Stadt in der Klimakrise – mal zu viel, mal zu wenig Wasser
Veröffentlicht am: 29. Juni 2026
Am Freitag, den 12. Juni 2026, fand im Lebensphasenhaus im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ ein Fachgespräch zum Umgang mit Wasser in der Stadt statt. Der menschengemachte Klimawandel stellt urbane Räume vor zwei gegensätzliche Herausforderungen: heftige Starkregen, die die Kanalisation überlasten und Keller überfluten, sowie lange Hitze und Trockenperioden, die das städtische Grün an seine Grenzen bringen.
Prof. Heidi Megerle, Studiengangleiterin für Ressourcenmanagement Wasser an der Hochschule Rottenburg, eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über die aktuellen und zu erwartenden Veränderungen im globalen Wasserhaushalt. Sie erläuterte, welche Folgen diese Entwicklungen für Baden Württemberg haben und welche Anpassungsstrategien aus wissenschaftlicher Sicht notwendig sind.
Im Anschluss präsentierte Philipp Keller, Leiter der Fachabteilung Wasserwirtschaft und Grün der Stadt Tübingen, die lokalen Auswirkungen im Rahmen der Stadtklimaanalyse. Er stellte die konkreten Planungen und bereits umgesetzten Maßnahmen vor, mit denen die Stadt auf Starkregen und Trockenheit reagiert – von der Erweiterung von Rückhaltebecken bis hin zu neuen Bewässerungsstrategien für städtisches Grün.
Die Diskussion wurde von Dr. Sybille Hartmann, ehemalige Umweltbeauftragte der Stadt, moderiert. Rund 25 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen persönlich teil, einige auch online.
Die zentrale Botschaft des Abends war eindeutig: Zeitnahes Handeln ist unverzichtbar, doch es gibt zahlreiche Hemmnisse. Finanzielle Engpässe, Personalknappheit, fehlendes Fachwissen und ein geringes Bewusstsein in der Bevölkerung erschweren die Umsetzung.
Prof. Megerle betonte abschließend, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Verwaltung und der Bürgerschaft entscheidend sei, um innovative, naturnahe Lösungen zu entwickeln und Tübingen resilienter gegenüber den extremen Wetterlagen der Zukunft zu machen.
