Umweltschutz am Flughafen – wie geht das?

03. Dezember 2018

Der Kurs „Umweltzertifizierung nach EMAS“, begleitet von Prof. Rumberg, besuchte Mitte November den Flughafen Stuttgart. Ziel der Exkursion war es, zu verstehen wie die Flughafen Stuttgart GmbH Umweltschutz betreibt und wie ein Umweltmanagementsystem nach der EU-Umweltrichtlinie EMAS in der Praxis funktioniert.

Der Flughafen Stuttgart ist der größte Flughafen in Baden-Württemberg mit einem Passagieraufkommen von mehr als 10 Mio. Fluggästen pro Jahr. 55 Fluggesellschaften sorgen für 350 Flugbewegungen am Tag. Mehr als 10.000 Menschen arbeiten am und um den Flughafen.

Vor Ort erläuterte die Umweltmanagementbeauftragte Lisa Schäfer das vielfältige Aufgabenspektrum im Bereich Umweltschutz. Vom Abfallmanagement über die Energieproduktion bis hin zum Grünflächenmanagement wird daran gearbeitet, negative Umweltwirkungen zu vermeiden. So werden zum Beispiel auf dem Vorfeld nur noch Busse mit Elektromotor eingesetzt, die Lampen sind auf LED umgestellt und die Fotovoltaik-Anlagen auf dem Gelände werden weiter ausgebaut. Wichtigster Umweltaspekt für den Flughafen ist das Thema Lärm, auch wenn dieses nur indirekt beeinflusst werden kann. Echtzeitmessungen des Schallpegels finden bei jeder Flugbewegung statt und werden im Rahmen eines monatlichen Fluglärmberichts veröffentlicht. Die Daten zeigen, dass die Lärmbelastung im Vergleich zu früheren Zeiten abgenommen hat – auch wenn die subjektive Wahrnehmung der Anwohner bisweilen eine andere ist. Zu der Frage, wie denn Umweltschutz am Flughafen vor dem Hintergrund der großen CO2-Belastung durch den Flugbetrieb selbst einzuordnen sei, stellte Frau Schäfer die Möglichkeiten aber auch Grenzen der eigenen Aktivitäten vor und verwies auf das auch darüber hinaus gehende Engagement des Flughafens bei der Erforschung neuer, alternativer Brennstoffe und Antriebstechniken.

Bei dem Besuch wurde auch deutlich, dass Umweltschutz nur ein Baustein im umfassenderen Ansatz zum Thema Nachhaltigkeit der Flughafen Stuttgart GmbH ist. Das gesamte Aufgabengebiet wird unter der Überschrift „fairport STR“ bearbeitet, mit dem Ziel auch ökonomische und soziale Aspekte wie Führungskultur, Qualitätsmanagement oder die Zusammenarbeit mit Interessengruppen zu betrachten.

Für die Studierenden war der Besuch in Stuttgart sehr interessant- es war sichtbar wie umfassend allein das Thema Umwelt im betrieblichen Kontext bearbeitet werden kann. Wertvoll waren die gewonnenen Einblicke auch vor dem Hintergrund, dass die Hochschule Rottenburg selbst plant in 2019 ein Umweltmanagementsystem nach EMAS zu etablieren.

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