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Salzwiesen, Seeadler und Warften: Interdisziplinäre Exkursion auf die Hallig Hooge

Veröffentlicht am: 02. Juni 2026

Exkursionsgruppe auf einer schmalen Brücke

22 Studierende aus den Studiengängen Ressourcenmanagement Wasser, Nachhaltiges Regionalmanagement, Forst (Bachelor und Master) und Erneuerbare Energien waren für eine knappe Woche unter der Leitung der Professoren Heidi Elisabeth Megerle und Rainer Luick auf und um die Hallig Hooge unterwegs. Begleitet wurde sie hierbei noch von Prof. Stefan Ruge und dem Ornithologie-Spezialisten Paul Mann. Untergebracht waren wir auf Hooge in der Schutzstation Wattenmeer, die nicht nur Seminarräume, Labor und Bibliothek, sondern auch eine große Küche und einen Gemeinschaftsessraum bot und deren MitarbeiterInnen, v.a. aber der Leiter Michael Klisch uns hervorragend betreut haben.

Empfangen vom „typischen“ Nordseewetter mit niedrigen Temperaturen und Regen wurde nicht nur das Wetter von Tag zu Tag besser, sondern auch der Erkenntnisgewinn. Nach einer Einführungswanderung am ersten Tag zum Landsende, wurde am Montag das Watt erkundet und zahlreiche Fundstücke anschließend im Labor der Schutzstation bestimmt und genauer analysiert. Dienstags erfuhren wir viel über das frühere, aber auch noch das heutige Leben auf einer Hallig und die besonderen Herausforderungen, die sich durch regelmäßige Sturmfluten mit Landunter, v.a. im Winter, stellen, aber auch in Bezug auf eine Versorgung mit Lebensmitteln oder gesundheitliche Aspekte. Auf der Hallig gibt es einen Edeka und eine Krankenstation, die notfalls einen Helikopter anfordert. In der Hochsaison fährt die Fähre zweimal täglich, im Winter manchmal mehrere Tage gar nicht.

Eine deutlich bessere Infrastruktur, viel mehr Tourismus und eine abwechslungsreichere Landschaft weist die Nachbarinsel Amrum auf, die wir am Mittwoch besuchten. Dort konnten wir mit dem aktuellen Vogelwart Stefan Rösler (früherer Vorsitzender des NABU Baden-Württemberg) einen tiefen Einblick in das Naturschutzgebiet Amrumer Odde und die dort lebenden Löffler, Sumpfohreulen und weitere Vogel- und Pflanzenarten bekommen.

Donnerstag führte uns Tini (Schutzstation Wattenmeer) bei Ebbe zum Japsand – eine intensive Erfahrung wie sich Schlick- und Sandwatt anfühlen sowie den tideabhängigen Wechsel von Trockenfallen und auflaufender Flut zu erleben.

Sehr viele Einblicke in das alltägliche Leben auf Hooge gab es noch am Freitag durch Michael Klisch, der auch der jetzige ehrenamtliche Bürgermeister von Hooge ist, Katja Just, frühere Bürgermeisterin, Ferienwohnungsvermieterin und als Münchnerin bereits seit einem Vierteljahrhundert auf Hooge lebend, sowie Hartwig, der als gebürtiger Hooger bis heute die beiden typischen Standbeine der Hooger Bevölkerung aktiv betreibt: Tourismus und Landwirtschaft v.a. mit Pensionsvieh vom Festland. Auch wenn es für viele unserer TeilnehmerInnnen schwer denkbar wäre, dauerhaft auf der gerade mal knapp 6 km² großen Hallig zu leben, können sich die EinwohnerInnen kein anderes Leben vorstellen. Daher bildete die Ausarbeitung von Szenarien „Hallig in 50 Jahren“ den Abschluss der Exkursion – denn der Klima-, aber auch der demographische Wandel und gesellschaftspolitische Entwicklungen stellen die Halligen vor gewaltige Zukunftsfragen.

Die Exkursion bot spannende Einblicke für die WassermanagerInnen – früher erfolgte die Trinkwasserversorgung ausschließlich über Regenwassersammlung, was bei Landunter durch zufließendes Salzwasser schnell sehr kritisch werden konnte. Erst seit Beginn der 1960er Jahre gibt es eine Trinkwasserleitung vom Festland. Das Abwasser wird inzwischen in der einzigen überflutungsfähigen Kläranlage gereinigt, die wir diesmal leider nicht besichtigen konnten.

Für die NAREM-Studierenden boten sich viele Anknüpfungspunkte zur Regionalentwicklung eines sehr ländlichen Raumes, bei welchem der Tourismus als mittlerweile wichtigstes Standbein rückläufig ist, u.a. wegen fehlender Arbeitskräfte und Angeboten.

Für unsere FörsterInnen war es ein Blick über den Tellerrand, den auf einer Hallig kann aufgrund der regelmäßigen Überflutungen kein Wald wachsen – diesen gab es nur am Mittwoch auf Amrum.

Herzlichen Dank nochmals an das gesamte Team der Schutzstation Wattenmeer und allen anderen AnsprechpartnerInnen.