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HFR besucht die Schweizer Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid

Veröffentlicht am: 13. Dezember 2016

Seit zwei Jahren Jahr unterhält die Hochschule Rottenburg eine erfolgreiche Kooperation mit Swissgrid, der Schweizer Übertragungsnetzbetreiberin.

Swissgrid Control (SGC) in Laufenburg, Schweiz (Quelle: Swissgrid AG).

Im Rahmen der Kooperation besuchen Studierende des Studiengangs Erneuerbare Energien Swissgrid, um in einer eintägigen Veranstaltung mehr über das europäische Übertragungsnetz zu lernen und die Arbeitsfelder eines Übertragungsnetzbetreibers auch in der Praxis zu erleben. Außerdem ergaben sich aus der Kooperation bereits Themen für Bachelor- und weitere Studienarbeiten.

Im Rahmen der Kooperation hatten auch dieses Jahr, am 12. Dezember, Studierende des Fachs Netze und Smart Energy die außergewöhnliche Möglichkeit, die Netzleitstelle von Swissgrid in Laufenburg, das sogenannte Swissgrid Control (SGC), zu besuchen. Die Netzleitstelle ist die zentrale Steuerungseinheit eines Übertragungsnetzes. Hier laufen alle netzrelevanten Informationen zusammen und Spezialisten reagieren schnell und zielgerichtet auf Instabilitäten der Netzfrequenz bzw. bei Spannungsschwankungen.

Gerade durch die Einspeisung von Wind- und Photovoltaikanlagen haben solche Schwankungen enorm zugenommen. Erneuerbare Energien (EE) stehen anders als konventionelle Energie nicht kontinuierlich zur Verfügung. Wind weht in Böen oder es ziehen an einem sonnigen Tag Wolken vor die Sonne und die Einspeisung ins Netz wird kurzfristig unterbrochen. Bei solchen Schwankungen in der Einspeisung müssen die Spezialisten in der Netzleitstelle kurzfristige Gegenmaßnahmen durchführen, damit Strom mit gleichbleibender Frequenz und Spannung bei Haushalten ankommt. Durch den Besuch des SGCs konnten die Studierenden hautnah erfahren, wie solche Maßnahmen aussehen und welche Herausforderungen die Netzbetreiber durch EE täglich zu bewältigen haben.

Dr. Walter Sattinger, Senior Projekt- und Studieningenieur von Swissgrid, hatte spannende Diskussionen mit den Studierenden gerade zu den aktuellen Herausforderungen der Erneuerbaren-Einspeisung ins Netz und zur aktuellen Netzsituation im bevorstehenden Winter. Der starke EE-Ausbau in Deutschland stellt nicht nur deutsche Übertragungsnetzbetreiber vor kontinuierlich wachsende Probleme. Vielmehr müssen auch Netzbetreiber der Nachbarländer auf die Veränderung der Einspeisung in Deutschland reagieren. Sonnige Tage oder Tage mit außergewöhnlicher Windeinspeisung, wie die Sonnenfinsternis am 20. März 2015, führen in Deutschland aufgrund des hohen Erneuerbaren-Anteils zu starken Schwankungen in der Einspeisung, was sich durch kurzfristige Frequenzschwankungen auch in Nachbarländern zeigt.

Anhand von anschaulichen Beispielen hat Herr Sattinger mit den Studierenden erörtert, wie Übertragungsnetzbetreiber durch gemeinsame Vorbereitung und koordinierte Maßnahmen auf solche Schwankungen reagieren. Nur gemeinsam über Ländergrenzen hinweg kann das Gesamtsystem gesteuert und auf Herausforderungen koordiniert reagiert werden. Dies ist die zentrale Erkenntnis, welche die Studierenden des Studienfachs Netze und Smart Energy aus der Kooperation mit Swissgrid mitnehmen.

Die Hochschule Rottenburg bedankt sich bei Swissgrid für die offene und informative Unterstützung und freut sich über die erfolgreiche Kooperation an der Schnittstelle von Erneuerbaren Erzeugung und Netzen.

Tobias Veith
Prof. Dr. rer. pol. Tobias Veith

Professur für Energiewirtschaft

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