Mikroplastik im Wald: Forest HP untersucht Spielflächen rund ums Haus des Waldes
Veröffentlicht am: 31. August 2026
Der Boden um das Haus des Waldes in Stuttgart wird zum Forschungsgegenstand.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und der Hochschule Coburg untersuchen im Rahmen des Projekts „Forest Health & Plastics" (Forest HP) wie Kunststoffe in Waldböden gelangen und welche Auswirkungen sie auf das Ökosystem haben. Dafür wurden am 26. August 2026 an Spielflächen und Wegen rund um das Haus des Waldes Bodenproben genommen.
Der Waldboden im Fokus: Auf der Spur von Mikroplastik
Das Haus des Waldes ist als einer von 42 Standorten in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen Teil einer umfassenden Studie, die Waldböden auf Mikroplastik untersucht. Während zu Mikroplastik in Flüssen und Meeren bereits seit mehreren Jahren geforscht wird, gibt es über Mikroplastik im Wald bislang nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse. Besonders wenig ist darüber bekannt, wie sich Mikroplastik auf die mikrobiellen Lebensgemeinschaften im Boden auswirkt. Dabei erfüllen Waldböden wichtige Funktionen: Sie speichern Wasser, filtern Schadstoffe und bilden eine wesentliche Grundlage für die Grundwasserneubildung. In dem Forschungsprojekt Forest HP soll hierzu neue Erkenntnisse gewonnen werden.
Haus des Waldes: Bildung trifft Forschung
„Wir konzentrieren uns auf sogenannte Hotspots, an denen mit einer erhöhten Kunststoffbelastung zu rechnen ist", erklärt Prof. Dr. Matthias Noll von der Hochschule Coburg, Verbundleiter des Projekts. Dazu zählen Straßenränder, Regenrückhaltebecken, Mountainbike Trails, Brennholzpolter, forstliche Rückegassen, Grillplätze, beliebte Ausflugsziele und Lernorte im Wald. Ein solcher ist das Haus des Waldes. Das waldpädagogische Zentrum von ForstBW besuchen jährlich tausende Schülerinnen und Schüler, Familien und interessierte Bürgerinnen und Bürger, um den Wald hautnah zu erleben.
Waldputztag 2026 unterstreicht Relevanz des Themas
Wo viele Menschen im Wald unterwegs sind, bleiben nicht nur Fußspuren zurück. Das zeigte sich deutlich am Waldputztag am 21. März 2026: Bundesweit sammelten über 1.500 Freiwillige rund 25 Tonnen Müll im Wald. Auch rund um das Haus des Waldes packten zahlreiche Helferinnen und Helfer mit an, um den Wald zu säubern. Deswegen eignet sich die Umgebung des Haus des Waldes für die Untersuchungen.
Untersuchung der Mikroorganismen auf Mikroplastik und im Waldboden
Die genommenen Bodenproben werden anschließend im Labor untersucht. Neben der Menge und Art der Kunststoffe wollen die Forschenden auch bodenphysikalische und bodenchemische Eigenschaften bestimmen. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Zusammensetzung der Mikroorganismen auf Makroplastik sein. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Auswirkungen von Kunststoffeinträgen auf Waldökosysteme besser zu verstehen und Handlungsempfehlungen für Waldbesitzende, Behörden und die Forstpraxis zu entwickeln.
Über das Forschungsprojekt Forest Health & Plastics
Das Projekt „Forest Health & Plastics: Vielfalt und Menge von Kunststoffen im Wald – Auswirkungen auf das Waldbodenökosystem" startete im Oktober 2025 und läuft bis November 2028. Es wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Förderprogramm „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen" durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gefördert. Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.
Weitere Informationen:
https://projekte.fnr.de/ausgewaehlte-projekte/projekte/gegen-kunststoffe-im-waldboden
https://www.hs-coburg.de/news/forschungsprojekt-der-wald-im-kunststoff-zeitalter/



