Förster-Bürgermeistertreffen an der HFR

11. Juli 2018

Mehr als 25 Bürgermeister im Land stützen sich in ihrem heutigen Beruf unter anderem auch auf ihr Studium der Forstwirtschaft. Diese gemeinsame Wurzel verbindet und führt zu einem kollegialen Zusammenhalt, der in diesem Jahr in einem Treffen der „Förster-Bürgermeister“ an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) weiter vertieft wurde.

Einmal im Jahr treffen sich Bürgermeister aus ganz Baden-Württemberg, die „in ihrem ersten Leben“ ein forstliches Studium absolviert haben, um sich über Ziele, Konflikte und innovative Projekte in den Städten und Gemeinden auszutauschen und voneinander zu lernen. „Ein Förster-Bürgermeister“, sagt Egon Betz, Bürgermeister der Gemeinde Nehren und Absolvent der HFR, „ist ein ganz ‚normaler‘ Bürgermeister mit einer forstlichen Ausbildung.“

In diesem Jahr hatte er nach Rottenburg und Nehren eingeladen. Nach Rottenburg deshalb, weil weit mehr als die Hälfte der Förster-Bürgermeister das Forstwirtschaftsstudium an der Hochschule in Rottenburg absolviert hat. Viele kannten die HFR noch als verwaltungsinterne Fachhochschule und ihre dynamische Entwicklung der letzten Jahre allenfalls aus der Presse. Umso beeindruckter waren die Besucher als Bastian Kaiser, Rektor der HFR, den Ausbau der letzten 10 Jahre anhand von Zahlen und Fakten aufzeigte und sie über den Campus führte. Stand die Hochschule im Jahr 2002 noch kurz vor dem „Aus“, präsentiert sie sich heute als innovative, forschungsstarke und praxisnahe Hochschule für angewandte Wissenschaften mit modernster Technikausstattung.

Über 20 Bürgermeister und ein „forstlicher Bundestagsabgeordneter“ folgten der Einladung ihres Kollegen Egon Betz und der HFR. In Impulsvorträgen erläuterte Prof. Thorsten Beimgraben Alternativen zur Jagdpacht und die Professoren Artur Petkau und Christoph Schurr gaben eine aktuelle Einschätzung zu den Auswirkungen des Kartellverfahrens. Beide Themen wurden von den kommunal-forstlich bewanderten Experten intensiv und kontrovers diskutiert.

“Unsere Kontakte in diese Runde haben uns oft wichtige Einsichten in kommunale Fragestellungen gegeben, die wir unmittelbar in unsere Ausbildung einfließen lassen“, betont Bastian Kaiser, „umso schöner war es, den Kollegen heute einmal umgekehrt Einblicke in eine modern interpretierte Forstwirtschaft geben zu können.“

Die häufigen Erfolge von Forstleuten bei Bürgermeisterwahlen, bei Landtags- und Bundestagswahlen sind für Bastian Kaiser ein Beleg für die Vielseitigkeit der Ausbildung, schließlich lernen die Studierenden hier, in großen Zusammenhängen und Zeiträumen zu denken. Eine Fähigkeit, die auch in der (Kommunal-)Politik gebraucht wird.

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