Restwaldanteil von knapp über 4%. Im Rahmen des Klimawandels zunehmende Starkregenereignisse treffen in einem Land mit weit verbreiteten Steilhanglagen (Rift-Valley) auf vegetationsarme bis -freie Böden, die somit einer massiven Erosion bis hin zur totalen Degradation zum anstehenden Gesteinshorizont ausgesetzt sind.

Erhebliche Bodenerosion auf vegetationsarmen Bereichen

Hier setzt ein zweiter Teufelskreis an, da das Wasser auf den erodierten Bereichen oberflächlich abfließt, Überschwemmungsschäden im Tiefland verursacht (verheerende Flutkatastrophe mit massiven Erdrutschen und zahlreichen Toten und Verletzten im Februar 2014), gleichzeitig eine verringerte Grundwasseranreicherung bewirkt und damit bereits zum Versiegen von Quellen beigetragen hat. Sowohl durch die massive Erosion als auch infolge der Wasserproblematik gehen kontinuierlich dringend benötigte Anbauflächen verloren. Gleichzeitig scheinen durch den sehr hohen Bevölkerungsdruck (jährliches Wachstum von 3,2 %) und die extreme Armut (68% der Bevölkerung unter der nationalen Armutsrate) sowie den geringen Bildungsgrad (44% Analphabetenrate bei Männern, bis zu 100% bei Frauen im Ländlichen Raum) kaum Ansatzpunkte für praktikable Lösungsstrategien gegeben.

Alphabetisierungsprojekt für Frauen in Bisoro

Hoffnung vermittelt das hohe Engagement der burundischen SchülerInnen, Studierenden und Dozenten sowie verschiedene Entwicklungsprojekte, die sich sehr positiv entwickelt haben.

Projektziele

Mit diesem Projekt werden Kontakte zwischen Hochschulangehörigen der beteiligten Hochschulen geknüpft und verstärkt, die eine verlässliche Zusammenarbeit möglich machen. Damit ergeben sich für Studierende aus beiden Ländern vielfältige Möglichkeiten für Austauschmaßnahmen. Studierende der Studiengänge Forstwirtschaft, Ressourcenmanagement Wasser und Nachhaltiges Regionalmanagement der Hochschule Rottenburg sowie der Studiengänge Chemie und Geowissenschaften (Tübingen) sollen ein Auslandssemester an der Université du Burundi absolvieren und / oder ihre Abschlussarbeit in Burundi schreiben können, wozu sie in interessante, anspruchsvolle und gesellschaftlich relevante Projekten in Burundi eingebunden werden sollen. Studierende aus Burundi sollen ihre Ausbildung im internationalen Umfeld vervollständigen und Kenntnisse erwerben, die in ihrem Heimatland dringend gebraucht werden.

Burundi – überraschend grün und farbenfroh

Durch den Austausch von Hochschullehrern wird zudem die wissenschaftliche Zusammenarbeit ausgebaut, für deren Fortsetzung anschließend weitere Fördergelder eingeworben werden können. In diese Forschungsprojekte sollen Studierende im Rahmen von Abschlussarbeiten eingebunden werden (siehe oben). Zudem ist eine Internationalisierung der Lehre durch das Angebot von Lehrveranstaltungen der besuchenden Dozenten an allen Standorten geplant.

Kleinbäuerliche Landwirtschaft in Burundi

Die anvisierten gemeinsamen Forschungsprojekte haben nicht nur einen hohen wissenschaftlichen Anspruch, sondern auch eine sehr hohe Relevanz für die weitere Entwicklung in Burundi. Der vielschichte Problemkomplex in einem der ärmsten Länder der Welt ist nur in einer interdisziplinären Betrachtung anzugehen. Hierzu sollen die Kompetenzen der burundischen Kollegen (Hydrogeologie, Forstwirtschaft, Ressourcenmanagement Wasser, präzise Regionalkenntnisse) mit den Kompetenzen der deutschen Kollegen (Hydrogeologie, Forstwirtschaft, nachhaltige Regionalentwicklung, Ressourcenmanagement Wasser, Umweltplanung und Partizipationsverfahren) genutzt werden, um mittels eines Multimethodenansatzes nachhaltige Landnutzungsstrategien, wie z.B. spezifische Agroforstsysteme, aber auch Modelle der dezentralen Trinkwasserversorgung zu entwickeln und vor Ort empirisch zu testen. Hierbei ist eine enge Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie mit spezialisierten Firmen und Nichtregierungsorganisationen, wie z.B. dem Global Nature Fund (GNF) vorgesehen. Eine erste inhaltliche und räumliche Konkretisierung soll im Rahmen des Aufenthaltes der deutschen Kollegen in Burundi im März 2015 erfolgen.

