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Wie funktioniert Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen?

Veröffentlicht am: 06. Februar 2026

Studierende des Masterstudiengangs Ressourceneffizientes Bauen unternahmen am Montag, den 26.01.2026 eine Lehrfahrt in den Schwarzwald.

Ziel der Veranstaltung war es, den Herstellungsprozess von Brettsperrholz (BSP) ebenso kennenzulernen wie unterschiedliche Perspektiven der Ressourceneffizienz im Bauwesen am Bespiel eines realisierten Projektes mit BSP-Fertigelementen.

Zunächst führte die Exkursion zum Hersteller HolzBauWerk Schwarzwald nach Seewald, wo die Gruppe vom Geschäftsführer Herrn Jörg Kübler persönlich empfangen und durch die Produktion geführt wurden. Ein erstes Highlight war gleich die dreischiffige Produktionshalle in Holzbauweise selbst, die die Teilnehmenden gleich zu Beginn an aufgrund ihrer Größe beeindruckte: Sie besteht – abgesehen von den mittig angeordneten Stahlbetonstützen – aus Leimholz-Stützen sowie teilweise bis zu 2,00 m hohen Dachbindern. Selbst die in der Halle installierten Kranbahnen für die vier 10-Tonnen-Kräne lagern auf den hölzernen Außenstützen, was die Leistungsfähigkeit des Baustoffs Holz veranschaulicht. Mithilfe von Vakuumhebern werden über diese Kräne die fertigen BSP-Wand-, Decken- und Dachelemente von der Produktionsstraße direkt auf die bereitstehenden LKWs verladen.

Im Rahmen der Führung erhielt die Gruppe detaillierte Einblicke in die einzelnen Produktionsschritte – beginnend mit der Sortierung und dem Hobeln des Schnittholzes, über das Keilzinken und die Schmalseitenverleimung, bis hin zur Flächenverleimung, Pressung und Flächenschleifung. Den Abschluss bildet der Abbund mittels CNC-Maschinen, bei dem die Elemente hochpräzise formatiert und durch Sägen, Fräsen und Bohren zu den späteren Bauteilen weiterverarbeitet werden. Besonders beeindruckend war die Information, dass täglich rund fünf LKWs mit fertigen BSP-Elementen das Werksgelände verlassen.

Im Anschluss stand die Besichtigung der Kindertagesstätte Hasenbrunnen in Nagold an. Julia und Roman Benz, Gründer und Inhaber des Architekturbüros Benz aus Nagold, stellten das Gebäude zunächst vor und gaben spannende Einblicke in den Planungs- und Umsetzungsprozess und dessen Besonderheiten. Danach bestand die Möglichkeit, die KiTa im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

Das zweigeschossige Gebäude wurde aus vorgefertigten BSP-Wand-, Decken- und Dachelementen errichtet. Die Außenwände sind vollflächig mit druckfesten Holzfaserdämmstoffplatten gedämmt und mit einer hinterlüfteten Fassade versehen. Die sichtbaren, astfreien Holzoberflächen aus Weißtanne verleihen dem Gebäude ein hochwertiges, edles und zugleich warmes Erscheinungsbild. Besonders ansprechend wirkten die werksseitig eingravierten Tiermotive in den Wänden, die großzügigen Raumhöhen, die großen Glas-Trennwände sowie die gestalterisch integrierten Lichtschächte, die für helle und freundliche Innenräume sorgen. Intensive Diskussionen begleiteten die Führung zum Themenkomplex der Ressourceneffizienz aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Welche Ressourcen wurden wie eingesetzt bzw. v.a. eingespart und wie konnten die Ideen in die Realität umgesetzt werden, waren nur einige der Fragen, die Julia und Roman Benz ausführlich beantworteten. Insbesondere die vielen Diskussionen über unterschiedliche Ansätze der Materialeffizienz in Kombination mit Fragen einer zirkulären und zugleich kosteneffizienten Bauweise hinterließen bei den teilnehmenden Studierenden vielfältige bleibende Eindrücke.