Praktikum
Das integrierte praktische Studiensemester bietet die Chance, dein Wissen in der realen Welt anzuwenden. Statt Theorie im Hörsaal, erlebst du wie nachhaltige Projekte geplant, umgesetzt und weiterentwickelt werden – sei es in Kommunen, Planungsbüros, NGOs oder Unternehmen.
Du arbeitest aktiv mit, übernimmst Verantwortung und bekommst Einblick in praktische Aufgabenprofile. Dabei kannst du eigene Interessen vertiefen und herausfinden, in welche Richtung du dich weiterentwickeln und wo du später einsteigen möchtest. Gleichzeitig kannst du erste Kontakte für deine berufliche Zukunft knüpfen.
Das Praxissemester ist mehr als „Pflicht“: Es ist deine Gelegenheit, dich auszuprobieren, praktische Erfahrungen zu sammeln und bereits im Studium einen Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung von Regionen, Städten und Gemeinden zu leisten.
Tourismusverein Prad am Stilfserjoch, Südtirol – Annika Wurst

„Die erste Hälfte meines Praxissemesters verbrachte ich in der kleinen Marktgemeinde Prad am Stilfserjoch, die idyllisch von den Alpen umrahmt, im Tal des Vinschgau eingebettet ist. Ich arbeitete im Tourismusverein, der sich wie der Name schon sagt, um den Tourismus aber auch um die Regionalentwicklung in und um Prad kümmert. Das Büro des Tourismusvereins wird sowohl von Touristen als auch von Einheimischen aufgesucht. Meine Aufgaben bestanden also darin, Touristen bei all ihren Anliegen und Fragen (z.B. Busfahrpläne, Wanderkarten, Adressen von Unterkünften etc…) zu beraten und gleichzeitig die touristischen Angebote in und um Prad zu vermarkten. So gestaltete ich z.B. Werbeplakate für Events und Veranstaltungen, aktualisierte das Wochenprogramm oder überarbeitete den Newsletter. Gleichzeitig stand ich in engem Kontakt mit den Einheimischen, da diese konsequent in die touristischen Aktivitäten von Prad miteingebunden werden.
Einmal die Woche durfte ich an einer geführten Wanderung teilnehmen, die vom Tourismusverein angeboten wird - dass war immer ein toller Ausgleich zur Büroarbeit. Meine Unterkunft war eine große helle Dachgeschosswohnung mit Küche und Bad im Nachbarort Agums, nur fünf Minuten mit dem Fahrrad von meiner Praktikumsstelle entfernt. Die Unterkunftssuche war nicht einfach, aber meine Praktikumsstelle half mir sehr dabei und erfuhr über mehrere Ecken von der freien Wohnung.
Da ich über die Arbeit immer den Überblick über alle Events hatte, konnte ich mich leicht ins Dorfgeschehen integrieren und fand schnell Freunde, die mir Südtiroler Kartenspiele beibrachten, mich auf Wanderungen mitnahmen oder mit denen ich mich abends in der Stammkneipe auf ein Glas Bier traf. Schon bald kannte ich mich in Prad und Umgebung besser aus, als in Rottenburg. Da Prad noch recht nah an der österreichischen Grenze liegt, wird überwiegend deutsch gesprochen, doch vor allem in Kontakt mit Touristen wurden meine Grundkenntnisse in Italienisch oft gefordert und auch erheblich verbessert. Das Erasmus Plus Stipendium unterstützte mich sehr bei der Miete und bei den hohen Verpflegungskosten in Südtirol.
Eco Khaolak Adventure, Thailand – Annika Wurst

Die zweite Hälfte meines Praxissemesters verbrachte ich in Khao Lak, einer beliebten Urlaubsregion mit geschützten Regenwäldern und traumhaften Stränden im Süden von Thailand. Ich arbeitete dort beim Ausflugsveranstalter Eco Khao Lak Adventure als Tourguide und hatte sowohl deutschsprachige als auch englischsprachige Gästegruppen. Zuerst begleitete ich meine thailändischen Kollegen und Kolleginnen ich war die einzige Europäerin, da das Unternehmen nur einheimische Angestellte auswählt und unterstützte sie während der Touren (z.B. Übersetzungshilfe oder Zusammenhalten der Gruppe). Nach einigen Wochen durfte ich als eigenständiger Tourguide meine eigenen Touren durchführen.
Die Touren, die vom Unternehmen angeboten werden, sind sehr vielfältig. Unter anderem gibt es z.B. die „Drei Tempel Tour“, bei der drei verschiedene Tempel besichtigt werden und viele Informationen über den Buddhismus mit den Gästen geteilt werden. Oder die „Khao Sok Lake Explorer Tour“, bei der zusammen mit den Gästen der große Stausee vom Nationalpark Khao Sok besucht wird. Am beliebtesten jedoch war das Elephant Sanctuary des Unternehmens. Das Sanctuary beherbergt sieben Elefantendamen, die aus schlechten Verhältnissen gerettet wurden und im Sanctuary ganz sie selbst sein dürfen. Elefantenreiten ist strengstens verboten, nur streicheln und füttern ist erlaubt solange der Elefant das im Moment will.
Meine Unterkunft bekam ich kostenlos vom Unternehmen gestellt und konnte im Mitarbeiterkomplex über dem Büro wohnen. Dort bekam ich ein Zimmer, dass ich mir mit meiner Mitbewohnerin teilte. Eine Küche gab es nicht, jedoch einmal am Tag eine warme Mahlzeit von der Arbeitsstelle. Um die weitere Verpflegung musste ich mich selbst kümmern. Da das Essensangebot in Thailand aber sehr vielfältig und billig ist, war das kein Problem. Viele meiner Thai Kollegen und Kolleginnen wurden sehr enge Freunde, mit denen ich privat viel Zeit verbrachte. Auch außerhalb der Arbeit freundete ich mich mit einigen Einheimischen an und so gingen wir gemeinsam in Tempeln beten, badeten in Wasserfällen, tranken Thaitea in Cafés oder besuchten lokale Märkte. Ich lernte einige Worte auf Thailändisch und lernte viel über die thailändische Kultur und Natur. Das Promos Stipendium unterstützte mich sehr bei der Finanzierung des Fluges und der Verpflegung.