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2.990 Kilometer bis zum Winterquartier – Monarchfalter aus Kanada in Mexiko geortet

Veröffentlicht am: 08. Januar 2026

Gruppenfoto: Carmen Martínez Colín, Ximena García, Eligio García und Prof. Dr. Thomas Gottschalk

Der Monarchfalter (Danaus plexippus) gilt als einer der bekanntesten Wanderfalter weltweit. Der Großteil der überwiegend in Nordamerika lebenden Population überwintert in einer Diapause in den Oyamel-Tannenwäldern der Vulkanberge der Sierra Nevada Mexikos in etwa 3.000 Metern Höhe. Diese Wälder bieten ein gleichmäßiges, schattiges und temperaturstabiles Mikroklima sowie Schutz vor Wind, Niederschlag und Fressfeinden. Zum Schutz dieser Überwinterungsgebiete wurden mehrere Monarchfalter-Biosphärenreservate ausgewiesen.

Im Dezember wurden die Schutzgebiete Sierra Chincua und El Rosario Ejido besucht, um zu untersuchen, inwieweit die im Herbst 2025 in den USA und Kanada mit Sendern ausgestatteten Monarchfalter in den mexikanischen Überwinterungsgebieten geortet werden können. Gemeinsam mit Carmen Martínez Colín, dem Leiter des Schutzgebietes Sierra Chincua, sowie Eligio García vom Neovolcanic Axis Conservation Fund (FOCEN) wurde gezielt nach besenderten Faltern gesucht. Nach längerer Suche konnte der Monarchfalter PP0016 lokalisiert werden. Dieses Individuum war am 3. Oktober 2025 am Point Pelee in Ontario, Kanada, besendert worden und hatte damit eine Flugstrecke von mindestens 2.990 Kilometern zurückgelegt.

David La Puma, Vizepräsident der Firma CellTrackTech, die Miniatursender für Schmetterlinge entwickelt, zeigte sich äußerst begeistert über diesen Fund. Er belege, dass die eingesetzten Sender zuverlässig funktionieren und eine Ortung selbst in schwierigem Gelände möglich ist.

Leider werden die Überwinterungsgebiete des Monarchfalters nach Angaben von Eligio García (FOCEN) zunehmend kleiner. Die regional tätige Organisation setzt sich daher für die Ausweisung weiterer Naturschutzgebiete in Zentralmexiko ein, mit dem Ziel, die Überwinterungsareale des Monarchfalters langfristig zu erhalten und damit zugleich wertvolle natürliche Ressourcen zu schützen.