Bikerrampen, Kugelbahnen und Grenzlinien

13. Mai 2019

Forstpolitik-Exkursion des 6. Semesters Bachelor Forstwirtschaft in den Stadtwald Heilbronn und in den Neckar-Odenwald-Kreis

Forstdirektor Hochstein und Studierende des 6-Semesters

Die Stadt Heilbronn, Gastgeber der diesjährigen Bundesgartenschau, besitzt 1.200 ha stadtnahen Wald, der von den 120.000 Bürgern intensiv zur Erholung genutzt wird. Die vielfältigen Formen der Erholung sind nicht alle untereinander und mit den ebenso berechtigten Ansprüchen des Forstbetriebs, der Jagd und des Naturschutzes verträglich. Immanuel Schmutz, Leiter der Forstbehörde der Stadt, und Revierleiter Stephan Drescher, stellten im Dialog mit Joachim Thonig und Joe Kegel vom Deutschen Alpenverein den Heilbronner Lösungsansatz zum Mountainbiken vor. Die Mountainbiker des DAV, darunter viele Jugendliche, dürfen eigene Pisten an ausgewählten Orten errichten. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass wilde Pisten und Rampen beseitigt werden. Die Konflikte werden damit reduziert, die Zufriedenheit mit der gefundenen Lösung ist groß, das Vertrauen zwischen den Akteuren wurde gestärkt. Nach diesem Thema stellten die Freunde des Waldes ihren Walderlebnispfad vor. Bei der Gruppe handelt es sich um ältere Bürger der Stadt, die ehrenamtlich im Stadtwald v.a. für die Anlage und Unterhaltung von Erholungseinrichtungen tätig sind. Besonders attraktiv für die Studierenden war dabei die Waldkugelbahn.

Völlig anders liegt die Problematik, mit der die Studierenden am Nachmittag konfrontiert wurden. Eine praktische Übungsaufgabe, im kleinstparzellierten Wald mit durchschnittlichen Flurstücksgrößen von 670 m² Grenzpunkte zu finden und Bewirtschaftungsvorschläge für deren Eigentümer zu entwickeln, bildete die Grundlage für eine rege Diskussion über Ansätze der Strukturverbesserung im Kleinstprivatwald.

Forstdirektor Martin Hochstein vom Neckar-Odenwald-Kreis und Revierleiter Dietmar Heid stellten dabei ihre Lösung, die Neugründung von Gemeinschaftswald, im Vergleich mit anderen Lösungswegen vor. Wichtig war dabei neben dem Ergebnis auch der Weg dorthin: guter, respektvoller Kontakt des Försters zu den Waldbesitzern, ehrliche Benennung der Probleme, Unterstützung durch die Gemeinden, vertrauenswürdige, transparente Abläufe – und ein langer Atem.

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