Prof. Dr. Bastian Kaiser erhält Ehrenpreis 2026 der SDW BW
Veröffentlicht am: 19. Oktober 2026

Der Landesverband Baden-Württemberg der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (SDW BW) hat Prof. Dr. Bastian Kaiser für sein Engagement für den Wald und Naturschutz in Lehre und Forschung den Ehrenpreis 2026 verliehen. Der Preis wird durch die NUSSBAUM Stiftung unterstützt. Die Preisverleihung fand am 12. Oktober 2026 in der Aula der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg statt.
Die Aula der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) war am Montagnachmittag gut besucht. Ann-Catrin Sachs, Landesgeschäftsführerin der SDW BW, und Karl-Wilhelm Röhm, Landesehrenvorsitzender der SDW BW, begrüßten die zahlreichen Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft: „Mit unserem Ehrenpreis zeichnen wir heute bereits zum siebten Mal Menschen aus, die sich in besonderer Weise für Wald und Naturschutz engagieren. Der Ehrenpreis steht für etwas, das uns als SDW BW besonders wichtig ist: Verantwortung zu übernehmen – für den Wald und für kommende Generationen, Verantwortung dafür, Wissen, Engagement und Begeisterung weiterzugeben. Wir freuen uns, dass wir heute mit Prof. Dr. Bastian Kaiser eine Persönlichkeit würdigen dürfen, die diese Werte herausragend verkörpert.“
Prof. Dr. Bastian Kaiser verbinde an der Hochschule wissenschaftliche Arbeit mit praktischer Verantwortung, betonte Peter Jahn, Botschafter der NUSSBAUM Stiftung, in seinem Grußwort. „Sie bilden Menschen aus, die Wälder nicht nur als Naturraum verstehen, sondern auch als Aufgabe: als ein Ökosystem, das wir schützen, bewirtschaften und für die Zukunft entwickeln müssen.“ Der Preisträger ebne so dem Wissen aus Forschung und Wissenschaft den Weg in Praxis, Gesellschaft und Öffentlichkeit. „Der Wald der Zukunft – für dessen Erhalt sich die NUSSBAUM Stiftung in Kooperation mit der SDW BW tatkräftig einsetzt – braucht dieses Wissen und das daraus resultierende Handeln!“
„Unsere Wälder sind nicht nur grüne Lunge und Erholungsräume, Rückzugsorte für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Sie sind auch das Fundament einer starken, nachhaltigen Wertschöpfungskette,“ ergänzte Marion Gentges MdL, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat. Um dieses auch in Zukunft erhalten zu können, müsse der Fokus „nicht nur auf die Bäume, sondern ganz besonders auf die Köpfe“ gerichtet werden. In dieser Hinsicht nehme die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg eine herausragende Stellung ein. Prof. Dr. Bastian Kaiser habe die vormals reine Forsthochschule zu einer interdisziplinären Zukunftsschmiede mit großer Spezialisierung und hoher Dichte an anwendungsbezogenen Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekten verwandelt. In Rottenburg werde gelehrt, was die Praxis verlange und was die Zukunft benötige – das zeige sich auch daran, dass Absolventinnen und Absolventen der HFR als Fachkräfte überall gefragt seien. „Dieser Erfolg gibt der Arbeit von Prof. Kaiser recht. Wir haben den richtigen Mann am richtigen Fleck“, so Marion Gentges.
Die Laudatio hielt Ulrich Kienzler, Vorsitzender des SDW Kreisverbandes Karlsruhe. Die vielen Verdienste des Preisträgers für Wald, Forschung und Lehre könne man unmöglich in einer Rede zusammenfassen. Kurz warf Ulrich Kienzler einen Blick auf die wichtigsten Daten: Nach seinem Studium der Forstwissenschaften spezialisierte sich Bastian Kaiser auf Forstökonomie und wurde 1993 in Freiburg promoviert. Seit 1998 ist er Professor für Angewandte Betriebswirtschaft an der HFR und prägt die Hochschule seit 2001 als Rektor. Unermüdlich engagiere sich Bastian Kaiser für eine nachhaltige Waldwirtschaft und einen faktenbasierten Dialog über Wald-, Klima- und Naturschutz in Politik und Gesellschaft – nicht nur in Rottenburg, Baden-Württemberg und Deutschland, sondern weltweit: Im Rahmen internationaler Entwicklungszusammenarbeit lebte Kaiser in Venezuela, leitete forstwirtschaftliche Projekte in Lateinamerika und der Karibik und baute internationale Hochschulkooperationen auf. Von der Vasile Goldis Universität in Arad, Rumänien, und der Nationalen Forsttechnischen Universität der Ukraine in Lviv wurden ihm Ehrendoktortitel verliehen. In zahlreichen offiziellen Funktionen und Gremien vertrete der Preisträger unermüdlich die Anliegen der baden-württembergischen Hochschulen und der Wissenschaft. „Ich freue mich daher sehr, Prof. Dr. Bastian Kaiser den Ehrenpreis 2026 der SDW BW überreichen zu dürfen“, schloss Ulrich Kienzler ab.
Prof. Dr. Bastian Kaiser betonte in seiner Dankesrede, dass diese Auszeichnung eine Mannschaftsleistung sei – möglich durch Mentoren und Wegbegleiter, die ihn in jungen Jahren den Rücken gestärkt und ihm als kluge Berater zur Seite gestanden hatten. Auch der Baum der HFR wachse in einer starken Gemeinschaft heran. Zwar frage er sich, ob all das Lob nicht etwas übertrieben sei – er mache schließlich nur seine Arbeit – doch tue diese Anerkennung „saumäßig gut“. Es sei wichtig, forstliche Zusammenhänge zu erforschen und für die Öffentlichkeit verständlich zu machen, denn zu oft sei das Verhältnis zu Wald und vor allem der Forstwirtschaft von Missverständnissen und Emotionen geleitet. Für die Zukunft wünscht sich Bastian Kaiser eine Forstwissenschaft mit durchlässigeren Hierarchien, mehr Mut zur Experimentierfreudigkeit und nicht zuletzt offenen Armen für alle, die sich für die Zukunft des Waldes engagieren, „egal, woher diese Menschen kommen und welchen Nachnamen sie tragen.“
Quelle: Alle Fotos SDW BW