Projektbausteine im Jahr 2014

  • Die Bewilligung des Projektes durch den Fördergeber erfolgte im Sommer 2014. Ergänzend zu den erforderlichen organisatorischen und administrativen Aufgaben bestand der entscheidende Projektbaustein im Jahr 2014 aus dem Besuch der burundischen Kollegen im November 2014.
  • Im Rahmen des einwöchigen Besuches konnten zahlreiche Projektgespräche mit KollegInnen der beteiligten Hochschule / Universität Tübingen geführt werden sowie mit Vertretern des Staatsministerium, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur, der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit und der Landtagsabgeordneten Petra Häffner.
  • Prof. Dr. Pascal Nkurunziza informierte ein sehr interessiertes Publikum im Rahmen des Studium Generale der Hochschule für Forstwirtschaft über die aktuelle Situation in seinem Heimatland Burundi.
  • Neben den zahlreichen Gesprächen und Laborbesichtigungen hatten die burundischen Kollegen, die teilweise zum ersten Mal in Deutschland waren, auch die Möglichkeit, die Städte Rottenburg am Neckar, Tübingen und Stuttgart sowie das Biosphärengebiet Schwäbische Alb kennenzulernen.

Projektbausteine im Jahr 2015

  • Die Projekthomepage geht online
  • Tagung „Regionale Partnerschaften mit dem Globalen Süden - Erfolgsbedingungen und Herausforderungen“ in Stuttgart – Vortrag von Prof. Megerle zum Burundi-Projekt
  • Im März 2015 reisen Prof. Dr. Heidi Megerle, Prof. Dr. Reinhold Fink (Universität Tübingen) und Felix Rau (Student Ressourcenmanagement Wasser an der HFR) nach Burundi. Projektgespräche mit zahlreichen Akteuren in Bujumbura, u.a. GIZ, Rektorat der Université du Burundi und dem internationalen Rice Research Institute. Workshop mit Prof. Megerle zu „Gestion de l'eau dans la République fédérale de l'Allemagne“ (Wassermanagement in Deutschland). Besuch der einzigen Kläranlage in Burundi. Vor-Ort-Termine bei den Forschungsprojekten der burundischen Kollegen zu Grundwasserressourcen (Dr. Charles Bakundukize) und zur Erosionsproblematik (Prof. Dr. Bernadette Habonimana)
  • Aufenthalt des ersten Studenten der HFR (Felix Rau) zur Anfertigung seiner Bachelorarbeit in Burundi ab März 2015. Der Aufenthalt fällt leider in den Beginn der Unruhen. Eine Forschungsarbeit ist daher gegen Ende des Aufenthalts nicht mehr möglich. Herr Rau verlässt Burundi vorzeitig. Über seine Erfahrungen in Burundi berichtet Felix Rau in einer Radioreportage des SWR. Die Bachelorarbeit wird im Juni 2015 öffentlich an der HFR präsentiert. Ebenfalls im Juni stellt Felix Rau seinen Aufenthalt in Burundi beim Sommerfest von Baden-Württemberg International in Reutlingen vor.
  • Ab Juni 2015 wird der Aufenthalt von Raissa Mpundu vorbereitet, die im Oktober ihr Masterstudium „Applied Geology“ an der Universität Tübingen aufnimmt
  • Im September 2015 hält Prof. Megerle auf der European Conference of the Landscape Research Group “Energy Landscapes: Perception, Planning, Participation and Power” in Dresden einen Vortrag zu: „Poverty-induced energy landscapes and their ecological and socio-economic consequences: case study Burundi”.
  • Bei der Fachsitzung „Wasser – Nutzungskonflikte um eine knappe Ressource“ des Geographentages in Berlin im Oktober referiert Prof. Megerle zum Thema „Wasserstress trotz Wasserreichtum – sozioökonomische und gesellschaftspolitische Aspekte am Beispiel Burundis“. Der Tagungsbeitrag wird in Geo-Öko publiziert.
  • Ebenfalls im Oktober hält Prof. Fink beim 26. Burundi-Treffen der SEZ in der Sparkassenakademie in Stuttgart einen Vortrag: “Das BWS Projekt - Wissenschaftliche und organisatorische Zusammenarbeit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und der Université du Burundi in Bujumbura.“
  • Ende Oktober ist die HFR bei der Zukunftstour aktiv. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf globalen Wasserthemen.
  • Da die politische Situation in Burundi nach der umstrittenen Wiederwahl des Präsidenten sehr unsicher ist und eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes besteht, sind Aufenthalte von deutschen Dozenten und Studierenden in Burundi aktuell nicht mehr möglich. In Abstimmung mit BWS muss daher der ursprüngliche Projektplan geändert werden. 

