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Welche Auswirkungen haben Mikrowälder im urbanen Raum?

Veröffentlicht am: 14. September 2026

Eva-Mayr-Stihl-Stiftung fördert neues Forschungsprojekt

Der urbane Raum ist durch eine hohe Dichte an versiegelten Flächen und Bebauung geprägt, was die Auswirkungen des Klimawandels – wie steigende Temperaturen, verstärkte Extremwetterereignisse und zunehmende Trockenheit – besonders deutlich spürbar macht. 

In diesem Kontext spielen urbane Wälder als Grüne Infrastruktur eine entscheidende Rolle. Sie leisten als Wasser- und Kohlenstoffspeicher, Sauerstoffproduzent sowie durch die Beeinflussung des Mikroklimas und Förderung der Biodiversität einen wichtigen Beitrag zu Klimaanpassung und Klimaschutz in städtischen Gebieten. Zusätzlich dienen sie der Naherholung und als Orte des Naturerlebens. 

Vor diesem Hintergrund fördert die Eva-Mayr-Stihl-Stiftung das dreijährige Forschungsprojekt „Mikrowälder: Urbane Grüne Infrastruktur als Klimaanpassungsmaßnahme [MiWaKli]“. Unter der Leitung der Professorin Heidi Elisabeth Megerle sowie der Professoren Steffen Bold und Holger Jäckle analysiert Jacqueline Fiegenbaum die Potenziale von Mikrowäldern in Baden-Württemberg und erarbeitet ein langfristiges Monitoringkonzept zur Erfassung multifunktionaler Ökosystemleistungen von Mikrowäldern. Zusätzlich zu wissenschaftlichen Publikationen wird in dem Forschungsprojekt eine Konferenz organisiert und ein Mikrowald-Handbuch mit Handlungsempfehlungen für die Praxis veröffentlicht. 

Mikrowälder sind dicht gepflanzte, schnell wachsende Kleinstwälder mit einer Fläche ab 100m² und zeichnen sich durch eine hohe Vielfalt an heimischen Baumarten aus. Sie benötigen nur in den ersten drei Jahren nach Pflanzung gelegentliche Pflegeeingriffe und werden danach autark. Entwickelt wurde das Konzept in den 1970er-Jahren durch den japanischen Botaniker Dr. Akira Miyawaki unter der Prämisse Klimaxwälder bereits innerhalb von Jahrzehnten zu erreichen. Mikrowälder stellen im städtischen Raum einen innovativen Ansatz dar, der erst seit einigen Jahren und nur in geringem Umfang in Deutschland erprobt wird. 

Im Winter 2026 und 2027 werden insgesamt 2 bis 3 modellhafte Mikrowald-Reallabore angelegt. Die Ergebnisse und Erfahrungen sollen auf andere Regionen übertragen werden können.

Dafür wird im Winter 2026 der erste Mikrowald im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Flusspark Neckaraue“ der Universitätsstadt Tübingen und des Regierungspräsidiums Tübingen gepflanzt. Die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg unterstützt und begleitet dieses Projekt. 

Baumaschine bei der Arbeit

Fläche des geplanten Mikrowaldes im Tübinger Flusspark Neckaraue (Fiegenbaum, 2026)

Ein weiterer Mikrowald wird 2027 direkt am Campus der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg entstehen. Zusätzlich angedacht ist ein dritter Mikrowald in Rottenburg. 
Über Fortschritte des Projektes wird regelmäßig auf der Website der Hochschule informiert werden.
 

Blick auf einen Waldrand

Fläche des geplanten Mikrowaldes am Campus der HFR (Fiegenbaum, 2026)

Die Mikrowald-Reallabore werden in die praxisnahe Ausbildung der Studierenden eingebunden und dienen zusätzlich als Lernort für die Kreuzerfeldrealschule. 

Aus der Modellierung der gewonnenen Ergebnisse der Mikrowald-Reallabore, Praxiserfahrungen sowie auf Grundlage des aktuellen Forschungsstands werden sowohl zukunftsgerichtete forstpraktische Empfehlungen als auch planungsrechtliche Anforderungen abgeleitet. 

Wir freuen uns durch die Förderung der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung in dem integrativen Projekt Forschung, Lehre und Öffentlichkeitsarbeit vereinen zu können. 

Logo: EVA MAYER-STIHL STIFTUNG

Projektleitung: Prof. Dr. Heidi Elisabeth Megerle

Prof. Dr. Steffen Bold (GIS und Modellierungen)
Prof. Dr. Holger Jäckle (Forstwirtschaft)

Sie möchten mehr über das Projekt erfahren? 
Wenden Sie sich gerne an Jacqueline Fiegenbaum von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.
Kontakt:
Jacqueline Fiegenbaum
fiegenbaum@dont-want-spam.hs-rottenburg.de
Tel: 07472/ 951-272