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Drohnen für den Waldschutz: ForstBW wird neuer Partner im Waldstrategieprojekt PRIWA

Veröffentlicht am: 05. Oktober 2026

Praxisnahe Forschung für konkrete Herausforderungen im Wald: Mit ForstBW als neuem Projektpartner soll im Waldstrategieprojekt PRIWA die Borkenkäfersuche in der Puffer- und Managementzone des Nationalparks Schwarzwald auch mithilfe von Drohnen optimiert werden. Die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) begleitet die Erprobung und untersucht den praktischen Nutzen der digitalen Verfahren.

Trockenperioden, Sturmereignisse und Borkenkäferbefall stellen Waldbesitzende und Forstbetriebe vor große Herausforderungen. Befallene Fichten rechtzeitig zu finden und aufzuarbeiten, ist für den Schutz benachbarter Waldbestände entscheidend. Gleichzeitig ist die Suche am Boden zeit- und personalaufwendig. Hier setzt PRIWA an: Als Kooperationsprojekt der Waldstrategie Baden-Württemberg verbindet das Verbundvorhaben wissenschaftliche Forschung mit praktischer Anwendung.

Das Projekt wird von den Professuren für Forstökonomie und Sensorgestützte Geoinformatik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der UNIQUE landuse GmbH und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HRF) gemeinschaftlich durchgeführt.

Die Drohne als „fliegendes Auge“

Mit ForstBW gewinnt PRIWA einen weiteren Praxispartner. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die drohnengestützte Borkenkäfersuche in der Puffer- und Managementzone des Nationalparks Schwarzwald. Die Drohne dient dabei als „fliegendes Auge“: Aus der Luft liefert sie einen Überblick über die Waldbestände und hilft, auffällige Fichten und mögliche Befallsschwerpunkte zu lokalisieren. Auf dieser Grundlage können Forstfachkräfte die betreffenden Bereiche und benachbarte Bäume gezielt am Boden kontrollieren.

Drohnenbilder ersetzen dabei nicht die terrestrische Befallskontrolle. Sichtbar verfärbte, insbesondere rote Kronen zeigen häufig ein bereits fortgeschrittenes Befallsstadium an. Sie liefern jedoch wichtige Hinweise darauf, wo in der Nachbarschaft nach frisch befallenen Fichten gesucht werden sollte. Die Kombination aus der Vorabsuche mit Drohne mit anschließend gezielter Kontrolle am Boden soll die Suche effizienter gestalten.

Drohnenpilot beim Landevorgang auf einer Waldwiese

Erste Drohnenpiloten von ForstBW erhielten bereits eine Grundschulung im Umgang mit Drohnen durch das Projektteam. Einige Wochen zuvor hatte sich auch die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges, über die Projekte PRIMA-Wald und PRIWA informiert.

Mit Forstbetrieben entwickelt und in der Praxis erprobt

Die Grundlagen des Verfahrens wurden im Vorgängerprojekt PRIMA-Wald gemeinsam mit privaten und kommunalen Forstbetrieben im Hinteren Renchtal entwickelt und im Aktuellen Projekt PRIWA erprobt. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Praxispartnern – der Forstbetriebsgemeinschaft Hinteres Renchtal, der Stadt Oppenau, der Gemeinde Bad Peterstal-Griesbach und dem Amt für Waldwirtschaft Ortenau – ermöglichte es, die technischen Ansätze unmittelbar an den Anforderungen des Arbeitsalltags auszurichten.
PRIWA baut auf diesen Erfahrungen auf und entwickelt das Verfahren weiter. Mit der Beteiligung von ForstBW sollen die bisherigen Erkenntnisse nun auch für die Borkenkäfersuche innerhalb der Managementzone des Nationalparks nutzbar gemacht werden.

HFR untersucht Praxistauglichkeit und Wirtschaftlichkeit

Die HFR übernimmt die Begleitung, Implementierung und Bewertung des kombinierten digitalen Monitoringverfahrens. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die technische Machbarkeit, sondern der konkrete Nutzen für und die Fragestellungen der Forstpraxis: Wie verändern sich die Suchabläufe? Was ist beim Drohneneinsatz im Wald zu beachten? Welchen Mehrwert bietet der Drohneneinsatz gegenüber herkömmlichen Borkenkäfermonitoring?
Erfahrungen der Praxispartner fließen unmittelbar in die Bewertung und Weiterentwicklung ein. Die Forschung orientiert sich damit an tatsächlichen Problemen der Forstbetriebe und entwickelt Lösungen gemeinsam mit den Menschen, die sie später einsetzen.

Digitale Innovationen für die Praxis

PRIWA bündelt Vorarbeiten der Projekte PRIMA-Wald und Digital-Detect. Im Gelände bestätigte Befallsdaten sollen zugleich helfen, die satellitengestützte Früherkennung zu verbessern. Ziel sind unter anderem großflächige, waldbesitzübergreifende Borkenkäfer-Warnkarten, die eine frühzeitige und gezielte Kontrolle unterstützen. Im Projekt werden Drohnenbilder, mobile Datenerfassung, die Plattform deadtrees.earth für die KI-gestützte Auswertungen von Multispektral Satellitendaten miteinander verknüpft. 

Die enge Zusammenarbeit mit der Forstpraxis stellt dabei sicher, dass wissenschaftliche Erkenntnisse auch in Anwendung gebracht werden können: Neue Verfahren werden unter realen Bedingungen, entwickelt erprobt und auf ihren tatsächlichen Nutzen überprüft.

Gruppenfoto mit den Drohnenpiloten

Dieses Projekt wurde unter dem Dach der Waldstrategie Baden-Württemberg umgesetzt und durch das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat gefördert. Die Förderung wird aus Landesmitteln finanziert, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.

Logo: LFV - Landesforstverwaltung BW

Weitere Informationen:        

https://prima-wald.de/

Projektleitung HFR:

Artur Petkau
Prof. Dr. Artur Petkau

Professur für Forstökonomie und Forstbetriebsmanagement; Studiengangsleiter B.Sc. Forstwirtschaft

T. +49 7472/951-281
F. +49 7472/951-200
M.petkau@dont-want-spam.hs-rottenburg.de

Raum: 124, Südflügel

Sprechzeiten

nach Vereinbarung

Projektkoordination HFR:

Luca Kiener
M.Sc. Luca Kiener

Projektmitarbeiter

T. +49 7472/951-253
F. +49 7472/951-200
M.kiener@dont-want-spam.hs-rottenburg.de

Raum: 103, Barockbau