Projektbausteine 2016

  • Im Frühjahr verschiedene Aktivitäten im Kontext der Partnerschaft Albstadt – Bisoro sowie Vorbereitungen für den Aufenthalt der burundischen Kollegen in Rottenburg und Tübingen
  • Juni – August 2016: Aufenthalt von Prof. Dr. Pascal Nkurunziza in Rottenburg und Tübingen. Da Prof. Nkurunziza fließend Deutsch spricht, ist er ein hervorragender Multiplikator für Burundi: Verschiedene wissenschaftliche Vorträge zu Burundi, u.a. am Geographischen Institut der Universität Tübigen Zahlreiche Inputs in unterschiedlichen Seminaren an der Hochschule in Rottenburg und intensive Diskussionen mit den Studierenden Einblick in diverse Forschungsprojekte der Rottenburger und Tübinger Kollegen, u.a. des Zentrums für Angewandte Geowissenschaften Gespräche mit verschiedensten Akteuren, u.a. Pater Deogratias Maruhukiro, der Friedens- und Versöhnungsnetzwerk Rapred-Girubuntu in Freiburg gegründet hat, der SEZ und dem Umweltlabor von Daimler.
  • Juli – August 2016: Aufenthalt von Prof.Dr. Godefroid Gahungu und Dr. Leonidas Bizumukama in Rottenburg und Tübingen Hierbei v.a. Gespräche mit möglichen Projektpartnern für aktuell laufende Forschungsprojekte
  • Herbst 2016: Öffentlichkeitsarbeit sowie wissenschaftlicher Output aus den Projektarbeiten: Vortrag von Prof. Megerle anlässlich der Tagung des Arbeitskreis Ländlicher Raum in Erlangen zu „Ländliche Armutsregionen in peripheren afrikanischen Räumen: ökologische und sozio-ökonomische Herausforderungen am Beispiel Burundi“ Prof. Megerle publiziert einen Artikel zu „Wasser als Konfliktstoff des 21. Jahrhunderts – Konfliktfaktoren am Beispiel der ökonomischen Wasserknappheit“ mit einem Fokus auf Burundi, in der Zeitschrift morphe
  • Sowohl Joyce Muvunyi (Leiterin des Burundi-Zentrums der SEZ) als auch Hans Rauscher (Seniorexperte für Wassertechnik und zweimaliger Aufenthalt in Burundi) werden in Seminare an der HFR eingebunden.

Projektbausteine im Jahr 2017

  • Februar 2017: Zweiwöchiger Aufenthalt von Prof. Dr. Bernadette Habonimana in Rottenburg. Da Frau Habonimana die einzige Forstprofessorin in Burundi ist, schwerpunktmäßig Gespräche mit Forstkollegen der HFR, aber auch Forst BW sowie Besuch des Haus des Waldes und des Wasserwerkes in Hermentingen. Vortrag in Albstadt mit Vorstellung des Forschungsprojektes zur Erosionsproblematik (siehe Projektbausteine 2015).
  • Mai 2017: Die Baden-Württemberg Stiftung genehmigt aufgrund der nach wie vor kritischen politischen Situation eine kostenneutrale Verlängerung des Projektes bis zum Juli 2018

Projektbausteine im Jahr 2018

Projektbeteiligte

Professor Dr. Heidi Elisabeth Megerle mehrweniger

Dipl. Geographin; Promotion und Habilitation am Geographischen Institut der Universität Tübingen Seit 2009 Professur für Angewandte Geographie und Planung an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg; Studiengangleitung BSc. Ressourcenmanagement Wasser.

