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Miteinander statt nebeneinander

Veröffentlicht am: 20. Januar 2016

Die Berufliche Schule Rottenburg und die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) gehen eine neuartige Kooperation ein.

Kooperation Berufliche Schule Rottenburg - Hochschule Rottenburg

Als „Rottenburger Modell“ bezeichnen die beteiligten Akteure ihre ganz konkrete Kooperationsabsicht, die in dieser Form im Land noch einmalig ist: Professoren der Hochschule unterrichten die Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftsgymnasiums sowie des Technischen Gymnasiums an der Berufsschule und deren Lehrerinnen und Lehrer engagieren sich als Dozenten an der Hochschule. Nutznießer sind beide Bildungseinrichtungen und die Lernenden.

Die Berufsschule Rottenburg und die HFR arbeiten, von der Öffentlichkeit fast unbemerkt, schon seit längerem gut zusammen. Beide Bildungseinrichtungen verbindet nicht nur, dass sie sich in den vergangenen Jahren jeweils enorm entwickelt und ständig neue Angebote an lern- und wissbegierige junge Menschen gemacht haben, sondern auch die Einsicht, dass die große Stärke des Bildungssystems in Baden-Württemberg die Durchlässigkeit zwischen den Teilsystemen ist. Diese wurde zuletzt vor allem in der Kooperation mehrere Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) mit der klassischen dualen Berufsausbildung an (überwiegend) gewerblichen Berufsschulen deutlich forciert.

Auf lokaler und regionaler Ebene blieb aber der Übergang von weiterführenden Schularten in das Hochschulsystem weitgehend unbearbeitet, obwohl schon die Angebotsvielfalt durch die gestuften Hochschulabschlüsse (Bachelor und Master) von den Studienbewerbern kaum noch zu überblicken ist.

Auf der Basis ihrer bisherigen konstruktiven Zusammenarbeit haben sich deshalb die beiden Rottenburger Bildungseinrichtungen dazu entschlossen, den Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe ein neues Angebot zu machen, das weit über ein „Schnupper-Studium“ an der HFR hinausgeht: Sie können einen Teil ihrer Schulfächer „im Echtbetrieb“ bei Hochschulprofessoren in den Räumen und technischen Einrichtungen der Hochschule studieren, lernen so diese vermeintlich „andere Welt“ kennen, erfahren Orientierung über das Hochschulsystem und können sich später sogar Teile dieser Lerneinheiten bei einem Studium an der HFR anrechnen lassen. Das ist jedenfalls die Vision dieses „Rottenburger Modells“. Umgekehrt lernen die Studierenden von Lehrerinnen und Lehrern der Schule.

Für die Startphase haben das Kultusministerium des Landes und das Regierungspräsidium Tübingen einen zunächst vorsichtigen Einstieg mit einzelnen Angeboten des Studiengangs Holzwirtschaft genehmigt, der jedoch ausdrücklich als Testphase in der neuartigen Zusammenarbeit gedacht ist.

Ein erfreulicher und gewollter (Neben-)Effekt des Vorhabens ist der Austausch der Lehrkräfte, die so ebenfalls ein Gespür dafür bekommen, welches Niveau beim jeweiligen Partner erreicht werden kann und welche Erwartungen der jeweils andere hat. Wichtige Ziele sind also die Sensibilisierung und der gegenseitige Respekt füreinander.

„Wir schaffen `Berührungslust´ und nehmen Berührungsängste“, freut sich Oberstudiendirektor Dominik Kugler auf das neue Miteinander statt Nebeneinander in Rottenburg.

 „Und zugleich könnte diese Form der Zusammenarbeit zu einer Art `Blaupause´ für sinnvolle Maßnahmen werden, deren Ziel es ist, zukünftige Fachkräfte vor Ort auszubilden und in den Regionen zu halten“, hofft Prof. Marcus Müller, der einer der ersten ist, die sich im Lehraustausch dieser Kooperation engagieren. „Für uns birgt dieser Austausch auch Chancen der didaktischen Bereicherung im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen am Gymnasium.“

Es steht der Schul- und Hochschulstadt Rottenburg gut an, Ort eines solchen Vorhabens zu sein. Die Kooperation stärkt deshalb nicht nur die unmittelbar beteiligten Partner, sondern auch die Region.

Pressegespräch

Näheres zum Vorhaben und erste Erfahrungen von Lehrenden und Lernenden können Sie im Rahmen eines Pressegesprächs am Freitag, den 22.01.2016 um 11 Uhr an der HFR, Schadenweilerhof, Seminarraum 1 (Seminargebäude Kienzle Bau) erfahren.

Im Rahmen dieses Gesprächs werden OStD Kugler und Rektor Kaiser die Kooperation formell unterzeichnen. Außerdem werden beteiligte Lehrerinnen, Lehrer und Professoren sowie die ersten Schüler anwesend sein, die seit wenigen Wochen von dieser Zusammenarbeit profitieren.

Sie sind dazu herzlich eingeladen. Für Ihre kurze Anmeldung an schad@dont-want-spam.hs-rottenburg.de  wären wir sehr dankbar.

Helga Schad
Helga Schad

Rektoratsangelegenheiten; Information und Hochschulverzeichnisse, Studium Generale, Telefonzentrale, Lehrauftragswesen, Lehrfahrten und Exkursionen, Protokolle.

T. +49 7472/951-203
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