20 mal Grüner Dialog - Deutsch-Japanische Summer School 2026 führte durch vier Bundesländer
Veröffentlicht am: 16. Oktober 2026

Im September 2026 feierte die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) ein kleines Jubiläum: Zum 20. Mal fand die nun fast schon traditionelle Deutsch-Japanische Summer School statt. Seit 2012 und in manchen Jahren dann gleich mehrfach hat sich dieses Austauschprogramm zu einer festen Säule der internationalen forstlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Japan entwickelt. Auch in diesem Jahr reisten zahlreiche Forststudierende und Forstprofessoren aus Japan an, um die hiesige Wald- und Holzwirtschaft im Grenzgebiet von Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Hessen hautnah kennenzulernen. Mit dabei auch in diesem Jahr einige Forststudierende der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg selbst und als drei besondere Gäste sogar zwei Forstleute aus dem privaten und Öffentlichen Wald der US-Ostküste (Maine).
Das Ziel der Summer School (in englischer Sprache) bleibt nach wie vor hochaktuell: Den überwiegend im zweiten oder dritten Studienjahr befindlichen studentischen Teilnehmern ein umfassendes und verständliches Bild der nachhaltigen, naturnahen Waldbewirtschaftung in Deutschland zu vermitteln. Angesichts des globalen Klimawandels stand der fachliche und praxisnahe Meinungsaustausch mehr denn je im Fokus des binationalen Vergleichs von Wald in Japan vs. Deutschland.
Ein zentraler Bestandteil des Programms waren praxisnahe Exkursionen und Vorführungen
- im Lehrwald der Hochschule zu Risiken von Fichte, Tanne, Kiefer und Douglasie im Klimawandel (Montag, BW, Neckarland),
- in Unterfranken zur Wachstumssteuerung und Furnierproduktion von Eichen-Wertholz (Dienstag, BY, BaySF, Spessart),
- auf der Fränkischen Platte zu Anbaupotentialen der Schwarzkiefer als Alternativbaumart auf sehr flachgründigen Muschelkalkstandorten sowie zur Baumartenwahl im urbanen Raum (Mittwoch, BY, Leinach & Würzburg),
- zur Nieder- und Mittelwaldwaldwirtschaft im Wandel der Forstpolitik (Beiträge von Prof. Dr. Christoph Schurr) in der altrechtlichen Waldkorporation Wiesen (Donnerstag, BY, Eierberge/ bei Staffelstein) und zur Wiederbewaldung nach Borkenkäferschäden (Donnerstag, BY, BaySF-Frankenwald) und
- zu Maßnahmen der Moorrenaturierung im Biosphärenreservat Röhn (Schwarzes Moor/ Dreiländereck Bayern, Thüringen, Hessen) mit einem Abschluss und Besuch des denkwürdigen Geschichtsortes „Kalter Krieg - Deutschen Teilung“ (Freitag, Point Alpha, Hessen & Thüringen).
Die japanischen Studierenden erhielten somit direkte Einblicke in moderne Waldbaukonzepte, den Naturschutz im Wirtschaftswald sowie forstgeschichtliche und forstpolitische Spezialfragen. Neben den waldbaulichen Spezialfragen bereicherte vor allem der Blick auf den in Deutschland so belebt-aktiven ländlichen Raum den Aufenthalt: Im Fokus stand dessen nachhaltige Entwicklung– ein Thema von enormer Bedeutung, da in Japan rund 70 Prozent der Bevölkerung im urbanen Raum leben und dennoch die Infrastruktur außerhalb, also im ruralen Bereich, aufrechterhalten werden soll.
„Die 20. Summer School markiert einen Meilenstein in unserer Partnerschaft und blickt mit dem Schwerpunkt Thema Wald im Klimawandel zugleich in die nahe und weite Zukunft beider Länder“, heißt von allen beteiligten Hochschulen (diesmal: Uni-Kagoshima, Uni Iwate und Gifu-Akademie). Seit dem Start der ersten Kontakte bereits im Jahr 2007 wurden rund 1.000 gegenseitige Besuche von Waldprofis und Studierenden ermöglicht. Das kleine Jubiläum im September 2026 unterstreicht eindrucksvoll, dass beide Länder die forstliche Wissenszirkulation dauerhaft als sehr wichtig wahrnehmen – zum Wohl der Wälder von morgen!
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Sebastian Hein (hein@hs-rottenburg.de) für das International Office.
Jojada Lippert (lippert@hs-rottenburg.de) Waldbau, Studiengang B.Sc. Forstwirtschaft

















