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Besuch des Master- und Bachelorstudiengangs Forstwirtschaft im Sägewerk Keck GmbH

Veröffentlicht am: 26. Januar 2026

Gruppenfoto mit den Teilnehmern im Sägewerk

Am 13.01.2026 besuchte der Masterstudiengang Forstwirtschaft gemeinsam mit Teilnehmern des Wahlmoduls „Holzmärkte“ aus dem Bachelor Forstwirtschaft das Sägewerk Keck in Ehningen, unweit der HFR. Im Kontrast zur Exkursion des Masterstudiengans Ende November zur Rettenmeier Holzindustrie lag dieses Mal der thematische Schwerpunkt auf dem Einschnitt von Laubholz und der Produktion hochwertigen Laubschnittholzes. Empfangen wurden die Studierenden vom Geschäftsführer in der 5. Generation Markus Rathke und Produktionsleiter Andreas Scheurer. Schon am Rundholzplatz zeigte sich eindrücklich, warum die Herstellung von Laubschnittholz von Nadelholzsägern mit Schwerpunkt in der Produktion von Massenwaren oft als „Manufaktur“ bezeichnet wird: Statt hochtechnisierten Scannern findet hier nach einer zweidimensionalen Lasermessung die Sortierung überwiegend manuell statt. Mitarbeiter beurteilen den Stamm in Rinde optisch und beziehen neben der Krümmung des Stamms auch Äste und sonstige äußere Stammmerkmale in ihre Entscheidungen mit ein, um die optimale Position der Trennschnitte zu finden, um eine höchstmögliche Qualität der später erzeugten Schnittware zu erreichen. Rathke und Scheurer diskutierten mit den Studierenden an dieser Stelle vor allem die Qualitätsbeurteilung und Bereitstellung der Laubhölzer sowie deren Präsentation im Wald. Im Werk folgt nach der Längeneinteilung eine Metallerkennung als auch das Reduzieren der Stammanläufe, bevor die Stammabschnitte in Boxen vorsortiert werden. Anschließend transportiert sie ein Portalkran entweder auf Zwischenlagerplätze oder gleich in Richtung der Sägehalle.

Die Produktionshalle der Firma Keck enthält, neben einer abgeschriebenen, klassischen Gattersäge, eine schräggestellte Blockbandsäge als Herzstück. Bei einer manuell von einem Mitarbeiter entsprechend der Holzeigenschaften gesteuerten Vorschubgeschwindigkeit von 25 bis 40 Metern pro Minute ist hier ein Einschnitt von bis zu 25.000 m³/Jahr möglich. Der Sägeführer stellt dabei auf Grundlage eines Vorschlags aus einem Computerprogramm das optimale Schnittbild für eine maximale Qualitätsausbeute von Haupt- und Seitenwaren ein. In Stillstandszeiten der Säge wird das Sägeband im Haus mit Spezialmaschinen nachgeschärft und repariert, um ein möglichst sauberes Schnittbild zu erhalten. Die erzeugte Schnittware wird mit Aluprofilen als Abstandhalter luftig abgestapelt und in der werkseigenen, mit Sägenebenprodukten beheizten Trockenkammer auf 8-10% Feuchtigkeit heruntergetrocknet. Möglich ist, insbesondere bei der Buche, auch das Dämpfen der Hölzer mit Sattdampf, um die Farbe des Holzes zu homogenisieren und innere Spannungen zu reduzieren. Nach der Behandlung werden die Holzprodukte einzeln fotooptisch und manuell bewertet und abschließend in Qualitätsklassen eingeteilt. Auch hier kommt der hohe Anteil manueller Qualitätsbeurteilungen zum Tragen, einzelne Holzsortimente werden sogar angehobelt, um mögliche Verfärbungen ansprechen zu können. Nach der finalen Sortierung wird die Schnittware qualitäts- und sortenscharf abgestapelt und bis zum Verkauf oder der internen Weiterverarbeitung z.B. zu Spezialpaletten eingelagert.

Anschließend an die Werksführung hatten die Studierenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den beiden Experten aktuelle Entwicklungen und Besonderheiten am Laubholzmarkt zu diskutieren. Am Beispiel der Holzart Esche, welche als ehemalige Hoffnungsbaumart im Klimawandel aktuell massiv mit dem Eschentriebsterben zu kämpfen hat, wurde deutlich, dass nicht nur große Hiebsmengen eine Herausforderung für alle Seiten darstellen, sondern es ebenfalls durch die Schädigung am lebenden Baum später im Schnittholz auch zu Folgeschäden in der Holzqualität und -optik kommt. An einem Schnittholzpaket zeigte Markus Rathke dies auf. An dieses Thema schloss er die Frage an, warum Sägewerke v.a. in Kalamitätszeiten und die Forstbetriebe nur in Zeiten von Holzknappheit die Chance auf Gewinne hätten und verband dies mit einem Appell für mehr Zusammenarbeit, Vertrauen und Treue zwischen Forstbetrieben als Lieferanten und Sägewerken als Kunden.