Hochschule Rottenburg gewinnt Wettbewerb um Exzellenzstrategien

 

Die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) war der mit deutlichem Abstand kleinste Bewerber in der Endrunde eines prestigeträchtigen und lukrativen Wettbewerbs, der sich an mittlere und kleine Hochschulen richtete und zählt nun zu den glücklichen Gewinnern, die sich das Gesamtpreisgeld von zwei Millionen Euro teilen dürfen. Die Rottenburger waren die letzte noch im Wettbewerb verbliebene Hochschule Baden-Württembergs.

 


Profil und Kooperation - Exzellenzstrategien für kleine und mittlere Hochschulen. So überschrieben der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft und die Heinz-Nixdorf-Stiftung einen bundesweiten Wettbewerb, den sie im Mai diesen Jahres gemeinsam ausgeschrieben haben . "Es soll deutlich werden", so der "Leiter Programm und Förderung" im Stifterverband, Volker Meyer-Guckel, "mit welchen spezifischen Stärken sich die jeweilige Hochschule zukünftig im Wissenschaftssystem positionieren und wie sie dies erreichen will."  


Stifterverband und Nixdorf-Stiftung  wollen mit ihrem gemeinsamen Programm für kleine und mittlere Hochschulen innovative Modelle und Gesamtstrategien von Hochschulen zur individuellen Profilbildung identifizieren, fördern und begleiten. In einem dreistufigen wettbewerblichen Auswahlverfahren sollten überzeugende Hochschulentwicklungs- und Kooperationskonzepte ausgezeichnet und in ihrer Umsetzung unterstützt werden. Das dreistufige Verfahren begann mit dem bundesweiten Aufruf zur Einreichung einer Projektskizze im Juli 2007. Diesem folgten nicht weniger als 54 Hochschulen aus ganz Deutschland, darunter zwei Universitäten und sieben Fachhochschulen aus Baden-Württemberg. Die Wettbewerbsjury wählte aus den eingegangenen Skizzen nur elf Hochschulen aus und forderte sie zur Abgabe eines umfassenderen Antrags auf, der Anfang November einzureichen war. 


Schon diese Aufforderung war für die HFR mehr als ein Achtungserfolg. Ihre Skizze und ihr Vollantrag betonten die erfolgreichen Kooperationen der Hochschule, die wesentliche Wurzeln ihrer jüngeren und ihrer angestrebten Entwicklung sind. Darauf ist man in Rottenburg stolz und hat in den vergangenen Jahren konsequent aufgebaut. Kernstücke dieser Strategie sind die enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen für Technik in Stuttgart und Ulm, mit welchen die HFR seit 2002 einen viel beachteten gemeinsamen Masterstudiengang (SENCE - Sutainable Energy Competence) anbietet sowie die starke Rolle der HFR in der "Hochschulregion Tübingen - Hohenheim", deren Kern eine enge Zusammenarbeit zwischen HFR und der benachbarten Eberhard-Karls-Universität in Tübingen war.


Es war deshalb sicherlich klug, dass die Rektoratsmitglieder der HFR ihre Strategie in der dritten und letzten Wettbewerbsstufe am 12. Dezember in Berlin nicht alleine vertreten, sondern Prorektor Herbert Müther von der Universität Tübingen um "Schützenhilfe" gebeten haben. "Seine Mitwirkung war inhaltlich und atmosphärisch ein Gewinn unseres Auftritts in Berlin", freut sich Rektor Bastian Kaiser, "er verlieh unserer guten Zusammenarbeit im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesicht. Unsere gewachsene und bewährte Kooperation mit Tübingen sowie die bereits auf dem Wege befindlichen neuen gemeinsamen Projekte standen so nicht nur auf dem Papier, sondern saßen quasi mit am Tisch. Dafür unseren ganz herzlichen Dank!"

 


Nur wenige Wochen nachdem die HFR bereits zum zweiten Mal von der UNESCO ausgezeichnet und zum offiziellen UNESCO-Projekt ernannt wurde, ist den Rottenburgern mit dem Gewinn in diesem Exzellenz-Wettbewerb ein weiterer bemerkenswerter Erfolg geglückt. 


Beide Auszeichnungen haben gemeinsam, dass die HFR auch für ihr Engagement im Sinne der Verbreitung des Nachhaltigkeitsgedankens ausgezeichnet wurde. Die Nixdorf-Stiftung und der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft legten in ihrer Ausschreibung ausdrücklichen Wert auf eine klare Profilbildung. Die HFR stellte ein Profil vor, das deutlich auf die Lehrangebote der Hochschule abhob und dessen gemeinsame Klammer im Titel "Studieren im Kontext nachhaltiger Entwicklung" zum Ausdruck kommt. Es hat die Jury ganz offensichtlich beeindruckt, dass es der HFR gelungen ist, sich in nur sechs Jahren von nur einem Studiengang auf nun vier zu entwickeln, wobei sie alle ihre Studiengänge in Kooperation mit Partnerhochschulen anbietet.  


"Zwar haben wir gewisse strukturelle Nachteile gegenüber vielen anderen, weil wir bis 1995 eine verwaltungsinterne Hochschule waren und uns deshalb gerade in der Blütezeit der Fachhochschulen in Baden-Württemberg nicht entwickeln mussten, doch sind wir aufgrund unserer überschaubaren Strukturen eben auch in der Lage, schnell und marktorientiert auf Entwicklungen zu reagieren und diese in Forschung und Lehre erfolgreich umzusetzen", erklärt der Kanzler der HFR, Dieter Kienzle. Eine dieser Entwicklungen, die die Hochschule schon früh erkannt und aktiv besetzt hat, ist der aktuelle Boom der regenerativen Energien und der Biomassenutzung.  


"Wir haben die Größe, nicht alles selbst machen zu müssen!", war eine der Kernaussagen im Wettbewerbsbeitrag der Rottenburger. Damit und davon haben sie die elfköpfige Fachjury, zu der auch die Bundestagspräsidentin a.D. Rita Süßmuth gehörte, überzeugen können. 

Jetzt freuen sich die Studierenden, Mitarbeiter und Professoren der Hochschule in Rottenburg über 400.000 Euro, mit denen die Hochschule einen Beitrag zum dringend erforderlichen Bau eines Zentrallabors leisten und damit der räumliche Enge sowie brandschutzrechtlichen und technischen Einschränkungen in anderen Gebäudeteilen begegnen möchte.

 

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» Zeitungsartikel - DIE ZEIT, Nr. 52/2007

» Zeitungsartikel - Schwäbisches Tagblatt, 18.12.2007

 

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