Forschungsschwerpunkte: Human- und Angewandte Geographie; Raum- und Umweltplanung, Ländlicher Raum, nachhaltige Regionalentwicklung, Tourismus, Entwicklungszusammenarbeit. Ordentliches Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Akademie für Raumforschung und Landesplanung Baden-Württemberg, wissenschaftlicher Beirat des UNESCO-Geoparks Schwäbische Alb und Fachbeirat PLENUM Landkreis Tübingen.

2011 Reise mit der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) nach Burundi; Unterzeichnung einer Kooperationsabsichtserklärung zwischen der HFR, der Universität Tübingen und der Université du Burundi, seither regelmäßige Kontakte nach Burundi, Mitglied des Burundi-Akteursnetzwerks Baden-Württemberg.

Professor Dr. Reinhold F. Fink mehrweniger

Dipl. Chemiker, Promotion und Habilitation an der Ruhr-Universität Bochum, seit 2011 Universität Tübingen, Professur für Computational Physical Chemistry, zuvor Postdoktorand in Basel, Schweiz und Lund, Schweden, 2001 Dozent an der Universität Düsseldorf, 2004-2005 Gastprofessur Universität Uppsala, Schweden, 2006-2008 Lehrstuhlvertretung am Institut für Physikalische Chemie der Universität Würzburg. Forschungsschwerpunkte: Entwicklung quantenchemischer Rechenmethoden, Theorie organischer optoelektronischer Materialien, Theoretische Rumpfelektronenspektroskopie. Vorträge und Vorlesungen u.a. in Finnland, Ungarn, Schweden, Norwegen und Frankreich; mehr als 80 internationale begutachtete Veröffentlichungen, Gutachter zahlreicher internationaler Zeitschriften, seit 2013 Studiendekan-Chemie. Sprachen: Englisch, Schwedisch.

Professor Dr. Sebastian Hein mehrweniger

Dipl. Forstwirt, Promotion und Habilitation an der Universität Freiburg i.Br., seit 2008 Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, Professur für Waldbau und Waldwachstum, zuvor 2003 Gastprofessur an der Ecole National du Génie Rural des Eaux et des Forêts (ENGREF/ AgroParisTech) in Nancy/ Frankreich und in 2006 Vertretungsprofessur an der University of Wisconsin – Stevens Point/ USA.

Forschungsschwerpunkte: Ökologie, Wachstum, Nachhaltigkeit und Wertleistung von Wäldern, internationale Forstwirtschaft, Agroforstsysteme, u.a. key notes, Vorträge und Vorlesungen in USA, Japan, Frankreich, Finnland und Neuseeland; Kurzzeitberater GIZ/GTZ in der Dominikanischen Republik, in 2014 Einladung zur Vorlesungsreihe „Waldbau und Waldwachstum in den Tropen“ nach Gabun, > 100 inter-/nationale nicht/begutachtete Veröffentlichungen, Gutachter in Forschungsprogrammen der EU (ERA), in Deutschland (BMBF, DAAD) und diversen Bundesländern (FVA) sowie der Russischen Föderation und zahlreichen internationalen Zeitschriften (incl. Hrsg.), gewähltes Mitglied des Senats der HFR, stellvertretendes Mitglied des Landesforstwirtschaftsrates BW. Sprachen: Englisch, Französisch.

