Zurück zur Übersicht

Studierende des 4. Semester des Studiengangs Ressourcenmanagement Wasser untersuchen die Ammer

Veröffentlicht am: 01. Juli 2026

Eine Studentin macht untersuchungen an der Ammer

Im Rahmen des Fachs Gewässerentwicklung haben sechs Studierende des 4. Semesters des Studiengangs Ressourcenmanagement Wasser die Flussabschnitte der Ammer eingehend analysiert. Das Projekt wird von Sebastian Krieg vom Regierungspräsidium Tübingen geleitet und kombiniert hydrologische, ökologische und historische Analysen.

Ziel und Vorgehen

Zunächst wurde der Fließgewässertyp der Ammer bestimmt und historische Laufverläufe ausgewertet. Anschließend erfolgte eine ökologische Zustandsbewertung von drei ausgewählten Abschnitten:

  • Abschnitt 1 & 2 – liegen leicht westlich von Tübingen, sind überwiegend ländlich geprägt.
  • Abschnitt 3 – befindet sich kurz vor der Mündung in den Neckar, nördlich des Österbergs, und ist urban beeinflusst.

Erkenntnisse und Handlungsbedarf

  • Bauliche Einschränkungen: Brücken und andere Bauwerke stellen Zwangspunkte dar und machen einen natürlichen Fließverlauf teilweise schwierig.
  • Fehlende Lebensräume: Durch begradigte Gewässerabschnitte und ungünstige Strömungsverhältnisse fehlen geeignete Laichplätze und natürliche Sohlstrukturen.
  • Kartierung von Fischhabitat: Die Studierenden haben die vorhandenen Fischhabitate systematisch kartiert, um gezielte Verbesserungsmaßnahmen ableiten zu können.
  • Biberspuren: Mehrere Biberspuren wurden gesichtet und dokumentiert.
  • Vorgeschlagene Maßnahmen:
    • Einbringen von Kies an kritischen Stellen zur Wiederherstellung naturnaher Sohlstrukturen.
    • Schaffung von Habitatstrukturen (z. B. Wurzelstrünke, Steinhaufen) zur Verbesserung von Rückzugs  und Nahrungsgebieten.
    • Entfernung bzw. Modifikation von Querbauwerken, um die Durchgängigkeit für Fische zu sichern.

Die Studierenden erhalten eine praxisnahe Erfahrung im Gewässermanagement: Sie lernen, wie Flüsse ökologisch weiterentwickelt und teilweise wieder in einen naturnahen Zustand zurückgeführt werden können – und welche baulichen, hydrologischen und regulatorischen Restriktionen dabei zu beachten sind. Dabei arbeiten sie mit einer umfangreichen, datenbasierten Grundlage, die fundierte Analysen und zielgerichtete Maßnahmen ermöglicht.