Regionalentwicklung im Baltikum: Internationales Blended Intensive Programme der HFR in Litauen
Veröffentlicht am: 14. Oktober 2026

Vom 5. bis 9. Oktober 2026 nahmen Studierende der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) gemeinsam mit Kommilitoninnen und Kommilitonen aus Litauen und Lettland an einem Blended Intensive Programme (BIP) in Vilnius und Klaipeda teil. Das Programm gab Einblicke in Herausforderungen und Lösungsansätze der Regionalentwicklung in Litauen, vor allem hinsichtlich der touristischen und landwirtschaftlichen Entwicklung ländlicher Räume. Im Mittelpunkt stand der länderübergreifende Wissenstransfer. Geleitet wurde das BIP von Prof. Bachinger und Prof. Abele (HFR), Prof. Spiriajevas (Litauen) und Prof. Riekstina-Dolge (Lettland).
In Vilnius beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Agrarpolitik der EU und dem LEADER-Programm. Ein Höhepunkt war das Treffen mit der litauischen Vizeministerin für Landwirtschaft, Genovaite Beniuliene. In Klaipeda ging es um Städtetourismus und Stadterneuerung. An der Küste wanderte die Gruppe auf dem Litorina-Trail und besuchte den Nationalpark Kurische Nehrung, der zum UNESCO-Welterbe gehört, mit dem Schwerpunkt auf Naturschutz und Besucherlenkung. Im Dorf Brožiai lernten die Studierenden ein Smart-Village-Modell mit Gemüseverarbeitung und einer regionalen Bio-Lieferkette kennen. Die Baltic Municipalities Food Coalition stellte ihr Farm-to-School-Programm unter Einbindung lokaler Landwirte vor.
Die Studierenden lernten Ansätze kennen, die regionale Wertschöpfung und Unternehmertum unterstützen können. In Gruppenarbeiten bauten sie ihre Fähigkeiten aus, in internationalen Teams zusammenzuarbeiten. In der Rückschau zogen die Studierenden das Fazit, dass es in der Raumentwicklung häufig auf die Initiative einzelner, engagierter Personen ankommt. Sie zu unterstützen und zu fördern könnte eine zentrale Aufgabe sein. Zudem ist die Vernetzung von landwirtschaftlichen Betrieben bedeutsam. In der touristischen Entwicklung ist ein Perspektivenwechsel wichtig: Anstatt zu fragen, was Gäste brauchen, könnten die Beiträge des Tourismus zur Lebensqualität von Einheimischen in den Mittelpunkt rücken.