Prof. Dr. Peter Grathwohl mehrweniger

Dipl. Geologe; Professor für Hydrogeochemie/Angewandte Geologie am Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen und Sprecher des Forschungsclusters WESS (Water and Earth System Sciences). Er leitet seit 25 Jahren eine hauptsächlich drittmittelfinanzierte Arbeitsgruppe mit zahlreichen Doktoranden, PostDocs und Bachelor- bzw. Masterstudenten. Das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften (ZAG; http://www.geo.uni-tuebingen.de/) ist das heute mit Abstand größte Zentrum dieser Art in Deutschland, mit breiter internationaler Ausstrahlung. Hauptarbeitsgebiet sind Labor- und Felduntersuchungen zum Verhalten von Schadstoffen in Wasser und Boden. In den letzten Jahren neu hinzugekommen ist die numerische Simulation des Wasser- und Stoffhaushalts von Wassereinzugsgebieten. Neben der grundlagenorientierten Forschung zum besseren Verständnis des Schadstoffverhaltens in der Umwelt wurden immer auch problemgetriebene Forschungsfragestellungen verfolgt. Für seine Erfolge, Ergebnisse aus der Forschung in die Anwendung zu bringen, erhielt Peter Grathwohl 2004 den Heitfeld-Preis der Alfred-Wegener-Stiftung-GeoUnion.

Dr. Karsten Osenbrück mehrweniger

Dipl. Physiker; Promotion am Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg. Seit 2010 als Senior Scientist im Forschungscluster Water and Earth System Science (WESS) der Universität Tübingen.

Forschungsschwerpunkte: langjährige Erfahrung bei der Anwendung von Umwelttracern zur Bestimmung von Aufenthaltszeiten von Grundwasser und zur Charakterisierung biogeochemischer Prozesse. Dies beinhaltet die Prognose von Nitratkonzentrationen in Trinkwassergewinnungsgebieten, die Erfassung der Grundwasserneubildung und Wasserdynamik in semi-ariden Gebieten (u.a. Äthiopien) sowie Studien zur Verteilung und zum Transportverhalten von organischen Kontaminanten in urbanen Wassersystemen.

Felix Rau mehrweniger

Student des Bachelorstudienganges Ressourcenmanagement Wasser an der Hochschule Rottenburg.

Vor dem Studium in Rottenburg Ableistung des Zivildienstes im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres in Frankreich: 13 Monate Arbeit und Wohnen in einem Wohnheim für politische Flüchtlinge in der Nähe von Paris. Aus diesem Aufenthalt resultieren gute Kenntnisse der französischen Sprache.

Ab März 2015 Aufenthalt in Burundi zu Datenerhebungen und Recherchen für die Bachelorarbeit.

Prof. Dr. Pascal Nkurunziza mehrweniger

Studium und Promotion in Geologie an der Universität in Greifswald 1990 Seit 1992 Professor für Geologie, Mineralogie, Sedimentologie, Kristallograpie und Geomorphologie an der Fakultät für Naturwissenschaften der Université du Burundi, Department für Geowissenschaften.

Forschungsschwerpunkte: Geologie und Mineralogie der Verwitterungsprozesse und der Sedimentologie (Transport und Sedimentation), Forschungsprojekte im Rahmen der Nilbeckeninitiative sowie der Naturrisiken in Kooperation mit dem Musée Royale de l’Afrique Centrale (MRAC) in Belgien.

Gastprofessuren an der Université Officielle de Bukavu, Demokratische Republik Kongo und der Université de Ngozi, Burundi, Betreuung zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten. Früherer Präsident des wissenschaftlichen Beirates der Revue „Sciences et Technologies” der Universität von Burundi; Mitglied des Lenkungsausschusses von GEORISCA (Projekt zu geologischen und hydrologischen Naturgefahren); Mitglied des wissenschaftlichen Beirates von „Clay and Clay Minerals in Africa“.

Teilnahme und eigene Beiträge auf zahlreichen internationalen Konferenzen in Ägypten, Äthiopien, Burundi, Deutschland, Frankreich, Kenia, Ruanda, Sudan, Südafrika, Tansania. Consulting-Aktivitäten im Wasser- und Bergbausektor.

Früherer Minister für Bau und Infrastruktur sowie früherer Minister für Integration und Wiedereingliederung von Flüchtlingen und Vertriebenen, früherer Senator.

Sprachkenntnisse: Kirundi, Englisch, Französisch und Deutsch sowie Grundkenntnisse in Suaheli.

