PreGraze - Waldbrandprävention mit Hilfe modellhafter biodiversitätsfördernder Maßnahmen
Veröffentlicht am: 13. Februar 2026

Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist der dramatische Rückgang der Biodiversität und die damit verbundene Gefahr, dass die Ökosystemfunktionen, wie auch wir sie zum Überleben brauchen, zum Erliegen kommen. Um die verschiedenen und komplexen Auslöser des Artenschwunds zu stoppen, muss an vielen verschiedenen Punkten gleichzeitig angesetzt werden. Große naturschutzfachliche Chancen liegen im Zulassen natürlicher und dem Wiedereinführen anthropogener ökologischer Störungen. Ökologische Störungen verändern Lebensraumbedingungen und Lebensgemeinschaften auf eine solche Weise, dass Standortmosaike, Dynamiken und das zeitgleiche Nebeneinander verschiedener Sukzessionsstufen vorkommen. Effekte davon sind eine hohe Artenvielfalt und kontinuierliche Anpassungen der Ökosysteme an Veränderungen. Zwei bekannte und naturschutzfachlich besonders wirksame ökologische Störsysteme sind gezielte Beweidung und (kontrolliertes) Feuer. Beweidung und Feuer können auf synergetische Art und Weise verbunden werden. Dies ist dann möglich, wenn zum einen Waldbrandprävention als Instrument im Naturschutz und zum anderen Naturschutz als Instrument zur Waldbrandprävention entwickelt und eingesetzt werden.
Diesen Ansatz erforscht die HFR mit dem Forschungsprojekt „PreGraze“ im Modellgebiet Beelitz in Brandenburg, eine der waldbrandgefährdetsten Regionen Deutschlands, die durch ausgedehnte Kiefernwälder, sandige Böden und dichtbesiedelte Gebiete geprägt ist.
PreGrazePre – prevention (engl.) für Waldbrand-prävention und in Anlehnung an den Begriff prescribed grazing (dtsch. Kontrollierte Beweidung) und prescribed burning (dtsch. Kontrolliertes Brennen) to Graze – grasen, abweiden, äsen |
Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Eva-Mayr Stihl Stiftung über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Der Fokus der Forschung liegt in der Erprobung der modernen Waldweide als Instrument zur Pflege von Waldbrandschutzstreifen in forstwirtschaftlich genutzten Wäldern.
Durch Beweidung feuerökologisch gemanagte (Wald-) Landschaften erfahren einen höheren naturschutzfachlichen und gesellschaftlichen Stellenwert durch einen Mehrfachnutzen aus Waldbrandschutz, strategischen Flächen zur abwehrenden Brandbekämpfung (Schutzkorridore) und einer höheren Resilienz nach dem Feuerereignis.
Die angewandte Waldbrandprävention durch Beweidung verfolgt das interdisziplinäre Ziel, Bevölkerungsschutz, Naturschutz und Forstwirtschaft zusammenzuführen. Es sollen Landschaften entwickelt werden, in denen Feuer nicht zur Zerstörung führt.
Projektleiter Prof. Dr. Mattias Rupp, Co-Projektleiter Prof. Dr. Sebastian Hein und die wissenschaftliche Mitarbeiterin M.Sc. Juliane Baumann werden von den Partnern des Global Fire Monitoring Centers, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde und dem Landeskompetenzzentrum Forst Brandenburg unterstützt.

Kontakt:
Juliane BAUMANN M.Sc., Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projekt PreGraze, jubaumann@hs-rottenburg.de
Prof. Dr. Mattias RUPP (Projektleitung), rupp@hs-rottenburg.de
Prof. Dr. Sebastian HEIN (Co-Projektleitung), hein@hs-rottenburg.de
