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Wasser – globale und lokale Herausforderungen sowie deren Lösungsansätze

Veröffentlicht am: 16. Oktober 2026

Blick über die Zuschauer hinweg vor zur Präsentation

Sauberes Trinkwasser ist lebensnotwendig, doch weltweit keine Selbstverständlichkeit. Rund 2,2 Milliarden Menschen haben keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Klimawandel, Umweltverschmutzung und steigender Wasserbedarf verschärfen die Situation. Wie sich diese Herausforderungen global und in Deutschland zeigen und welche Lösungsansätze es gibt, erläuterte Prof. Dr. Heidi Elisabeth Megerle von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg bei einer Veranstaltung des Vereins Bürger Aktiv für Umwelt und Mensch e. V. in Dußlingen.

Zum Einstieg konnten die Teilnehmenden bei einem digitalen Quiz ihr Wissen rund um den Wasserverbrauch in Deutschland und die weltweite Trinkwasserversorgung testen. In ihrem anschließenden Vortrag spannte Megerle den Bogen von globalen Problemen, etwa der Wassersituation in Burundi und den Folgen verunreinigten Wassers, bis hin zum Konzept des „virtuellen Wassers“. Dieses bezeichnet die Wassermenge, die für die Herstellung von Lebensmitteln, Kleidung und anderen Konsumgütern benötigt wird. Damit wurde deutlich, dass auch unser Konsumverhalten einen erheblichen Einfluss auf den weltweiten Wasserverbrauch hat.

Doch auch Deutschland steht vor Herausforderungen. Wasser ist regional unterschiedlich verfügbar. Nitrat im Grundwasser und PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien, belasten die Umwelt. Gleichzeitig nehmen die Risiken durch Starkregen und Hochwasser sowie durch längere Trockenperioden zu. Wie gravierend die Folgen sein können, zeigte sich dieses Jahr an der vollständig ausgetrockneten Fehla auf der Schwäbischen Alb. Auch der zunehmende Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft kann den Wasserverbrauch weiter erhöhen.

Neben diesen Problemen stellte Megerle konkrete Lösungsansätze vor. Dazu gehören die Renaturierung von Flüssen, die Speicherung von Regenwasser in Zisternen und das Prinzip der Schwammstadt. Dabei soll Regenwasser möglichst vor Ort versickern und gespeichert werden, statt schnell abzufließen. Mehr Grünflächen und Bäume können zusätzlich das Stadtklima verbessern. In diesem Zusammenhang stellte Megerle das neue Forschungsprojekt „Mikrowald“ der Hochschule vor. Dabei werden meist auf kleinen städtischen Flächen unterschiedliche Baumarten dicht gepflanzt. Welche Auswirkungen Mikrowälder auf das Mikroklima haben, untersucht die Hochschule nun wissenschaftlich. Auch die Verringerung von Schadstoffeinträgen und die Verwendung wasserfreundlicher Produkte, beispielsweise beim Waschen, leisten einen wichtigen Beitrag.

Veranstaltungsplakat

Auf globaler Ebene bieten unter anderem Agroforstsysteme, Initiativen zur Wiederherstellung von Waldlandschaften wie das Green Belt Movement sowie der Schutz der Biodiversität wichtige Ansatzpunkte. Die zentrale Botschaft des Vortrags: Es braucht ein breites Spektrum an Maßnahmen auf globaler, kommunaler und individueller Ebene. Neben politischen und planerischen Entscheidungen kommt es dabei auch auf das persönliche Konsumverhalten und einen bewussten Umgang mit Wasser an.

Im Anschluss entwickelte sich eine angeregte Diskussion über die Schwammstadt, die Potenziale von Mikrowäldern sowie rechtliche Rahmenbedingungen und planerische Hürden bei der Umsetzung solcher Konzepte. Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Schutz der Ressource Wasser eine gemeinsame Aufgabe ist und sowohl innovative Lösungen als auch ein Umdenken im Alltag erfordert.