Termindetails
Datum
08.01.2015 | 18:00 Uhr
Ort
Hochschule Rottenburg, Hörsaal West

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Studium Generale im Wintersemester 2014/2015 an der HFR

08.01.2015 | 18:00 Uhr

Wenn wir weiterhin so leben und wirtschaften wie im Moment, benötigen wir nach einer Studie des WWF im Jahre 2050 einen zweiten Planeten, um unseren Ressourcenverbrauch zu decken.

Die einzige mögliche Alternative ist daher ein nachhaltiger und verantwortungsbewusster Umgang mit allen Arten von Rohstoffen, Energieträgern, aber auch mit Natur und Landschaft als Basis für Biodiversität, Tourismus und weitere Ökosystemdienstleistungen. Ressourceneffizienz und eine nachhaltige Ressourcennutzung sind gleichermaßen wichtige ökonomische Faktoren, denn mit innovativen Konzepten können Prozesse und Produkte optimiert und Kosten gesenkt werden. Ressourceneffizienz und nachhaltige Ressourcennutzung steigern somit nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern schonen gleichzeitig Natur und Umwelt. Aber Ressourceneffizienz und nachhaltige Ressourcennutzung erfordern den Mut, anders zu denken und neue Wege zu gehen. Hierzu möchte das diesjährige Studium Generale der HFR Denkanstöße geben.

 

Donnerstag, 08. Januar 2015, 18.00 Uhr, HS West

Die Referentin:

Prof. Dr. Monika Bachinger lehrt seit September 2013 an der HFR im Fachbereich Tourismus. Den speziellen Fokus legt sie dabei auf Themen des Nachhaltigen Destinationsmanagements, der Wertschöpfung im Tourismus, des Tourismusmarketing und der Tourismuspolitik. Zwischen 2011 und 2013 leitete Frau Bachinger die Geschäftsstelle der Initiative Regionalmanagement Region Ingolstadt e.V. (IRMA) - ein Public-Private-Partnership, das u.a. von den Unternehmen AUDI AG, EADS und der Media-Saturn-Holding gegründet wurde. Hier lag die Ausplanung und Umsetzung von Maßnahmen der Regionalentwicklung in den Handlungsfeldern „Regionale Wertschöpfung“ sowie „Bildungs- und Wissenswelten“ in ihrer Verantwortung. Zwischen 2007 und 2011 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Tourismus der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Ihre Dissertation beschäftigte sich mit Stakeholder Value in Regionalentwicklungsprozessen. In den Jahren davor arbeitete sie als Wirtschaftsreferentin am Landratsamt Mühldorf am Inn sowie als Referentin für Managementsysteme, insbesondere CSR, bei der Siemens AG in München. In dieser Zeit war sie zudem Teil des Vorstands der Lokalen Aktionsgruppe „Mühldorfer Netz“. Sie hält einen Abschluss der Universität Passau als Diplom-Kulturwirtin.

Der Vortrag:

Green Entrepreneurship im Tourismus: Welche Voraussetzungen haben ressourceneffiziente Innovationen? Im Jahr 2012 zählte der Welttourismus erstmals mehr als eine Milliarde Ankünfte. Bis 2030 wird sich diese Zahl fast verdoppeln. Der Tourismus entwickelt sich damit zu einer globalen Leitindustrie, die wesentliche Beiträge zu Wertschöpfung und Beschäftigung leistet. Reisen bedeutet aber immer auch Ressourcenverbrauch. Im Mittelpunkt steht dabei häufig der Verbrauch von Energie bei Anreise oder Urlaubsaktivitäten. Aber auch andere Ressourcen wie Wasser, Luft oder Landschaft sind betroffen. Dabei ist eine intakte Natur das größte Kapital des Tourismus: Gesunde Umwelt und schöne Natur zu erleben stellt eines der Hauptmotive für Urlaubsreisen dar. Vor diesem Hintergrund sind immer häufiger Reiseangebote zu finden, die sich unter dem Begriff des Eco-Tourism oder sanften Tourismus sammeln lassen. Hinter diesen Angeboten stehen unternehmerische Ideen, welche den Umweltschutz, die effiziente Nutzung von natürlichen Ressourcen und die Umweltbildung in den Mittelpunkt stellen. Wachstum findet in diesen Geschäftsmodellen losgelöst von Ressourcenverbrauch, auf qualitativer Ebene statt. Und das sowohl auf der Ebene gesamter Destinationen, als auch in einzelnen Orten oder Betrieben. In vielen Fällen sind es grüne Innovationen, welche ressourceneffiziente Reiseangebote tragen. Es stellt sich daher die Frage, welche Voraussetzungen diese Innovationen im Tourismus haben. Gibt es so etwas wie ein „Saatbeet“ für ressourceneffiziente Innovationen? Um diese Frage zu beantworten lohnt sich ein Blick auf die Fähigkeiten und Kompetenzen eines touristischen Unternehmens. Es ist davon auszugehen, dass die spezifische Ausstattung mit ökologischem Wissen, aber auch organisationalen Kompetenzen im Sinne der Strukturen (z.B. Kooperationsorientierung), der Systeme (z.B. Kommunikationssysteme) oder der Kultur (z.B. Werteorientierung) ausschlaggebend dafür ist, inwieweit ressourcenorientierte Innovationen entwickelt und eingeführt werden können. Der Vortrag zeigt anhand von Beispielen die Verbindung zwischen unternehmerischen Fähigkeiten und Kompetenzen sowie ressourceneffizienten Innovationen im Tourismus auf. Dabei wird deutlich, dass in der Praxis die erste Aufgabe von Tourismusgemeinschaften die Förderung des Green Entrepreneurship sein sollte.

Heidi Elisabeth Megerle
Prof. Dr. habil. Heidi Elisabeth Megerle

Professur für Angewandte Geographie und Planung;
Studiengangsleiterin B.Sc. Ressourcenmanagement Wasser




T. +49 7472/951-243
F. +49 7472/951-200
M.megerle@dont-want-spam.hs-rottenburg.de

Raum: 210, Barockbau

Sprechzeiten

Sprechzeiten: Jederzeit nach Anmeldung (Telefon, E-Mail)