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Strategische Forstbetriebsplanung im ForstBW-Forstbezirk Schönbuch

Veröffentlicht am: 25. Mai 2026

Studierende stehen im Wald als Gruppe und hören dem Referenten zu

Im Rahmen des Masterstudiengangs Forstwirtschaft fand im Modul Forsteinrichtungsplanung und Fernerkundung von Prof. Dr. Holger Jäckle am 27. April 2026 eine ganztägige Lehrfahrt in den Forstbezirk Schönbuch statt. Ziel der Exkursion war es, die Forsteinrichtung als strategisches Planungsinstrument eines Forstbetriebs nicht nur in ihren Kennzahlen, sondern in ihrer konkreten Umsetzung im Bestand kennenzulernen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der zeitlichen und räumlichen Dimension der Walderneuerung, sowie Verjüngungsvorräten und der Steuerung der längerfristigen Baumartenzusammensetzung.

Gastgeber war Martin Schubert von ForstBW, der die Studierenden durch sechs beispielhafte Bestände führte und dabei die Verbindung zwischen der Forsteinrichtungsplanung für die Jahre  2022–2031 und den waldbaulichen Entscheidungen vor Ort herstellte. Der Forstbezirk umfasst rund 12.600 Hektar Holzboden mit einem hohen Laubholzanteil und einer ausgeprägten Erholungs- und Naturschutzfunktion, welche die Forstwirtschaft vor Ort auf vielerlei Hinsicht prägen.

An der ersten Station stand die Vorratspflege eines älteren Eichenbestands im Mittelpunkt. Diskutiert wurde der angestrebte Baumartenanteil der Eiche, die in den höheren Altersklassen stark vertreten ist, in den jungen Beständen jedoch intensiver Pflege bedarf. Hier zeigte sich beispielhaft der zentrale Zielkonflikt: Der klassische Schirmschlag als Verjüngungsverfahren steht im Spannungsfeld zur intensiven Erholungsnutzung des Schönbuchs, während ein zu zögerlicher Eingriff zur Etablierung der konkurrenzstarken Buche führt. 
Die zweite Station, eine 27-jährige Lothar-Sturmfläche, zeigte mit der Trupppflanzung der Eiche einen pragmatischen Lösungsansatz: thematisiert wurden Astungsstrategien, Z-Baum-Auswahl und der Grundsatz, seltene Baumarten gezielt zu fördern. 
Die dritte Station, der im Jahr 1937 ausgewiesene Bannwald Eisenbachhain, illustrierte das verpflichtende Flächenstilllegungskonzept im Staatswald und das Zielbild strukturreicher Stilllegungsflächen.

Nach der Mittagspause widmete sich die vierte Station einem Kiefern-Buchen-Mischbestand, in dem mögliche Verjüngungsverfahren für Lichtbaumarten im FSC-Kontext diskutiert wurden. Erörtert wurde, wie ein Schirmschlag umzusetzen wäre, um die NVJ zu nutzen und das Auflaufen von konkurrenzstärkerer Vegetation zu reduzieren. Die fünfte Station behandelte eine flächige buchendominierte Verjüngungssituation und die zeitliche Dimension der Walderneuerung. In dem Kontext ForstBW wurde der WET Dauerwald Buche besprochen und ein mittelfristiges Waldbild hergeleitet, sowie die Relevanz einer aktiven Steuerung für langfristige Baumartenanteile besprochen. Die sechste Station war eine Sturmfläche mit Eiche – diesmal mit hoher Ausgangsbestockung. Im Vergleich zur Trupppflanzung der zweiten Station ließ sich diskutieren, wie unterschiedliche Ausgangslagen und Begründungsstrategien nach Störungsereignissen jeweils eigene Pflegekonzepte und Investitionsentscheidungen mit sich ziehen.

Die Exkursion verdeutlichte, wie Forsteinrichtungsdaten, betriebliche Zielsetzung und konkrete waldbauliche Entscheidungen unter den Rahmenbedingungen eines stark erholungsgeprägten Betriebs ineinandergreifen. Wir bedanken uns herzlich bei Martin Schubert und ForstBW für die fundierten Einblicke und die Gastfreundschaft im Schönbuch.