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Praxisnah und nachhaltig: Studierende der Erneuerbaren Energien besichtigen Pelletwerk Steidle

Veröffentlicht am: 18. Mai 2026

Wie wird aus regionalen Sägespänen ein umweltfreundlicher und regionaler Brennstoff?

Ein großer Berg Sägespäne vor einem Silo auf dem Werksgelände

Dieser Frage gingen Studierende des Studiengangs Erneuerbare Energien bei einer Exkursion zur Firma Steidle / Sonnen-Pellets GmbH & Co. KG in Krauchenwies nach. Unter der fachkundigen Leitung von Betriebsleiter Herr Luib, der sich ausführlich Zeit für die Gruppe nahm, erhielt der Kurs tiefe Einblicke in die moderne Holzpellet-Produktion.

Bei einem kurzen Abstecher in den Geschäftsbereich „Betonbau“ des Unternehmens wurde die Herstellung von PoP-Stationen (Point of Presence) für den Breitbandausbau vorgestellt.

Danach stand die komplette Prozesskette der Herstellung von Holzpellets im Fokus.

Die Studierenden und ihr Dozent Prof. Dr. Brodbeck verfolgten den Weg des Rohstoffs Holz von der Anlieferung regionaler Sägespäne über die Lagerung, Siebung, Vermahlung und Trocknung bis hin zur Pelletpressung und Lagerung in Silos.

Im hauseigenen Labor konnten sie zudem die Qualitätssicherung und die Überwachung der Grenzwerte nachvollziehen, bevor die jährlich produzierten 40.000 bis 50.000 Tonnen Pellets in LKW verladen und zum Endkunden ausgeliefert werden.

Die Energieversorgung des Standorts basiert auf einem Biomasse-Heizkraftwerk mit einer thermischen Leistung von 5 MW, dafür werden jährlich ca. 10.000 Tonnen Waldhackschnitzel energetisch genutzt.

Über einen ORC-Prozess (Organic Rankine Cycle) werden ca. 800 bis 850 kW elektrischer Strom erzeugt und ins Netz eingespeist.

Die dabei entstehende Wärme wird effizient für die Trocknung der Holzspäne genutzt.

Ergänzt wird dieses Energiekonzept durch eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 550 kWp.

Neben einer detaillierten Erläuterung der technischen Abläufe gab der Betriebsleiter Frank Luib umfassende Einblicke in die Praxis des Werksalltags.

Die Einblicke in die innerbetriebliche Logistik, Finanzierung und die komplexen Auflagen für den Betrieb solcher Anlagen boten einen wertvollen Realitätscheck zum theoretischen Wissen aus den Vorlesungen.