Professor Dr. Godefroid Gahungu mehrweniger

Promotion in Physikalischer Chemie an der Northeast Normal University (China) im Juni 2008. Seit Juli 2008 Professor für Allgemeine Chemie, Physikalische Chemie, Quantenchemie, molekulare chemische Physik und Molekülspektroskopie an der Fakultät für Naturwissenschaften der Université du Burundi, Department Chemie.

Forschungsschwerpunkte: Anwendung von Elektronenstruktur¬methoden für Materialeigenschaften, Optische Eigenschaften (Fluoreszenz- und Phosphoreszenz-Spektren, Absorptionseigenschaften organischer Zeolithe, Design organischer und organo-metallischer leitfähiger Donor-Akzeptor-Materialien, Halbleitereigenschaften). Gastprofessor an der Université Officielle de Bukavu, Demokratische Republik Kongo und an der Université de Ngozi, Burundi. Seit 2012 Editor des Scientific World Journal, Physical Chemistry section. Wurde 2012 als einer der fünfundzwanzig "Young Affiliates" der TWAS (The World Academy of Sciences ) aus der Subsahara Region in Africa ausgewählt. 2013 Gastprofessor in der Gruppe von Prof. Dr. Reinhold Fink Universität Tübingen. Beiträge an verschiedenen internationalen Konferenzen in Tianjin (China), Kyoto (Japan), Nanjing (China), Guilin (China) und Beijing (China).

Sprachen: Kirundi, Französisch, Chinesisch und Englisch.

Prof. Dr. Bernadette Habonimana mehrweniger

Diplom-Agronomin, Université du Burundi in Bujumbura. Promotion in Biowissenschaften mit Schwerpunkt Forstwirtschaft an der katholischen Universität von Louvain (Belgien) 2000.

Assoziierte Professorin für Forstwirtschaft an der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Université du Burundi in Bujumbura; Gastprofessorin für Agroforstwirtschaft und Naturressourcenmanagement an der Universität von Butare (Ruanda) von 2002-2004, Dekanin der Agrarwirtschaftlichen Fakultät von 2002-2006.

Forschungsschwerpunkte: Waldschutz, Biodiversität und Agroforstwirtschaft sowie Klimawandel Teilnahme und eigene Beiträge auf internationalen wissenschaftlichen Konferenzen in Zentral-, Ost- und Westafrika.

Stellvertretende Chefredakteurin des Wissenschaftsjournals des nationalen Institutes für Umwelt- und Naturschutz und Mitglied des Verwaltungsrates dieses Instituts.

Consultingtätigkeiten im Bereich Management von Flusseinzugsgebieten, Erhalt der Biodiversität und Umweltverträglichkeitsuntersuchungen; Präsidentin der burundischen UVP-Gesellschaft.

Sprachkenntnisse: Kirundi, Französisch und Englisch.

Dr. Charles Bakundukize mehrweniger

Promotion in Geologie an der Universität Gent (Belgien) 2012.

Seit 2012 Dozent für Allgemeine Geologie, Hydrogeologie, Ingenieurgeologie und Umweltgeologie an der Fakultät für Naturwissenschaften der Université du Burundi, Department für Geowissenschaften. Forschungsschwerpunkte: Hydrogeologie und –chemie, Grundwassermodellierung, Umweltgeologie und Integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM).

Teilnahme und eigene Beiträge auf zahlreichen internationalen Konferenzen in Äthiopien, Belgien, Tansania und Uganda.

Umfangreiche Consultingerfahrungen in Grundwasserevaluationen, GIS, Umwelt- und Ingenieurgeologie.

Sprachkenntnisse: Kirundi, Englisch, Französisch und Suaheli.

Heidi Elisabeth Megerle
Prof. Dr. habil. Heidi Elisabeth Megerle

Professur für Angewandte Geographie und Planung;
Studiengangsleiterin B.Sc. Ressourcenmanagement Wasser




T. +49 7472/951-243
F. +49 7472/951-200
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Raum: 210, Barockbau

Sprechzeiten

Sprechzeiten: Jederzeit nach Anmeldung (Telefon, E-Mail)