Fachexkursion des Studiengangs Master Forstwirtschaft rund um den Bannwald Göggenwäldleshalde
Veröffentlicht am: 22. Oktober 2026

Zum Auftakt des Wintersemesters am 05.10.2026 erkundeten die neu immatrikulierten Studierenden des Studiengangs Master Forstwirtschaft der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) zusammen mit Altimmatrikulierten, Professoren und Stadtwald-Revierleiter Peter Weissinger bei einer Fachexkursion das Waldgebiet rund um den Bannwald Göggenwäldleshalde.
Die Professoren Jürgen Schäffer (Bodenkunde und Standortsökologie), Christoph Schurr (Waldpolitik), Thorsten Beimgraben (Wildökologie und Jagdwirtschaft), Mathias Scheuber (Prorektor), Mattias Rupp (Landschaftsökologie und Naturschutz), Stefanie Steinebach (Kommunikation und Umweltbildung), Bertil Burian (Internationale Holzwirtschaft) und der Revierleiter Peter Weissinger stellten eine breite Palette forstlicher Fragestellungen vor, die sie mit den Studierenden rege diskutierten.
Für die angehenden Forstakademiker bot der Waldbegang die Möglichkeit, drängende Zukunftsfragen der Forstwirtschaft unter dem Einfluss der Erderwärmung zu diskutieren: das akute Waldsterben nach dem Hitzesommer 2026, die Frage nach zukunftsfähigen Baumarten, die essenzielle Rolle von Waldökosystemen für den regionalen Wasserhaushalt oder die Erwartungen der Holzindustrie an die Holzversorgung aus heimischen Wäldern.
Im Bannwald Göggenwäldleshalde ist seit über 20 Jahren jegliche forstwirtschaftliche Nutzung untersagt. Das Areal entwickelt sich eigendynamisch zum Urwald von morgen. Für die Rottenburger Studierenden bietet sich hier die Gelegenheit, die Anpassungsmechanismen der Natur ohne menschliche Steuerung zu beobachten und daraus zu lernen.
Angesichts zunehmender Starkregen auf der einen und extremer Trockenphasen auf der anderen Seite rückt die Funktion des Waldes als natürlicher Wasserspeicher, beim Hochwasserschutz und für die Wasserqualität immer stärker in den Fokus. Das im Boden gespeicherte Wasser versorgt die Ökosysteme auch während wochenlanger sommerlicher Hitzeperioden kontinuierlich und sichert gleichzeitig die notwendige Grundwasserneubildung.
An zwei an den Bannwald angrenzenden Versuchsflächen demonstrierte Prof. Dr. Beimgraben den bisher möglicherweise unterschätzten Einfluss von Schwarzwild auf die Naturverjüngung der Eiche.
Am Beispiel eines historischen Bildstocks wies Prof. Dr. Schurr auf den Reichtum des Rammert an Kleindenkmalen hin, die von Studierenden der HFR in den letzten Jahren kartiert wurden. Hier finden sich z.B. viele alte Grenzen mit historischen Grenzsteinen. So verlief die Landesgrenze zwischen dem vorderösterreichischen Rottenburg und dem württembergischen Steinlachtal durch den Rammert, bis die Gebiete Anfang des 19. Jahrhunderts im Königreich Württemberg zusammengeführt wurden.
Die Exkursion in den Rottenburger Stadtwald, den die HFR als Lehrwald nutzt, verdeutlichte wieder einmal, welch hervorragender Lernort für Studierende die Natur ist.