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Wertstoffe aus Abfall gewinnen

Veröffentlicht am: 15. Mai 2017

Schwermetalle in Holzasche sollen in einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Universität Tübingen und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg nutzbar gemacht werden.

Die Asche, die bei der Verbrennung von Holz in Kraftwerken und in Heizwerken anfällt, enthält Schwermetalle in unterschiedlichen Konzentrationen. Diese kommen in ihrer reinen Form in der Industrie zum Einsatz, zum Beispiel beim Ausbau der Windenergie oder Elektromobilität. In der Asche gebunden sind sie aber unbrauchbar und machen die Entsorgung zum Teil kostspielig.

Um diese Potentiale nutzbar zu machen und die Entsorgungskosten für die Asche zu senken, startete an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) in Kooperation mit der Universität Tübingen im April 2017 ein Forschungsprojekt. Dieses Projekt ist eingebettet in das Konzept der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim. In diesem Rahmen ist auch eine gemeinsam von der Universität Tübingen und der HFR betreute Promotion geplant. Die Untersuchungen werden mit 160.000 € gefördert durch das Land Baden-Württemberg sowie unterstützt von den Firmen NOVIS GmbH, Biomasse Heizkraftwerk Herbrechtigen GmbH, EnBW Energie Baden-Württemberg AG und MVV Energy Solutions GmbH.

An der Universität Tübingen entwickelte der Geomikrobiologe Professor Dr. Andreas Kappler die grundlegenden Ansätze zur Wiedergewinnung wertvoller Metalle aus Müllverbrennungsschlacken. Im nächsten Schritt wollen Professor Kappler von der Universität Tübingen und Professor Dr. Harald Thorwarth von der HFR weiter nach Anwendungsmöglichkeiten suchen. Professor Thorwarth wird mit seiner Arbeitsgruppe an der HFR eine Datenbasis für Urban-Mining aus Holzaschen und technische Lösungen für die Nutzbarmachung der darin enthaltenen Spurenelemente erarbeiten. Ziel ist es, gemeinsam ein Verfahren zu entwickeln, mit dem Spurenelemente, insbesondere Edelmetalle zuverlässig abgeschieden werden können. Das könnte die Kosten für die Entsorgung senken, die in den Aschen enthaltenen Spurenelemente als Rohstoffe und die aufbereitete Asche als Dünger nutzbar machen.

Die beteiligten Firmen möchten die Ergebnisse des Forschungsprojekts nutzen. Aschen könnten dann im großtechnischen Maßstab aufbereitet und als Dünger oder in Baustoffen und die Spurenelemente als wertvolle Rohstoffe genutzt werden.

Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Kappler
Universität Tübingen
Zentrum für Angewandte Geowissenschaften
Telefon +49-(0)7071-29-74992
andreas.kappler@dont-want-spam.uni-tuebingen.de 

Prof. Dr.-Ing. Harald Thorwarth
Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg
Professur für Feuerungstechnik    
Tel. +49 (0)7472/951-142 
thorwarth@dont-want-spam.hs-rottenburg.de