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Realitäten, Herausforderungen, Erfolge & Visionen im Naturschutz

Veröffentlicht am: 22. Juni 2023

Abschiedssymposium Prof. Dr. Rainer Luick am 6.Juli 2023 / Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg

Kühe weiden an einem Fluss

War früher doch „mehr Lametta“?: Es gilt zurückzublicken auf 50 Jahre Engagement für und im Naturschutz: als Aktivist, als Lehrender, als Wissenschaftler und auch als politischer Berater. Wie war das damals im Naturschutz?: Kaum bekannte und wenig organisierte NGOs mit wenigen Mitgliedern und noch weniger politischem Einfluss; keine nennenswerte Gesetzgebung und eine völlig unbedeutende Verwaltung; kaum wissenschaftliche Ausbildung und noch seltener waren die Arbeitsmöglichkeiten; Fördermöglichkeiten für konkrete Maßnahmen waren unbekannt und gesellschaftliches Verständnis war praktisch nicht existent. Und die Probleme? Vor 50 Jahren trug man im Frühjahr Kröten über die Straße, bewachte die Horste von Wanderfalken und Uhus und im Herbst mähte man mit der Sense eine Riedwiese.

Aus heutiger Sicht Klagen und Mahnen auf „hohem Niveau“: Dank akribischer wissenschaftlicher Evidenz wissen wir, dass in den letzten Jahrzehnten in unserer näheren Umwelt mindestens 70 % der Insektenbiomasse verschwunden ist, sicher 80 % sind es bei den Vögeln und wahrscheinlich bis zu 90 % bei den Amphibien. Zwar sind nur wenige Arten bei uns in Deutschland biologisch tatsächlich ausgestorben, aber jedes Jahr werden neue und immer größere und sehr teure Intensivstationen für diese Arten eröffnet. Und auch das ist Realität: Aktuell gibt es so viele Jobs im Natur- und Umweltschutzsektor, dass viele Stellen nicht immer sofort (kompetent) besetzt werden können und das, obwohl die Studiengänge kaum noch zu überblicken sind; ständig kommen neue Gesetze heraus und führen zu Implikationen, die sich dann nur für Spezialisten erschließen; die Umwelt- und Naturschutzverbände melden Höchstzahlen an Mitgliedern; die ökologischen Wissenschaften haben zunehmend Probleme noch sinnvolle Themen für neuen Erkenntnisbedarf zu entdecken und Milliarden an Fördermitteln suchen verzweifelt sinnhafte Ausgabemöglichkeiten.

Das sind alles sehr bedenkliche Korrelationen und es fällt tatsächlich schwer, bei uns – und noch weniger auf globaler Ebene, positive Entwicklungen zu entdecken. Die Zukunft war früher also doch besser? Aber es ist wie bei den seltenen Tieren und Pflanzen: Bei genauer Suche gibt es, gut versteckt zwischen den Misserfolgen, Skandalen, falschen Strategien und der Ignoranz und Überheblichkeit Kronjuwelen der Möglichkeiten und der guten Beispiele. Einige davon stellen sich im Rahmen des Symposiums vor. Und wie wäre unsere Welt, wenn diese Visionen und AkteurInnen nicht isoliert, einsam und unbekannt hinter den sieben Bergen blieben; eine schöne und positive Vorstellung. Es lohnt sich, dass wir Sie kennenlernen als Symbole dafür, dass Änderungen möglich sind!

Programm

Anmeldung

Aus organisatorischen Gründen bitten wir bis spätestens 30. Juni 2023 um eine Anmeldung zur Teilnahme am Symposium bei Daniela Schloz (schloz@dont-want-spam.hs-rottenburg.de)