2. Deutsch-Japanischer Holzbauworkshop an der Hochschule für Forstwirtschaft

07. März 2019

Leitmotiv: „Ach, man braucht ja so wenig um glücklich zu sein“

2. Deutsch-Japanischer Holzbauworkshop an der Hochschule für Forstwirtschaft

Vom 23. Februar bis 01. März fand an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg der 2. Deutsch-Japanische Holzbauworkshop für Studierende der HFR und ihrer Partnerakademie in Gifu, der Gifu Academy for Forest Science and Culture statt. Unter Anleitung der Dozenten Prof. Ludger Dederich und dessen Kollegen Matsui Takumi sollten die Studierenden ein modulares Konzept für ein modernes, mehrstöckiges Verwaltungsgebäude in Holzbauweise entwerfen. Ein ambitioniertes Projekt, das sowohl den Studierenden und den Dozenten im Laufe der Woche vieles abverlangen und zugleich an wertvollen Erkenntnissen liefern sollte. Das Ergebnis war, um es vorweg zu nehmen, ein ganz erstaunliches.

Nachdem aus dem ersten gemeinsamen Workshop zum Thema im letzten Jahr in Japan ein vielversprechender Entwurf für das neu zu bauende Waldpädagogik-Zentrum in Gifu hervorging, welches im Frühjahr 2020 dann auch eng nach der Vorlage eröffnet werden wird, lag der Schwerpunkt des diesjährigen Workshops auf der formal-konzeptionellen Annäherung an den Entwurf eines Verwaltungsgebäudes. Um den japanischen Gästen zunächst eine Idee davon zu vermitteln, wie moderne Holzbau-Architektur in Baden-Württemberg verstanden wird, waren die ersten beiden Tage des Workshops ein Parforceritt durch die Holz-Architektur Geschichte Baden-Württembergs mit Besichtigungen traditioneller und moderner Holz- und Fachwerkbauten, hier unter anderem das Bischöfliche Stiftungsschulamt, der Forstpavillon in Schwäbisch Gmünd und das Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude KAMPA K8, allesamt ausgezeichnet mit dem Holzbaupreis Baden-Württemberg.

„Baden-Württemberg ist geradezu eine holzbauliche Quelle der Inspiration für die Studierenden“ so Prof. Dederich „Wir können aus der Praxis zeigen, was heutzutage im Holzbau möglich ist. Zur Wissensvermittlung gibt es nichts Besseres“. Auch sein Fachkollege zeigte sich begeistert „Japan verfügt über eine lange Tradition im Holzbau. Die meisten privaten Häuser werden unverändert mit Holz gebaut. In den letzten Jahren sehen wir nun auch viele öffentliche Gebäude, die überwiegend aus Holz gefertigt werden.“

Mit den noch frischen Eindrücken und ersten Ideen gingen die Studierenden für die nächsten Tage an der Hochschule mit Tusche und Papier an die Arbeit, wobei sich gerade die sprachliche Hürde als große Herausforderung herausstellen sollte. Bewusst überließen die Dozenten den angehenden Planern das Feld, unterstützen und steuerten nur so viel wie nötig. So entstanden zahlreiche Skizzen, Pläne und Entwürfe, die am dritten Tag gesammelt und für die Abschlusspräsentation aufbereitet wurden. Da der Workshop genau in die Zeit der schwäbisch-allemannischen Fasnet fiel, sollte ein Besuch in Rottweil und Rottenburg noch einmal die Tradition und Kultur der Region vermitteln. Auch dies für die Japaner ein unerwartetes und doch beeindruckendes Erlebnis.

Weitere Programmpunkte waren unter anderem die Besichtigung der Tübinger Altstadt, der historischen Holzbrücke über die Donau bei Beuron und zahllose zufällige architektonische Entdeckungen entlang der Route.

Erstaunlicherweise gelang es gerade bei diesen Zufallsfunden, über die Sprachhürden hinweg, die wesentlichen Details zu erkennen und die deutschen und japanischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu beschreiben und gegenseitiges Verständnis zu schaffen. „Für mich als Dozent ist gerade so das große Ziel des Workshops erreicht. Der intensive fachliche und persönliche Austausch zwischen Studierenden zweier unterschiedlicher Kulturen und Sprachen ist mehr als geglückt, ob nun der sehr vielversprechende Entwurf des Verwaltungsgebäudes so eines Tages umgesetzt werden mag oder nicht“ zieht Prof. Dederich zum Abschluss zufrieden Bilanz.

Im Rahmen des Workshops wurden bereits die Pläne für die nächsten Jahre diskutiert, wenn sich Studierendenworkshops und Fachtagungen regelmäßig in Japan und Deutschland unter Einbindung der Studierenden aber auch Wissenschaftlern, Planern und Unternehmern wiederholen werden.

Kontakt:

Christoph End
Projektkoordinator KoWald Japan
Mail: end@dont-want-spam.hs-rottenburg.de 

Prof. Ludger Dederich
Professur für Holzbau
Mail: dederich@dont-want-spam.hs-rottenburg.de   

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