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Miteinander forschen, voneinander lernen: Austausch in Forschung und Lehre zwischen der UENR in Ghana und der HFR

Veröffentlicht am: 03. Mai 2017

Die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und die University of Energy and Natural Resources (UENR) in Sunyani, Ghana, führen gemeinsam ein Projekt im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung durch. Das Projekt wird über drei Jahre mit einer Summe von 34.915 € unterstützt. Ziel ist die Kooperation zwischen beiden Hochschulen. Dabei soll auf der Basis dieses Projekts eine langfristige Zusammenarbeit insbesondere im Bereich der gemeinsamen Forschung und des Austauschs in der Lehre entstehen.

Precious

Im Rahmen dieses Projektes ist die Ghanaerin Precious Opoku Dapaah für 5 Wochen nach Deutschland gekommen. Sie studiert Agrarwirtschaft in Ghana und hat in Deutschland Informationen für ihre Bachelor-Thesis gesammelt, die sich mit Chancen und Risiken von Produktion und Verkauf von Bioprodukten befasst. Dazu befragte sie zehn Landwirte aus dem Raum Rottenburg-Tübingen, die von konventionellen Produkten auf Bio-Produkte umgestellt haben. Von Bedeutung war für Precious vor allem die Fragestellung, welche Probleme es bei der Umstellung gab, wie hiesige Landwirte diese gelöst haben und wie man mit Bioprodukten Gewinne erzielen kann. Während ihres Deutschlandaufenthalts wurde sie von Prof. Dr. Steffen Abele (HFR) betreut, in Ghana ist Prof. Harrison K. Dapaah (UENR) zuständig.

Zurück in Ghana will sich Precious für die Einführung von Bio-Zertifikationen stark machen. Doch nach Abschluss des Studiums muss sie zunächst ein Jahr für die Regierung arbeiten, erst dann darf sie sich nach einer Arbeitsstelle umschauen. Ein weiterführendes Studium z.B. ein Master kommt für Precious vorerst nicht in Frage, denn ein Studium kostet viel Geld und sie hat noch fünf Geschwister, die alle zur Schule gehen bzw. eine Universität besuchen. Für alle Kinder müssen ihre Eltern Schulgeld bezahlen. Ca. 60 % ihres Familieneinkommens geben Precious Eltern für die Ausbildung ihrer Kinder aus.

Auf die Frage, was ihr in Deutschland am besten gefallen hat, antwortet sie ohne zu zögern: „Die deutsche Ordnung und dass alles geregelt ist.“

Über das Baden-Württemberg-STIPENDIUM:
Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM fördert den internationalen Austausch von qualifizierten Studierenden und jungen Berufstätigen. Seit 2001 konnten über 20.000 junge Menschen aus Baden-Württemberg Auslandserfahrungen sammeln bzw. junge Menschen aus dem Ausland konnten einige Zeit in Baden-Württemberg verbringen. Jedes Jahr erhalten mehr als 1.000 junge Menschen ein Baden-Württemberg-STIPENDIUM. www.bw-stipendium.de 

Das Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus:
Mit dem Programm BWS plus unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. 2011 wurde das mit jährlich ca. 800.000 € dotierte Programm zum ersten Mal ausgeschrieben und unterstützt inzwischen mehr als 50 BWS plus-Projekte an baden-württembergischen Hochschulen.

Stiftungsprofil:
Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger. www.bwstiftung.de