Mikroplastik im Wald: Forest HP nimmt Proben in Bayern
Veröffentlicht am: 04. August 2026
In den kommenden zwei Wochen entnimmt das Forschungsteam der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und Hochschule Coburg erstmals Bodenproben in Bayern.

Foto: Im Frühjahr haben Prof. Dr. Matthias Noll und Doktorandin Alexandra Unglaube die Probennahmen getestet. Nun beginnt die Probennahme in Bayern. © Eva Maria Wittmann
Das von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderte Projekt „Forest Health & Plastics (Forest HP)“ geht der Frage nach, ob Mikroplastik auch in den Waldboden gelangt und welche Folgen das für Bodenorganismen und die Gesundheit des Waldes hat.
Forschungsteam in Nordbayern unterwegs
Los geht es in Bayern mit den Mountainbike-Trails am Krappenberg bei Lichtenfels. Ausgewählt wurde der Krappenberg, da die Trails seit ihrem Bau 2021 unter Mountainbikern überregional bekannt sind und ein repräsentativer Standort für stark besuchte Waldgebiete in Nordbayern ist. Weiter geht es in den Staatswal Tettau, wo auf forstlich genutzten Flächen wie Rückegassen, Aufforstungsflächen mit Wuchshüllen und Brennholzpolter Proben genommen werden. Anschließend werden Proben entlang von Straßen im Wald genommen. Alexandra Unglaube, Doktorandin an der Hochschule Coburg, wird dafür unter anderem Regenrückhaltebecken an der A 73 untersuchen. Zuletzt werden die Forschende Lern- und Erholungsorte beproben. Dafür stehen der Muppenberg, der Campingplatz Sauloch und das Jugendwaldheim Lauenstein auf dem Plan.
Ganz schön knifflig - plastikfreie Probennahme
Damit es nicht zu einer Kontamination der Proben durch die Forschenden selbst kommt, wird bei der Probenentnahme komplett auf Kunststoff verzichtet. Das ist leichter gesagt als getan: Schuhe, Jacke, Handschuhe, Probenbeutel - viele alltäglich genutzte Objekte bestehen aus Kunststoff. Um die Proben aus dem Wald nicht zu verfälschen, nutzen die Forschenden deswegen Überzüge für die Schuhsohlen und achten bei ihrer Kleidung darauf, keine Kunstfasern zu tragen. Auch das eingesetzte Werkzeug und die Gefäße sind aus Glas, Metall und Holz. Für den Transport der genommenen Proben ist ein Weidenkorb im Einsatz.
Forest Health & Plastics: Ziele, Laufzeit und Förderung
Neben der Menge und Art der Kunststoffe untersuchen die Forschenden auch bodenphysikalische und bodenchemische Eigenschaften sowie die Zusammensetzung der Bodenmikroorganismen und der Mikroorganismen auf Makroplastik. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Auswirkungen von Kunststoffeinträgen auf Waldökosysteme besser zu verstehen und Handlungsempfehlungen für Waldbesitzende, Behörden und die Forstpraxis zu entwickeln.
Das Verbundprojekt Forest Health & Plastics läuft seit Oktober 2025 und endet im August 2028. Es wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Förderprogramm „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“ durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gefördert. Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).
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