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Japanische Forstwirtschaftler zum Wald-Dialog im Haus des Waldes

Veröffentlicht am: 26. September 2016

Im Rahmen der fünften Deutsch-Japanischen Summerschool der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Sebastian Hein kamen am 14. September rund 60 deutsche und japanischen Studierende und Professoren der Forstwissenschaft zu einer Vortragsreihe zum Thema "Wald und Gesellschaft" im Haus des Waldes zusammen.

Nach einer kurzen Einführung in das Thema waldbezogene Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Katharina Falkenburger, Pädagogische Leiterin im Haus des Waldes, erlebten die Studierenden und Professoren Waldpädagogik hautnah. In den unterschiedlichen Waldaktivitäten spielten eine besondere Rolle:

  • das Walderleben aus neuen Perspektiven, indem der Wald durch einen Spiegel auf den Kopf gestellt wird,
  • die Wechselwirkung einzelner Faktoren in einem System, wie z. B. die Nahrungsbeziehungen im Ökosystem Wald und
  • die Auswirkungen des eigenen Handelns im globalen Kontext.

Am Nachmittag begrüßte Frau Mahler von der Baden-Württemberg Stiftung die Gäste, unter denen sich auch einige Studierende befanden, die als Stipendiaten der Stiftung an der Summer School teilnahmen.

Der Wald und insbesondere dessen Bewirtschaftung sehen sich in beiden Ländern mit unterschiedlichsten Interessen konfrontiert, die es zu berücksichtigen und zu befriedigen gilt. Vertreter der Forstkammer BW, PEFC Deutschland, des NABU und ForstBW stellten den japanischen Gästen die jeweils eigene Perspektive dar wobei auch das Konfliktpotential zwischen den Parteien deutlich wurde.

Gerade der Staatswald muss eine Balance finden, die zum einen die wirtschaftliche Nutzung des Waldes erlaubt, als auch gleichzeitig die Biodiversität und Ökologie ausreichend berücksichtigt und der Bevölkerung einen Zugang zum Wald zum Zweck der Erholung und Freizeitgestaltung garantiert. Die Sicherstellung dieser Form von Multifunktionalität erfährt in Japan erst in den letzten Jahren zunehmend Bedeutung. Für die japanische Bevölkerung ist es noch ungewöhnlich in der Freizeit in den Wald zu gehen, um sich dort zu erholen. So waren dann auch viele der Teilnehmer erstaunt, dass sie bei ihrem Besuch im Haus des Waldes auch Kindergartengruppen und Mütter mit Kinderwagen im Wald spazieren gehen sehen konnten.

Auch die Zertifizierung von Wäldern und Holzprodukten hat in Japan bei weitem nicht den Stellenwert, der in Deutschland den wichtigsten Zertifikaten PEFC und FSC beigemessen wird. Alleine bei der Beteiligung der Bevölkerung in Form von ehrenamtlichen Tätigkeiten zur Pflege von Wäldern und Kulturlandschaften ist Japan weit fortgeschritten und zeigt eine Vielzahl von Vereinen und NGOs auf. So ist es nicht zuletzt engagierten Gruppen aus den Großstädten zu verdanken, dass die traditionellen Kulturlandschaften Japans, die sogenannten satoyama, nicht gänzlich verschwinden und mit ihnen ein Stück an Artenvielfalt und kultureller Identität.

Die Vorträge wurden angereichert durch Fragen und Ergänzungen der Zuhörer, so dass die eingangs von Prof. Hein unterstrichene Bedeutung des Dialogs, nämlich der Austausch von Themen und Meinungen, sicht- und erlebbar wurde.

Weitere Fragen an

Prof. Dr. Sebastian Hein: hein@dont-want-spam.hs-rottenburg.de 

Christoph End: end@dont-want-spam.hs-rottenburg.de 

Sebastian Hein
Prof. Dr. Sebastian Hein

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Christoph End

Diplom Regionalwissenschaftler Japan; MBA International Management

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