Termindetails
Datum
29.10.2015 | 18:00 Uhr
Ort
HFR, Hörsaal West

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Studium Generale im Wintersemester 2015/2016

29.10.2015 | 18:00 Uhr

Herausforderung Zukunft – Anregungen für zukunftsfähige Handlungsstrategien

In den Aufbruchsjahren nach dem zweiten Weltkrieg war der Fortschrittsglauben ungebrochen. Die Ressourcen der Erde wurden als unerschöpflich wahrgenommen; Technik und Wissenschaft schienen für alle Herausforderungen eine Lösung finden zu können, ein Nachrücken der Entwicklungsländer schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Anfang der siebziger Jahre schockierte der Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome und führte zu einem Bewusstseinswandel. Der Brundlandt-Bericht „Our Common Future“ und die Konferenz 1992 in Rio de Janeiro rückten die Dramatik der aktuellen Entwicklungen ins Blickfeld. Ein „Weiter so“ wie bisher sowie ein Nachziehen der Entwicklungsländer würde unweigerlich zum Kollaps führen. Besondere Herausforderungen liegen in der weiterhin stark wachsenden Weltbevölkerung, den Auswirkungen des Klimawandels, dem Raubbau an endlichen Ressourcen sowie dem nicht-nachhaltigen Umgang mit Wasser, Böden und Nahrungsmitteln.

Das diesjährige Studium Generale der Hochschule Rottenburg möchte keine weiteren Katastrophenszenarien aufbauen, sondern Anregungen für zukunftsfähige Handlungsstrategien aufzeigen, vielfältige Denkanstöße geben und Mut machen für Veränderungen.

 

29. Oktober 2015, 18.00 Uhr, HFR, Hörsaal West
Referent: Dr. Sabyasachi Dasgupta, Assistant Professor, Ecology and Environment, HNB Garhwal University, Srinagar (Garhwal) Indien
Thema: Water resources management and impacts / projections in respect to global warming issues in the Indian Himalayan Region

Weitere Vorträge

12. November 2015, 18.00 Uhr, HFR, Hörsaal West
Referent: Dr. Douglas Bardsley, Senior Lecturer, Convenor, Master of Environmental Policy and Management Geography, Environment and Population School of Social Sciences Faculty of Arts The University of Adelaide Adelaide, South Australia, 5005
Thema: Guiding Climate Change Adaptation Within Vulnerable Natural Resource Management Systems
Kurzfassung: Climate change has the potential to compromise the sustainability of natural resources, such that short-term reactive responses will increasingly be insufficient to ensure effective management.
There is a simultaneous need for both the clear articulation of the vulnerabilities of specific managementsystems to climate risk, and the development of appropriate short- and long-term strategic planning responses that anticipate environmental change or allow for sustainable adaptive management in response to trends in resource condition. Governments are developing climate change adaptation policy frameworks, but without the recognition of the importance of responding strategically, regional stakeholders will struggle to manage future climate risk. Examples from Australia.

10. Dezember 2015, 18.00 Uhr, HFR, Hörsaal West
Referent: BSc. RMW Melchior Elsler Melchior Elsler studierte an der HFR Rottenburg Ressourcen Management Wasser. Während des Studiums führten ihn mehrere Aufenthalte nach Subsahara Afrika wo er ein Praxissemster bei dem Umweltprogram der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi, Kenia ableistet. 2013/14 war Herr Elsler Stipendiat des akademischen Austauschprogrammes „Go Africa… Go Germany…“ der Bundesregierung, welches ihn mit anderen jungen AkademikerInnen aus Deutschland und Afrika u.a. nach Namibia führte. Seine Bachelorarbeit schrieb er mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kisumu, Kenia. Neben dem Studium ging Melchior Elsler seiner Passion für Wasser und globale Entwicklungsfragen nach, indem er als Fachreferent für das bundesweite entwicklungspolitische Bildungsprogram „Bildung trifft Entwicklung“ zu globalen Wasserthemen referierte. Hier hat er sich in den letzten Jahren ins Besondere dem Thema des virtuellen Wassers und dem Wasserfußabdruck zugewandt. Aktuell studiert Melchior Elsler MSc. Environmental Governance an der Universität Freiburg. Zuletzt verbrachte er mehrere Monate an der University of Twente in den Niederlanden bei Prof. Dr. Arjen Hoekstra und absolvierte dort einen Master Kurs in „Hydrology and Water Footprint Assessment“.
Thema: Virtuelles Wasser – ein Konzept zur langfristig nachhaltigen Nutzung der Ressource Wasser. Das globale Verhältnis zum Wasser ist sehr ambivalent. Auf der einen Seite steht das Wasser im vermeintlichen Überfluss zur Verfügung und wird rücksichtslos verschwendet und auf der anderen Seite gibt es viele Regionen in denen das Wasser kaum reicht um die Grundbedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Während wir in Deutschland im Durchschnitt 120 Liter reinstes Trinkwasser pro Tag für das Waschen, Putzen Kochen etc. verbrauchen, haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen – trotz aller Anstrengungen im Rahmen der Millennium Entwicklungsziele in den letzten 15 Jahren- noch immer ca. 2,5 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Wasser. Bisher betrifft Wassermangel vor allem die Ärmsten – noch. Denn die Wasservorräte sind auch dort bedroht, wo Wasser derzeit scheinbar noch im Überfluss zur Verfügung steht.

