Praxiswissen im Prozessmanagement – vermittelt von Michael Rost von HessenForst
Veröffentlicht am: 27. April 2026

Im Modul „Strategische Forstbetriebsführung“ des Masterstudiengangs Forstwirtschaft gestaltete Herr Michael Rost, Sachgebietsleiter beim Landesbetrieb HessenForst, eine Lehrveranstaltung zu zentralen Aspekten moderner Betriebsführung in forstlichen Organisationen. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Einblicke in das Prozess- und Verbesserungsmanagement.
Zu Beginn führte Herr Rost in die Grundlagen des Lean-Managements ein und erläuterte den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). Diese Prinzipien sind bei HessenForst seit mehreren Jahren fest etabliert und werden auf allen Ebenen angewendet – von der Betriebsleitung bis zu den Forstwirten. Dabei stellte er auch Bezüge zur japanischen Managementphilosophie „Kaizen“ („Streben nach kontinuierlicher Verbesserung“) her und erklärte anschaulich deren drei Ebenen sowie deren Bedeutung für die Optimierung von Organisationen, Prozessen und Abläufen.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden praxisrelevante Instrumente wie die Qualifikationsmatrix und Vakanzdiagramme vorgestellt. Ergänzend ging Herr Rost auf verschiedene Arten von Verschwendung von Ressourcen ein und zeigte, wie ineffiziente Abläufe erkannt und reduziert werden können. Die Studierenden brachten dabei eigene Erfahrungen aus Studium und Praxis ein und diskutierten gemeinsam Verbesserungspotenziale.
Besonders anschaulich war die Einteilung unterschiedlicher Prozessarten: Neben klar strukturierten „Autobahnprozessen“ begegnen angehende Fachkräfte im Berufsalltag auch komplexen „Nebelprozesse“ sowie unübersichtlichen „Knäuelprozesse“.
Im zweiten Teil stand die praktische Anwendung im Mittelpunkt. In Kleingruppen entwickelten die Studierenden einen Soll-Prozess für eine Revierübergabe aus der Perspektive eines forstlichen Betriebsleiters. Mithilfe eines „Schwimmbahn-Diagramms“ wurden Verantwortlichkeiten, Abläufe und Schnittstellen systematisch entwickelt. Die Übung stärkte das prozessorientierte Denken und ermöglichte es, die zuvor vermittelten theoretischen Inhalte direkt anzuwenden.
Der Studiengang bedankt sich herzlich bei Herrn Michael Rost für die wertvollen Einblicke sowie die Weitergabe umfangreicher Erfahrungen aus der forstlichen Praxis.

