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HFR und DAV wieder im Einsatz für klimastabile Wälder

Veröffentlicht am: 23. April 2026

Gruppenfoto mit den Teilnehmern

Zum zweiten Mal veranstaltete der Deutsche Alpenverein (DAV) – Sektion Aschaffenburg einen Arbeitseinsatz mit Exkursion im Spessart/ BY zusammen mit waldbegeisterten Vereinsmitgliedern und Studierenden der HFR.

Im Rahmen einer freiwilligen Lehrveranstaltung zogen am Samstag, 28.03.2026 sechs Studierende der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg zusammen mit Waldbau- Assistent Jojada Lippert auf einer gezäunten Fläche sogenannte Buchen-Wildlinge und brachten sie in einem benachbarten Waldbestand als Beimischung zur Eiche aus: Traubeneichenmischwälder gelten als weitgehend klimastabil, hierbei übernimmt aber die Buche die Funktion der dienenden Baumart und sorgt u.a. für ein kühlendes Waldinnenklima.

Auf einer ehemaligen Fichten-Käferfläche wurden bei immer winterlicher werdendem Wetter ca. 1500 Buchen von 10 bis 16 Uhr in den Boden gebracht. Als Dank des Forstbetriebs Rothenbuch (Bayerische Staatsforsten) gab es im Anschluss eine Besichtigung von ca. 800 Jahre alten Huteeichen im Naturschutzgebiet Rohrberg, eines der ältesten NSGs in Bayern, diesmal mit besonderem Blick auf die wohl einzigartige Dichte von bis zu 10 Baummikrohabitaten/Baum. Danach wartete zum Abschluss in einer rustikalen Waldhütte eine reichlich lokale und gesunde Verköstigung.

Hintergrund: der DAV-Sektion Aschaffenburg führt gemeinsam mit dem Forstbetrieb Rothenbuch (Bayerische Staatsforsten) und der Professur Waldbau der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg seit mehreren Jahren ein Klimawaldprojekt im Hochspessart durch. An z.B. jeweils drei Samstagen im Jahr 2025 und nun auch in diesem Jahr führte eine jeweils bunt gemischte Gruppe unter Beteiligung von Studierenden aus Rottenburg Arbeiten aus, um auch die dortigen heimischen Wälder widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen der Klimaveränderung zu machen. So wurden beispielsweise auf vormaligen Borkenkäferflächen Laubbäume gepflanzt, die später einen stabilen Mischwald bilden sollen. Inzwischen wurden schon vier Flächen von je 1 ha Größe bepflanzt.

Forstbetriebsleiter i. R. Volkmar Zankl kommentiert die gemeinsamen Aktionen: „Die Zusammenarbeit mit der HFR ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil dort die Förstergeneration von morgen ausgebildet wird. Die Zusammenarbeit zwischen dem Forstbetrieb Rothenbuch (BaySF) und der HFR (Waldbau, Prof. Dr. Sebastian Hein) besteht schon seit langen Jahren. Eine enge Verbindung zwischen forstlicher Ausbildung, Forschung und der praktischen Arbeit der bayrischen Forstbetriebe ist entscheidend für das Verständnis eines naturnahen Waldes, wie wir ihn im Hochspessart glücklicherweise vorfinden.“

Kontakt und Leitung an diesem Tag: 
Jojada Lippert, HFR, lippert@dont-want-spam.hs-rottenburg.de
Prof. Dr. Sebastian HEIN, HFR