Mit der Globalisierung der Wirtschaft wurde Wasser zunehmend zu einer globalen Ressource. So werden Güter in bestimmten Regionen produziert, die dann durch die weltweiten Handelsströme in andere Länder exportiert werden. Für die Produktion wurden die Wasserressourcen des Exportlandes beansprucht während die inländischen Wasservorräte des Importlandes jedoch geschont werden. Auf diese Weise verlagern viele Nationen die Produktion von wasserintensiven Rohstoffen in Drittländer. Problematisch wird das Ganze, wenn diese Güter in Ländern mit Wassermangel produziert werden. Hier setzt das Konzept des virtuellen Wassers und des daraus abgeleiteten Wasserfußabdrucks an, indem es diese Prozesse und die damit zusammenhängenden Wassernutzungen in hoher räumlicher Auflösung transparent macht. Der Begriff „virtuelles Wasser“ gibt an, wie viel Wasser für die Erzeugung eines Produkts insgesamt aufgewendet wurde, also diesem Produkt „virtuell“ innewohnt. Das Neue an diesem Konzept ist, dass es auf der Grundlage einer umfassenden Bilanz die gesamte Wassermenge, die bei der Produktion eines Gutes eingesetzt wird, angibt. Dabei wird jeder einzelne Schritt in der Herstellungs- und Handelskette berücksichtigt. Explizit ausgewiesen wird dabei das „versteckte“ oder „virtuelle“ Wasser. Das von Prof. Arjen Hoekstra entwickelte Konzept des Wasserfußabdruckes identifiziert diejenigen Bereiche, Regionen und Güter, bei denen eine Übernutzung der Ressource Wasser stattfindet und quantifiziert diese Übernutzung. Damit liefert es nützliche Informationen sowohl für die Wassermanager, Politiker, Produzenten als auch für die VerbraucherInnen und dient als Informationsquelle für ein nachhaltiges Wassermanagement.  

14. Januar 2016, 18.00 Uhr, HFR, Hörsaal West
Referent: Dipl.-Ing. Ulrich Sihler, Daimler AG
Nachdem seine Familie während seiner Kindheit in die USA ausgewandert war, verbrachte Ulrich Sihler 20 Jahre in den Vereinigten Staaten, wo er nicht nur ein Ingenieursstudium der Elektrotechnik am Rensselaer Polytechnic Institute absolvierte, sondern auch einen MBA-Studiengang an der University of Connecticut. Er begann seine Karriere 2003 in der Halbleiterindustrie bei National Semiconductor Corporation in den USA als Test- und Produktingenieur. Später wechselte er zur Europazentrale des Elektronikkonzerns, wonach er als Abteilungsleiter im Bereich Product Engineering/Customer Quality arbeitete. Als Consultant Manager war Sihler in der Unternehmensberatung aktiv, mit den Schwerpunkten „Process Reengineering“ und „Organisationsentwicklung – Change Management“. Dabei übernahm er Verantwortung als Projektleiter in Industrie-, Energie- und Dienstleistungsunternehmen. Es handelte sich um diverse Projekte u.a. in der Transportbranche (Bahn, Automobil), im Maschinenbau oder der Telekommunikation, mit teilweise bis zu 15 Beratern und 3300 Manntagen. Von 1997 bis 2003 arbeitete Sihler für die smart GmbH (ein Joint Venture der damaligen Daimler-Benz AG und der Swatch Group) und war verantwortlich für das Programm Management bei der Markteinführung der neuen Marke smart, deren Produkte und Prozesse. Dabei beschäftigte er sich auch mit der Marketingstrategie und -planung sowie Regionalstrategien und Markteintrittsstrategien. Seit 2003 arbeitet Sihler direkt für die Daimler AG, zuerst als Führungskraft für Preis- und Erlöscontrolling und Produktmanagement für die Marken Chrysler, Jeep und Dodge für die Regionen Zentral- und Osteuropa, Afrika und Asien (DCAA). Seit 2009 als Product Manager bei Mercedes Car Group in abwechselnder Verantwortung für smart, die C- und E-Klasse, SUV-Baureihen, Telematik und Assistenzsysteme in den oben genannten Regionen. Des weiteren arbeitet er an der DCAA Pkw-Strategie und alternativen Antrieben/E-Mobility. Außerhalb seines professionellen Beschäftigungsspektrums engagiert sich Sihler bei der Global Marshall Plan Initiative, einer internationalen NGO, welche sich für eine ökosoziale Marktwirtschaft engagiert.
Thema: Der Global Marshall Plan –ein substanzieller Beitrag hin zu einer weltweiten ökosozialen Marktwirtschaft und eine integrative Plattform für eine Welt in Balance
Kurzfassung: Die Global Marshall Plan Initiative versteht sich als integrative Plattform für eine Welt in Balance. Bestehend aus einem Netzwerk aus mehr als 5000 Unterstützern aus allen Ebenen der Gesellschaft, versammelt sie Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft hinter fünf Kernforderungen zu einer gerechteren Globalisierung. Durch ihren netzwerkartigen Charakter organisiert sie sich mit flachen Hierarchien und ohne Zentrale. Das Ziel der Global Marshall Plan Initiative ist die Etablierung eines mit Nachhaltigkeit kompatiblen Ordnungsrahmens für die Weltwirtschaft: Eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft. Der Global Marshall Plan umfasst insbesondere die folgenden fünf Kernziele:

