Holzenergie-Tagung Baden-Württemberg an der HFR

20. Dezember 2017

Am 23.11.2017 fand erneut die Holzenergie-Tagung Baden-Württemberg an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg statt. Thematisch stand im Jahr 2017 die energiewirtschaftliche Situation der Holzenergie in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz im Fokus.

Es war ein wichtiger Tag für die Energiewende in den D-A-C-H-Ländern. Alle Akteure der Holzenergiebranche wurden vom Holzenergie-Fachverband Baden-Württemberg und der Hochschule für Forstwirtschaft zum Austausch fachlich relevanter Themen im Zusammenhang mit der Holzenergie eingeladen.

Bei der Tagung ging es um die unterschiedlichen Entwicklungen der Holzenergie in den verschiedenen Ländern und wie voneinander profitiert werden kann. Laut Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian Kaiser, Rektor der Hochschule für Forstwirtschaft, war die zentrale Fragestellung der Holzenergie-Tagung, wie Forschung und Praxis in Zukunft miteinander in Einklang gebracht werden können. Zu diesen und weiteren Themen referierten ausgewählte Akteure aus den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern, aber auch aus Österreich sowie der Schweiz.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Harald Thorwarth, Vorsitzender des Holzenergie-Fachverbands Baden-Württemberg, und Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian Kaiser, wurde die Vortragsreihe durch Dr. Jürgen Good eröffnet. Dr. Jürgen Good ist der Leiter des Qualitätsmanagementsystems Holzheizwerke, welches nicht nur von Baden-Württemberg und Bayern, sondern auch von Österreich und der Schweiz genutzt wird. Im Rahmen seines Vortrags wurde das System vorgestellt, das eine möglichst effiziente Holzverwendung zum Ziel hat. Anschließend wurde noch die aktuelle Situation der Holzenergie in der Schweiz vorgestellt.

Harald Schrammel vom Institut für Nachhaltige Technologien (Österreich) und Gottfried Lamers vom österreichischen Umweltministerium zeigten sich sehr positiv über die aktuelle Situation in Österreich und erachten es als wichtig, sich nun auf den Ausbau und die Verdichtung der Netzinfrastruktur, sowie auf Effizienzsteigerungen zu konzentrieren.

Nach detaillierten Erläuterungen zur Lage in der Schweiz und in Österreich, wurde die Vortragsreihe von Gilbert Krapf, Centrales Agrar Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk (C.A.R.M.E.N.), weitergeführt. Er stellte die aktuelle Situation Bayerns dar und erklärte, weshalb es teilweise einen Rückgang von Biomasse-Heizkraftwerken gibt. Grund dafür sei unter anderem die aktuelle Diskussion über die Umsetzung der europäischen MCP-Emissionsrichtlinie.

Anschließend referierte der Geschäftsführer der Holzenergie Schweiz, Andreas Keel, detaillierter über die aktuellen Trends der Holzenergie in der Schweiz. Dabei ging es um die Verschiebungen innerhalb der privaten Heizsysteme, von großen Holzverbrauchern und kommunalen Versorgungsanlagen, aber auch um die Entsorgung der Aschen.

Damit auch weiterhin eine nachhaltige Bereitstellung von Energieholz gewährleistet werden kann, plädierte Ulrike Riegger (Forstkammer Baden-Württemberg) auf eine Kooperation zwischen der Holzenergiebranche und privaten nichtstaatlichen Waldbesitzern. Kurt Weber, Geschäftsführer des Waldservice Ortenau, gab im Rahmen seines Vortrags Einblicke in die Praxis. Er erklärte den Zuhörern, dass es seinem Unternehmen vor allem um die optimale Holznutzung für die Waldbesitzer und die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes geht.

Von Minister Franz Untersteller wurden vor allem die Erfolge in der Stromwende gelobt, zugleich wurde aber auch auf eine noch nötige Wärmewende, die zum einen durch Wärmedämmung aber auch durch Biomasse fortschreiten kann, hingewiesen. Er schloss damit ab, dass Holz nur durch eine Kaskadennutzung langfristigen Erfolg in der Energiewende bringen kann. Zu guter Letzt wurde von Gregor Stephani (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg) der aktuelle Stand der MCP-Emissionsrichtlinie genau erläutert. Abgerundet wurde die gesamte Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion. Dabei war die Leitfrage: „Weiterentwicklung der Energiesysteme - Wie können die Stärken der Holzenergie genutzt werden?“.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion konnten sich Unternehmen der Holzenergiebranche, im Rahmen einer Fachausstellung, präsentieren. Der Fokus der Ausstellung lag darauf, die Teilnehmer der Veranstaltung zu vernetzen. Abgeschlossen wurde die Holzenergie-Tagung 2017 durch eine Führung durch die Laborgebäude der Hochschule für Forstwirtschaft.

Weitere Beiträge zur Veranstaltung:

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