Neue Prognose der KMK: Attraktivität der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Land ungebrochen

27. Mai 2019

Nachfrage nach HAW-Studienplätzen bleibt bis 2030 absehbar hoch

Logo: Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg e.V. (HAW BW e.V.)

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich fünf Jahre Zeit gelassen mit ihrer neuen Prognose zu den Studienanfängerinnen und Studienanfängern. Das Ergebnis: Die Hochschulen in Baden-Württemberg bleiben gut nachgefragt, die Studierendenzahlen im Land auf einem sehr hohen Niveau!

Vielleicht wollte man es dieses Mal besonders gut machen. Schon öfter wurde die Voraus-berechnung der Kultusministerkonferenz (KMK) zu den zukünftigen Studierendenzahlen in der Vergangenheit durch die Realität überholt und musste nach oben korrigiert werden. Nach fünf Jahren ohne neue Zahlen durch die KMK wurde am 16. Mai die neue Prognose von der Konferenz beschlossen und ist seit dieser Woche auch online verfügbar.1  Das wichtigste Ergebnis in einem Satz: Entgegen früherer Annahmen und trotz des demographischen Wandels ist kein nennenswerter Rückgang der Studierendenzahlen in Deutschland zu erwarten - und das mindestens bis zum Jahr 2030.

Besonders hoch bleiben die Zahlen für die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Baden-Württemberg.2  Hier erwartet die KMK bis 2030 lediglich einen marginalen Rückgang von insgesamt ca. 4 Prozent – deutlich weniger als im Landesdurchschnitt. Die Nachfrage nach den HAW-Studienplätzen in Baden-Württemberg bleibt nach der Prognose durchgehend auf dem Niveau des Jahres 2014, so dass die Kapazitäten der HAW bei konstant bleibenden rd. 35.000 Anfänger/innen3  pro Jahr weiterhin stark gut ausgelastet bleiben.

Damit steht jetzt fest, was Hochschulen und das Landes-Wissenschaftsministerium seit Jahren betonen: Die mit Hilfe des Hochschulpakts und der Ausbauprogramme des Landes erhöhten Studienkapazitäten der HAW in Baden-Württemberg werden über Jahrzehnte benötigt und müssen deshalb finanziell und infrastrukturell planbar abgesichert werden. Eine Fortführung temporärer Programm-„Lösungen“ sind vor diesem Hintergrund ebenso inakzeptabel wie die Befristung zahlreicher Beschäftigungsverhältnisse, die einst nur für die kurzfristige Bewältigung zeitlich begrenzter Arbeitsspitzen gedacht waren. Es genügt deshalb nicht, die Prognosen ständig nachzubessern, jetzt muss sich das endlich auch auf die Ausstattung der HAW deutlich auswirken.

„Die Prognose der KMK setzt klare Vorzeichen für die kommenden Finanzierungs-verhandlungen mit dem Land. Das Hochschulsystem pendelt sich nach Jahren des extremen Ausbaus, vor allem an den HAW, langfristig auf einem hohen Niveau ein. Das kürzlich mit dem Bund erzielte Verhandlungsergebnis zum Hochschulpakt trägt dem bereits Rechnung: sein wichtigstes Kennzeichen ist die Abkehr von der Befristung des Vertrags und der Mittel hin zu einer Dauerfinanzierung unserer Daueraufgaben und der gut nachgefragten Studienplätze. Diesem Fakt muss nun auch der der nächste Hochschulfinanzierungs¬vertrag voll Rechnung tragen, befristete Programmfinanzierung der Kernaufgaben können nicht länger verantwortet werden. Wir brauchen Planungssicherheit und nachholend erhebliche Mittel für diese herausfordernde Daueraufgabe,“ kommentierte Professor Bastian Kaiser, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der HAW, die neuen Zahlen.

1https://www.kmk.org/dokumentation-statistik/statistik/hochschulstatistik/vorausberechnung-der-anzahl-der-studienanfaengerinnen-und-studienanfaenger-2019-2030.html 

2In der Bundesstatistik zählt die DHBW immer auch zur Hochschulart HAW/Fachhochschulen

3Mit DHBW (siehe 2)

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