  • Die Millenniumsziele weiterentwickeln und umsetzen, über das Jahr 2015 hinaus
  • Das 0,7%-Ziel verwirklichen und dadurch erforderliche zusätzliche Mittel verfügbar machen (100 - 150 Mrd. US $ jährlich)
  • Faire Besteuerung globaler Wertschöpfungsprozesse, insbesondere im Finanzsektor
  • Faire globale Partnerschaft und wirksame Mittelverwendung - basisorientiert und transparent
  • Einen mit Nachhaltigkeit kompatiblen Ordnungsrahmen für die Weltökonomie etablieren: Eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft

Zur Schaffung einer Welt in Balance wird eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft mit weltweit verbindlichen sozialen, ökologischen und kulturellen Standards angestrebt. Mit der schrittweisen Realisierung einer weltweiten Ökosozialen Marktwirtschaft soll ein mit Nachhaltigkeit kompatibler Ordnungsrahmen für die Weltwirtschaft etabliert und der globale Marktfundamentalismus überwunden werden. Funktionierende Global Governance-Strukturen brauchen Reformen bestehender Institutionen und Regelwerke (z.B. Vereinte Nationen, Welthandelsorganisation und Weltfinanzsektor) sowie deren kohärente Verknüpfung zu einem funktionierenden Ganzen.

28. Januar 2016, 18.00 Uhr, HFR, Aula
Referent: Dipl.-Geogr. Valentin Thurn, Regisseur und Filmemacher; ein Studium der Geographie, Ethnologie und Politik in Frankfurt, Köln und Aix-en-Provence schloss er als Diplom-Geograph ab. Er absolvierte 1985/1986 zudem eine Ausbildung zum Redakteur an der Deutschen Journalistenschule München. Thurn arbeitet seit 1990 für die öffentlich-rechtlichen Sender arte, ARD und ZDF. Seit 1994 ist er Inhaber seiner eigenen Produktionsfirma, der Thurnfilm/Valentin Thurn Filmproduktion. Er ist Autor von mehr als 40 Dokumentationen zu sozialen, entwicklungs-, umwelt- und bildungspolitischen Themen. Eine Lehrtätigkeit hatte er unter anderem am Goethe-Institut in Mumbai, der Stiftung Miguel Aleman in Mexico-Stadt, dem Netzwerk Recherche in Hamburg, der RTL-Journalistenschule in Köln, dem Umwelt-Medienzentrum Mazedonien, dem Dritte Welt Journalisten Netz, dem Netzwerk Wirtschaftsethik und der Fachhochschule Köln.
Thema: 10 Milliarden – wie werden wir alle satt – die Zukunft der Welternährung
Kurzfassung: Im Jahre 2050 werden zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Dokumentarfilmer Valentin Thurn versucht im Rahmen einer Weltreise zu klären, ob und wenn ja wie man diese große Zahl an Menschen satt bekommen kann. Der Vortrag zeigt auf, wie komplex die Nahrungsherstellung heute ist und wie stark von den globalen, leicht verwundbaren Märkten abhängig. Weltweit werden Kleinbauern durch industrielle Nahrungserzeugung verdrängt. Speziell für die schnell wachsenden afrikanischen und asiatischen Bevölkerungen können jedoch effektiv arbeitende Kleinbauern am besten den Hunger in den Regionen bekämpfen. In Europa kann im Gegensatz zur industriellen die bäuerliche Landschaft nachhaltig arbeiten und dabei die Böden schonen. Wenn Verbraucher regionale Produkte kaufen, können sie bei jedem Einkauf die kleinen und mittleren Betriebe stärken. Valentin Thurn zeigt vielfältige Lösungsmöglichkeiten auf, die die Zukunft der Welternährung sichern könnten.

Heidi Elisabeth Megerle
Prof. Dr. habil. Heidi Elisabeth Megerle

Professur für Angewandte Geographie und Planung;
Studiengangsleiterin B.Sc. Ressourcenmanagement Wasser




T. +49 7472/951-243
F. +49 7472/951-200
M.megerle@dont-want-spam.hs-rottenburg.de

Raum: 210, Barockbau

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