Nachhaltiges Wassermanagement – im Hitzesommer wichtiger als je zuvor
Veröffentlicht am: 27. August 2026
Katastrophales Niedrigwasser – Fehla komplett trockengefallen
Die sehr hohen Temperaturen in diesem Sommer in Verbindung mit unterdurchschnittlichen Niederschlagswerten sind für die Gewässer im Ländle eine Katastrophe. Seit November 2025 waren mit Ausnahme des Februars alle Monate zu trocken. Im Juni und Juli fielen nur jeweils ca. die Hälfte der normalerweise zu erwartenden Niederschläge. Gleichzeitig erreichten die Temperaturen über Wochen hinweg Höchstwerte und damit sehr hohe Verdunstungswerte. Folglich weisen über Dreiviertel der Gewässerpegel sehr niedrige Wasserstände auf. Das gilt auch für Bodensee, Rhein und Donau.
Eine Begehung der kleinen Fehla, ein Nebenfluss der Lauchert im Donaueinzugsgebiet am 13. August zeigte ein katastrophales Bild: Das wunderschöne Wiesentälchen, seit etwas über einem Jahrzehnt Heimat der Biber, die die Fehla mit ihren Dämmen und Wasserumleitungen grundlegend umgestaltet hatten, war komplett trockengefallen. Die Spuren der Biber, die ihre Reviere verlassen mussten, waren noch deutlich zu sehen, genauso wie die Zugänge zu den Biberburgen, die normalerweise unter dem Wasserspiegel liegen. Eisvogel und Wasseramsel sind ebenfalls verschwunden. Für die Fische wurde eine Notbefischung durchgeführt, während sich die Insekten am letzten Wasserloch konzentrierten, trotz der dortigen katastrophalen Wasserqualität. Folgende Bilder zeigen den direkten Vergleich zwischen der Fehla im August 2026 und im Mai 2025.
Die Fehla, ein kleiner Nebenfluss der Lauchert, verläuft in einem Karstgebiet, so dass gewisse Wasserverluste durch Versickerung völlig normal sind. Komplett ausgetrocknet hat aber selbst Peter Knaus, langjähriger Leiter des nahegelegenen Wasserwerkes in Hermentingen und seit über 40 Jahren regelmäßig an der Fehla unterwegs, das Flüsschen noch nie gesehen. Wasser aus dem Fehla-Einzugsgebiet versorgt auch seine Gallusquelle, die einzige Karstquelle auf der Alb und „Wasserlieferant“ fürs Wasserwerk in Hermentingen. Mit diesem Werk stelltder Zweckverband Zollernalb hochwertiges Trinkwasser für rund 40.000 Menschen (bis nach Balingen) zur Verfügung. Diese Versorgung ist auch weiterhin gewährleistet, aber bis das Ökosystem Fehla wieder seinen ursprünglichen Zustand erreicht hat, werden Jahre vergehen, sofern keine weiteren vergleichbaren Hitzesommer mehr kommen.
Die trockengefallene Fehla macht uns sehr deutlich, dass auch in Deutschland ein nachhaltiges Wassermanagement mit einem Rückhalt des Niederschlagswassers in den Siedlungen (Schwammstadt) und in der Landschaft (Schwammlandschaften) wichtiger ist als je zuvor; außerdem alle Maßnahmen, die zur Abschwächung des Klimawandels beitragen können. Der Studiengang Ressourcenmanagement Wasser bildet hierfür seit nunmehr siebzehn Jahren die zukünftigen Fachkräfte aus. Für das kommende Wintersemester 2026/2027 stehen noch Studienplätze zur Verfügung.
Eine Immatrikulation für den Studiengang ist noch bis 30.September möglich. Hierzu reicht eine formlose Mail an zulassung@hs-rottenburg.de aus.
Informationen zum Studiengang „Ressourcenmanagement Wasser“ finden Sie hier:
https://www.hs-rottenburg.net/studium/bsc-ressourcenmanagement-wasser/








