Zurück zur Übersicht

Wie wollen wir unsere Wälder zukünftig nutzen?

Veröffentlicht am: 08. Februar 2018

Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen starten gemeinsames Forschungsprojekt.

Hinter dem Projekt mit dem Titel „Holzbasierte Bioökonomie im gesellschaftlichen Dialog- und Transformationsprozess“ verbirgt sich die Frage danach, welche Bedeutungen unsere Wälder heute und morgen für uns haben und inwieweit sie neben ihren ökologischen und sozialen Bedeutungen eine stärkere Rolle als Rohstofflieferant, z. B. in der Energiewende, spielen können oder werden. Ob und wie das Holz einer Region genutzt wird ist nicht nur eine Frage von Wachstum, Technik, Kosten oder Ökologie, sondern auch eine Frage von Werten, Haltungen und Verhalten von Menschen. Das Forschungsprojekt HoBiT untersucht dazu treibende und hemmende Faktoren einer gesellschaftlichen Entwicklung zu biobasiertem Wirtschaften am Beispiel Holz. Mit qualitativen Methoden werden Konflikt- und Entscheidungspunkte unter Einbeziehung relevanter gesellschaftlicher Gruppen und Schlüsselakteure in ausgewählten Fallregionen in Deutschland analysiert.

Der Begriff Bioökonomie bezeichnet eine veränderte Haltung gegenüber den natürlichen Rohstoffen vor unserer Haustür. Dieses Konzept bedeutet, dass zukünftig eine Vielzahl von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen aus natürlichen und nachwachsenden Ressourcen bereitgestellt werden. Mit einem derart grundlegenden Wandel unseres Wirtschaftssystems gehen Konflikte einher, die sich zum Teil heute schon beobachten lassen. Parallel zur steigenden Bedeutung des Rohstoffes Holz für die Energiewende sind auch heute schon gesellschaftliche und privatwirtschaftliche Ansprüche an Wälder vielfältiger geworden. Am Beispiel des Rohstoffes Holz untersucht das gemeinsame Forschungsteam der beiden Hochschulen welche Konflikte zu erwarten sind, welche gesellschaftlichen Gruppen davon betroffen sind und wie sie gelöst werden könnten.

Die Zusammenarbeit der beiden benachbarten Hochschulen verspricht einen interdisziplinären Blick auf Entwicklungen der holzbasierten Bioökonomie, der Verantwortlichen in Regierungen, Verwaltungen, Unternehmen, bürgerlichen Interessensgruppen und ihren Netzwerken hilft, diesen Transformationsprozess zu verstehen und zu gestalten.

Kontakt:

Prof. Dr. Artur Petkau
Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg
Schadenweilerhof
72108 Rottenburg
Telefon +49 7472 951 281
<link>petkau@hs-rottenburg.de 

Prof. Dr. Reinhard Johler
Eberhard Karls Universität Tübingen
Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Burgsteige 11 (Schloss)
72070 Tübingen
Telefon: +49 7071 297 5448
<link>reinhard.johler@uni-tuebingen.de